In der 2. Klasse Thayatal hat SG Röschitz/Sitzendorf/Roggendorf-K.J. das Heimspiel gegen USV Kühnring mit 3:2 gewonnen. Für Trainer Robert Wenninger blieb nach dem Auswärtsspiel das Gefühl, dass deutlich mehr möglich gewesen wäre. Vor allem die Eigenfehler seiner Mannschaft und eine aus seiner Sicht spielentscheidende Elferszene vor der Pause standen für ihn nach einem offenen und engen Abend im Mittelpunkt.

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USV Kühnring erwischte mit dem 0:1 durch Istvan Varga in der 8. Minute den besseren Start. Wenninger sah darin keinen Zufall, sondern einen ordentlichen Beginn seiner Mannschaft. "Wir gehen mit der ersten Chance in Führung, das war zu dem Zeitpunkt nicht unverdient", sagte der Trainer. Danach kam SG Röschitz/Sitzendorf/Roggendorf-K.J. aber besser ins Spiel und nutzte die Phase vor der Pause konsequent. Markus Quirtner glich in der 19. Minute zum 1:1 aus, Thomas Winter legte in der 27. Minute das 2:1 nach. Wenninger meinte, dass SG Röschitz/Sitzendorf/Roggendorf-K.J. mit dem Wind in der ersten Hälfte Vorteile hatte und stärker wurde. Trotzdem ärgerte ihn vor allem eine Szene kurz vor der Pause. "Der Knackpunkt war natürlich der nicht gegebene Elfmeter", sagte er mit Blick auf eine strittige Handsituation, nach der USV Kühnring aus seiner Sicht den Ausgleich zum 2:2 hätte machen können.
Nach dem Seitenwechsel wurde es für USV Kühnring gleich noch schwieriger. Schon in der 50. Minute erhöhte Markus Quirtner auf 3:1 für SG Röschitz/Sitzendorf/Roggendorf-K.J., wobei Wenninger auch dieses Gegentor als Folge eines eigenen schweren Fehlers einordnete. Seine Mannschaft antwortete allerdings sofort. Nur zwei Minuten später brachte Sebastian Stoss USV Kühnring mit dem 3:2 wieder zurück ins Spiel. "Wir machen postwendend das 3:2", hielt Wenninger fest, und tatsächlich war die Partie damit wieder offen. Einige Minuten später bot sich USV Kühnring laut Trainer die große Chance auf den Ausgleich, als nach einem Freistoß ein Spieler allein vor dem Tormann auftauchte, den Ball aber nicht im Tor unterbrachte. Für Wenninger war das eine ganz wichtige Szene: "Wenn wir da das 3:3 machen, gehe ich davon aus, dass wir das Spiel noch gewinnen." Er hatte in dieser Phase klar das Gefühl, dass das Momentum auf Seiten von USV Kühnring lag.
So sehr der Trainer mit einzelnen Entscheidungen haderte, so klar sprach er auch die eigenen Mängel an. Vor allem die fehlende Konsequenz am Ball störte ihn. "Wir haben den Ball mit Anstrengung, mit Einsatzbereitschaft und mit Laufbereitschaft erobert und schenken ihn dann zwei Sekunden später wieder einfach her", sagte Wenninger. Gerade in engen Situationen wünsche er sich ein einfacheres Spiel seiner Mannschaft. "Wenn es eng ist, geht der Ball lieber einmal mehr ins Out oder wird gnadenlos weggeschlagen, als dass wir wieder etwas aufbauen wollen." Aus seiner Sicht lud USV Kühnring den Gegner mit solchen Fehlern immer wieder ein. Den Blick weitete er dabei sogar auf den Saisonstart insgesamt aus. Fünf der ersten sechs Gegentore seien nach seiner Einschätzung aus eigenen Fehlern entstanden, und genau dort müsse seine Mannschaft in den nächsten Wochen zulegen. Dass SG Röschitz/Sitzendorf/Roggendorf-K.J. Qualität hat, stellte Wenninger trotzdem nicht infrage. "Sie haben in Markus Quirtner einen eiskalten Stürmer vorne, der weiß, wo er stehen muss", sagte er über den Doppelpackschützen.
Auch die Spielleitung sprach Wenninger an, allerdings nicht nur mit Vorwürfen. Natürlich sei die nicht gegebene Elfmeterszene für USV Kühnring "mehr als ärgerlich" gewesen, dazu seien einige enge Entscheidungen ebenfalls gegen seine Mannschaft ausgefallen. Gleichzeitig zeigte er Verständnis für die schwierige Aufgabe in dieser Liga. "Im Nachhinein kann man den Schiedsrichtern phasenweise nicht allzu viel Vorwurf machen, weil sie sich um sehr viele Sachen kümmern müssen", sagte der Trainer. Gerade in einer Klasse ohne Assistenten gehe dem Unparteiischen viel gleichzeitig durch den Kopf. Den Grund für die Niederlage wollte er daher nicht nur dort suchen. Viel wichtiger war ihm der Gesamteindruck seiner Mannschaft. Wenninger sah USV Kühnring auch gegen einen Gegner, den er zu den Topteams zählt, absolut konkurrenzfähig. "Wir haben da mehr als nur mithalten können", sagte er. Trotz nur eines Punktes aus zwei Runden bleibt er deshalb ruhig und schaut lieber nach vorne. "Das stimmt mich positiv für die nächsten Wochen. Ich freue mich schon auf das nächste Heimspiel, wo wir die Sache definitiv besser machen werden."