In der 2. Klasse Thayatal hat USV Weitersfeld gegen USV Kühnring ein 3:3 geholt, obwohl die Gäste bis kurz vor Schluss wie der wahrscheinliche Sieger ausgesehen hatten. Robert Wenninger sprach nach dem Spiel von leichten Vorteilen für seine Mannschaft und machte vor allem die vergebene Großchance zum möglichen 4:2 zum entscheidenden Punkt. So blieb für Kühnring neben dem Auswärtspunkt auch das Gefühl, dass an diesem Abend deutlich mehr drin gewesen wäre.

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Schon der Beginn passte zu Wenningers Gesamtbild dieser Partie. Der Trainer sah ein Spiel, das zwar über weite Strecken ausgeglichen war, in dem seine Mannschaft aber in Ballbesitz, bei den Spielanteilen und auch bei den Möglichkeiten etwas besser aussah. "Wir waren die stärkere oder aktivere Mannschaft", sagte er. Trotzdem geriet Kühnring in der 8. Minute mit 0:1 in Rückstand, als Christoph Kanka für Weitersfeld traf. Wenninger sprach dabei von "einer Aktion mit zwei Eigenfehlern", aus der dann der Gegentreffer entstand. Danach arbeitete sich Kühnring aber klar in die Partie hinein. Vor allem Vojtech Suchomel hatte laut seinem Trainer zwei gute Möglichkeiten, lief dabei jeweils alleine auf den Tormann zu, konnte diese Chancen aber nicht nutzen. Dass es zur Pause trotzdem 1:1 stand, lag an Sebastian Stoss, der in der 42. Minute ausglich. Wenninger beschrieb die Szene als "eine überragende Aktion" und sprach von einem Abschluss ins lange Kreuzeck. Aus seiner Sicht hätte Kühnring das Spiel schon vor dem Seitenwechsel drehen können, vielleicht sogar drehen müssen.
Nach der Pause ging das Spiel aus Kühnringer Sicht zunächst in eine ähnliche Richtung weiter, auch wenn Wenninger die zweite Halbzeit "eine Spur ausgeglichener" sah als die erste. Kühnring blieb aber gefährlich und belohnte sich in der 65. Minute mit dem 2:1 durch Adam Novotny. Lange hielt die Führung allerdings nicht, denn Johannes Wahl glich in der 71. Minute für Weitersfeld wieder aus. Bemerkenswert war dann die Reaktion der Gäste. Nur drei Minuten später stellte Vojtech Suchomel mit dem 3:2 den alten Vorsprung wieder her, Kühnring hatte das Spiel damit erneut auf seine Seite gezogen. Genau in dieser Phase sah Wenninger den Moment, der ihm nach dem Schlusspfiff besonders nachging. Rund um die 82. Minute zog Sebastian Stoss von links nach innen, zielte aufs lange Eck, der Ball strich aber knapp am Pfosten vorbei und war zugleich zu weit weg für einen mitgelaufenen Mitspieler. "Wenn wir da das 4:2 machen, ist das Spiel vorbei", sagte Wenninger. Weil diese Szene ungenutzt blieb, blieb Weitersfeld in Reichweite und kam in der 88. Minute noch zum 3:3 durch Andreas Gschweicher. Für den Kühnringer Trainer war das bitter, auch weil seine Mannschaft die Partie bis dahin mehrfach wieder in den Griff bekommen hatte.
Dass Wenninger seine Mannschaft trotz des späten Ausgleichs nicht hart anging, hatte auch mit den personellen Umständen zu tun. "Wir haben auf sehr viele Positionen rotieren müssen", erklärte der Trainer und verwies darauf, dass einige Spieler verletzungs- oder abwesenheitsbedingt nicht dabei sein konnten. Gerade deshalb fiel seine Analyse insgesamt positiv aus. Er lobte die Einstellung, die Moral und viele fußballerische Phasen des Auftritts. Kühnring sei gut über die erste Linie des Gegners gekommen und habe dadurch immer wieder Raum gefunden. Auch gegen den offensiv starken Gastgeber habe seine Mannschaft lange wenig zugelassen. Wenninger meinte sogar, der eigene Tormann habe trotz der drei Gegentreffer "relativ ruhig" gearbeitet, weil davor viel wegverteidigt worden sei. Umso klarer war deshalb der eine Punkt, an dem er festmachte, warum aus dem Sieg nichts wurde: "Ich kann der Mannschaft relativ wenig vorwerfen, bis auf die Chancenverwertung." Genau dort fehlte aus seiner Sicht das entscheidende Stück, um das Spiel früh in die gewünschte Richtung zu lenken und später endgültig zuzumachen.
Ganz ohne Diskussionen ging der Abend aus Kühnringer Sicht dennoch nicht vorbei. Wenninger sprach von einer Szene, in der aus seiner Sicht für Lukas Hofer nach einem Nachtreten eine rote Karte möglich gewesen wäre. Er blieb in seiner Einordnung aber fair, weil er im gleichen Atemzug auch zugab, dass auf der anderen Seite ein Kühnringer Spieler bei einem weiteren Foulspiel ebenfalls Glück gehabt habe und Gelb-Rot möglich gewesen wäre. Deshalb stellte er auch klar, dass der Schiedsrichter "rundherum wenig Einfluss" auf das Ergebnis gehabt habe. Entscheidend blieb für ihn der eigene Umgang mit den Chancen und mit der Führung. Gerade deshalb war sein Fazit zweigeteilt. "Aufgrund des Spielverlaufs und der Führung bis kurz vor Schluss tut es natürlich ein bisschen weh", sagte Wenninger. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass man ein Remis vor dem Spiel angesichts der personellen Lage wohl sofort unterschrieben hätte. Darum blieb am Ende ein Satz, der den Abend von Kühnring wohl am besten zusammenfasst: "Wenn man es nüchtern betrachtet, kann man mit dem Punkt sehr gut leben."