In der 16. Runde der 2. Klasse Steinfeld trennten sich der ATSV Wöllersdorf-Steinabrückl und der ESV HW Wr. Neustadt mit 2:2. Der ATSV glich vor der Pause aus, ging kurz nach Wiederbeginn 2:1 in Front, ließ die mögliche Vorentscheidung liegen – und kassierte beide Gegentore nach Eigenfehlern. „Wir hatten gute Minuten, aber wir haben uns zweimal selbst wehgetan“, sagte Trainer Thomas Schönleitner nach einer intensiven Partie, die am Ende aus seiner Sicht wohl leistungsgerecht unentschieden endete.

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Die ersten Akzente setzten die Gäste. Thomas Schönleitner sah seine Mannschaft in Abschnitt eins „nicht richtig im Zugriff“. Sein Eindruck war klar: „Wr. Neustadt war in der ersten Halbzeit ein bisschen besser im Spiel. Sie haben das taktisch sehr schlau gemacht und uns vor Probleme gestellt.“ In Minute 23 köpfte ESV-Angreifer Burak Duran nach einem Corner ein und stellte auf 0:1. Wöllersdorf fand zwar ein paar Umschaltmomente, kam aber erst kurz vor dem Pausenpfiff zum Ausgleich: Adam Mihalik traf in der 43. Minute zum 1:1. Schönleitner ordnete ehrlich ein: „Das 1:1 war vielleicht nicht unbedingt verdient, eher glücklich. Unzufrieden waren wir trotzdem natürlich nicht.“ Mit dem Remis ging es in die Kabinen – 1:1 zur Halbzeit, ein Ergebnis, das dem wechselhaften Verlauf der ersten 45 Minuten entsprach.
Nach dem Seitenwechsel kam Wöllersdorf mit deutlich mehr Wucht aus der Kabine. „Wir waren die ersten 25 Minuten in der zweiten Halbzeit richtig gut drin und machen verdient das 2:1“, so der Coach. Für die Führung sorgte Roland Sebesta in Minute 50. In dieser Phase hatte der ATSV die Partie im Griff und Gelegenheiten, die Partie zuzumachen. „Da müssen wir die Partie entscheiden. Wir haben zwei-, dreimal die Chance auf das 3:1“, ärgerte sich Schönleitner. Weil das Tor nicht fiel, blieb Neustadt im Spiel – und schlug zu: Daniel Gheju stellte in der 70. Minute auf 2:2. Der Ärger beim Heimtrainer war greifbar: „Das 2:2 bekommen wir wieder nach einem Eigenfehler. Da müssen wir den Ball klären. Solche Tore darf man nicht kriegen.“ In Summe sah er Chancen hüben wie drüben: „HW hatte durchaus ein paar Möglichkeiten – unser Tormann hat gehalten oder sie haben sie nicht verwertet.“
Beim Blick aufs große Ganze sah Schönleitner kein klares Übergewicht in Sachen Kontrolle. „Beim Ballbesitz hatte keiner große Vorteile. Es gab Phasen, wo Wr. Neustadt besser drin war, und Phasen, wo wir besser drin waren.“ Spielerisch blieb es hinter den eigenen Ansprüchen zurück: „Das war von beiden nicht das Glanzlicht. Wir haben das Mittelfeld zu oft überbrückt und viel zu viele lange Bälle gespielt. Eigentlich wollten wir im Aufbau anders agieren.“ Den Grund dafür verortete er auch beim Gegner: „Wr. Neustadt hat das taktisch gut gemacht und die Wege zugestellt. Aber wir müssen da wieder spielerische Lösungen finden.“ In den Zweikämpfen sah er ein wechselhaftes Bild: „Erste Halbzeit war Wr. Neustadt besser drin, nach der Pause waren wir 25, 30 Minuten besser.“ Trotz mancher grenzwertiger Aktionen blieb es für ihn „ein sehr faires Match über 90 Minuten“.
Im individuellen Lob hielt sich der ATSV-Coach bewusst zurück. „Ich möchte heute keinen einzelnen Spieler hervorheben“, stellte Schönleitner klar – die Analyse gilt der Mannschaft als Ganzes. Sein Fazit zum 2:2 fiel nüchtern aus: „In Summe wahrscheinlich ein verdientes Unentschieden.“ Gleichzeitig nahm er sein Team in die Pflicht: „Wir müssen wieder an unseren Matchplan und an unsere Stärken glauben. Wir müssen anfangen, unseren Fußball zu spielen.“ Die Schritte sind gesetzt: „Am Freitag gibt es eine kurze Videoanalyse, dann bereiten wir die Jungs auf den nächsten Gegner vor.“ Die Marschroute für die kommenden Wochen klingt einfach, verlangt aber Konsequenz: „Wir müssen in jedem Match an die Grenze gehen und immer hundert Prozent geben. Nur so können wir erfolgreich sein.“