Vor dem letzten Spieltag zieht ATSV Wöllersdorf-Steinabrückl-Trainer Thomas Schönleitner eine ehrliche Bilanz in der 2. Klasse Steinfeld. Wöllersdorf geht als Vierter ins Finale, die Top drei sind weiter in Reichweite. „Wenn wir es unter die ersten Drei schaffen, haben wir unseren Plan eingehalten. Aber auch sonst war es eine sehr, sehr gute Saison“, sagt er. Die Stimmung ist bestens, der Kader bleibt weitgehend zusammen – und der Coach kündigt gleichzeitig seinen Abschied zusammen mit seinem Co-Trainer an.

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Schönleitner setzt bei seinem Rückblick bewusst vorne an, bei der Entwicklung über die gesamte Saison: „Ich glaube, wir haben eine Top-Saison für den Verein gespielt. Selbst wenn es am Ende nicht die Top drei werden, war es sehr, sehr gut.“ Was aber liegen blieb, fasst er klar zusammen: „Wahrscheinlich hat uns die Konstanz gefehlt.“ Gründe sieht er mehrere: Verletzungen, Sperren, private Ausfälle – und diese späten Nackenschläge im Herbst. „Wir haben in der Hinrunde immer wieder zwischen Minute 89 und 95 Tore bekommen. Hätten wir diese Punkte geholt, wären wir schon weit vorne gewesen.“ In der Rückrunde drehte sich das Momentum öfter auf die Wöllersdorfer Seite. Das passt auch zum Verlauf der Tabellenwochen: Das Team pendelte in dieser Spielzeit zwischen Rang zwei und acht und steht aktuell auf vier – mit der realen Chance, zum Schluss noch auf das Podest zu klettern.
Dass die Stimmung im Lager der Wöllersdorfer so gut ist, hat handfeste Gründe. „Der komplette Kern bleibt – eigentlich die ganze Mannschaft bleibt“, erklärt Schönleitner. Dazu kommen gezielte Bausteine: „Ein junger Spieler aus dem eigenen Nachwuchs stößt rauf und bringt sicher Qualität. Außerdem haben wir einen jungen Stürmer geholt, der in Wien für sein Alter schon auf hohem Niveau gespielt hat und super in die Mannschaft passt.“ Auch auf der Torhüterposition wurde reagiert: „Ein junger Keeper aus dem Bezirk ist dazugekommen und trainiert schon mit. Ein super Junge mit Qualität.“ Zwei Personalien seien noch offen, „aber die Signale sind positiv“. Trotz aller Zufriedenheit blitzt beim Trainer auch Ehrgeiz durch: „Von der Kaderstärke her wäre mehr drin gewesen. Wir hätten vorne dabei sein können, auch wenn wir wegen der Eigenbauspielerregelung nicht aufsteigen hätten dürfen.“
Personell gab es zuletzt Licht und Schatten. „Im Sommer kommt ein sehr wichtiger Innenverteidiger nach Kreuzbandriss zurück – das wird die Qualität noch einmal heben“, sagt Schönleitner. Zwei Akteure mit Muskelproblemen sind bereits wieder im Kader. Besonders bitter ist das Schicksal eines zentralen Mittelfeldspielers: „Er ist nach einem Kreuzbandriss zurückgekommen, war wieder auf gutem Weg – und hat sich erneut verletzt. Wieder Kreuzbandriss, dazu Knorpelschaden und Meniskus. Er braucht noch eine OP. Wir stehen hinter ihm und wünschen ihm alles Gute.“ Abseits des Rasens stellt sich der Verein neu auf. „Das Betreuerteam ändert sich, weil mein Co-Trainer und ich den Verein verlassen. Der Klub hat das Nachfolgeteam unter Dach und Fach und gibt es bekannt, wenn es soweit ist.“ Im Vorstand sind neue Leute dazugekommen, „die frischen Wind bringen“, der Jugendleiter bleibt: „Der macht mit den Trainern im Nachwuchs einen Mörderjob, ist gefühlt 24/7 am Platz.“
Auch der Blick auf die Liga fällt anerkennend aus. „In der Hinrunde war Ebreichsdorf II für mich stark, spielerisch richtig gut – der Trainer hat einen klaren Plan“, sagt Schönleitner. In der Rückrunde hätten vor allem Wampersdorf und HW Wiener Neustadt überzeugt: „Wenn HW Wiener Neustadt komplett ist, sind sie spielerisch und taktisch eine der stärksten Mannschaften. Und Wampersdorf hat einen unbändigen Willen, die pushen sich in jeder Minute.“ Zum Schluss wird der scheidende Coach persönlich: „Die Jungs sind ein super Haufen. Selbst Spieler mit weniger Minuten haben alles reingehauen. Der Zusammenhalt ist sehr, sehr gut.“ Dann richtet er ein langes Dankeschön aus: „Besonderer Dank gilt David Zeis, dem sportlichen Leiter, dem ganzen Vorstand, dem Jugendleiter Martin, allen Nachwuchstrainern, der U23, den Nachwuchsspielern – einfach allen, die uns unterstützt haben.“ Und der Ausblick bleibt positiv: „Ich hoffe, die Mannschaft arbeitet mit dem neuen Trainerteam genauso erfolgreich weiter, dreht an den richtigen Schrauben und belohnt sich – ganz oben in der Tabelle.“