In der 2. Klasse Thayatal lieferte der USV Geras zum Saisonausklang einen 4:3-Heimsieg gegen den TSV Irnfritz. Nach 0:3 zur Pause kamen die Gäste in zehn Minuten zum 3:3, ehe das späte 4:3 den Ausschlag gab. Irnfritz-Trainer Peter Bauer sprach von einer starken Reaktion nach dem Wechsel, haderte aber mit dem entscheidenden Gegentreffer und hob Geras’ Zehner Edvard Vasiljev als Unterschied hervor. Die Partie bot Tempo, Tore und einiges an Gesprächsstoff – vor allem rund um die verrückte zweite Hälfte.

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Peter Bauer erlebte einen Start, der aus seiner Sicht zunächst Hoffnung machte: „Wir sind gut reingekommen und hatten in den ersten fünfzehn Minuten einige gute Möglichkeiten.“ Danach kippte das Spiel rasant. In Minute 19 traf Tomas Kytlica zum 1:0, nur zwei Minuten später legte Edvard Vasiljev das 2:0 nach – „ein Traumtor“, wie Bauer es nannte. In der 36. Minute erhöhte Vasiljev auf 3:0, mit diesem klaren Rückstand ging Irnfritz in die Pause. Aus der Kabine kamen die Gäste wie ausgewechselt: Michael Winkler stellte in der 49. Minute auf 3:1, David Vacek traf in der 51. zum 3:2, und nur drei Minuten später besorgte Tobias Rodlauer das 3:3. „Wir haben Geras da keine Luft mehr gelassen“, so Bauer über diese Drangphase. Als alles auf eine Punkteteilung hindeutete, schlug in der 86. Minute erneut Vasiljev zu und entschied die Partie mit dem 4:3 für Geras – ein Treffer, der Irnfritz nach der großen Aufholjagd ohne Zählbares zurückließ.
Der Irnfritz-Coach teilte das Spiel ohne Umschweife in zwei völlig unterschiedliche Kapitel ein. „Erste Hälfte hat nicht viel funktioniert. Wir waren nicht kompakt genug, haben zu wenige Zweikämpfe und keine zweiten Bälle gewonnen, dazu zu viele Fehlpässe“, erklärte Bauer und hielt fest: „Die Pausenführung für Geras war auch in der Höhe verdient.“ Nach deutlichen Worten in der Kabine folgte die Reaktion, die er sehen wollte: „Wir sind super aus der Pause gekommen, haben sehr hohe Intensität gezeigt und innerhalb von zehn Minuten aus einem 0:3 ein 3:3 gemacht.“ Dass am Ende trotzdem nichts Zählbares blieb, fasste Bauer knapp zusammen: „Der entscheidende Moment war klar das 4:3.“ Gleichzeitig nannte er die individuelle Klasse beim Gegner als wesentlichen Faktor: „Geras hatte mit der Nummer zehn, Edi Vasiljev, einfach einen Unterschiedsspieler.“
Wie nah Irnfritz dem Auswärtssieg nach dem Ausgleich tatsächlich war, machte Bauer an einer ganzen Reihe von Aktionen fest. „Wir hatten weitere sehr gute Chancen. Einmal ging der Ball an die Innenstange, einmal an die Latte, ein Tor wurde wegen Abseits zurückgepfiffen, und einmal wurde auf der Linie geklärt“, schilderte er die wilde Phase nach dem 3:3. „Uns hat das Glück gefehlt, das 4:3 zu machen.“ Auch zur Leitung des Unparteiischen äußerte sich der Trainer ausgewogen: „Bis auf das Abseitstor, das kritisch war und bei dem ich mir nicht sicher bin, ob es wirklich Abseits war, war die Schiedsrichterleistung sehr okay.“ Unterm Strich blieb das Gefühl, sehr viel investiert zu haben – und dann doch mit leeren Händen dazustehen, weil Geras in der Schlussphase die eine Chance eiskalt nützte.
Im großen Bild ordnete Bauer die 90 Minuten nüchtern ein. „Hätten wir so wie nach der Pause auch in der ersten Halbzeit gespielt, hätten wir das Match sicher nicht verloren“, sagte er. Das Saisonziel blieb trotz der bemerkenswerten Entwicklung im Frühjahr außer Reichweite: „Unser Ziel war Platz drei, das ist nicht mehr möglich.“
Laut aktueller Tabelle liegt Geras mit 61 Punkten auf Rang drei, Irnfritz folgt mit 59 Zählern auf Platz vier. Ganz ohne Stolz wollte Bauer die Rückserie aber nicht stehen lassen: „Wir haben in der Rückrunde 15 Spiele gehabt, 11 Siege, 2 Unentschieden und 2 Niederlagen. Das war sehr, sehr stark. Darauf werden wir aufbauen und dann gestärkt in die nächste Saison gehen.“ Mit dieser Ansage verabschiedet sich Irnfritz in die Sommerpause – mit Ärger über den späten Gegentreffer, aber auch mit reichlich Rückenwind für das, was kommt.