Am 24. Spieltag der 2. Klasse Traisental hat FCU Frankenfels/Schwarzenbach einen frühen Rückstand gegen SV Neulengbach in ein klares 5:1 verwandelt. Der Ausgleich per direktem Freistoß von Michael Deuretzbacher war der Knackpunkt, danach übernahm der FCU komplett. Deuretzbacher schnürte einen Dreierpack, dazu trafen Juraj Kroslak und Mathias Berger. Obmann-Stellvertreter Andreas Niederer sprach von einem „Momentum-Wechsel“ und einer starken Leistung über die Seiten – mit der Einschränkung, dass die Chancenverwertung trotz des hohen Sieges noch Luft nach oben lässt.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Die erste Szene gehörte noch dem Gast. Andreas Niederer schilderte die Anfangsphase deutlich: „Neulengbach hat stark begonnen. Sie waren in den ersten Minuten überlegen und hatten mehrere gute Chancen.“ Eine blieb besonders hängen: „Ein Stanglpass von rechts, der Abschluss ungefähr von der Elfer-Höhe, und der Ball ging über die Querlatte.“ Kurz darauf gingen die Gäste in Minute 26 durch Irakli Avaliani 0:1 in Führung. Frankenfels/Schwarzenbach brauchte einen Moment, fand dann aber den Zugriff – und zwar über einen Standard. In der 40. Minute setzte Michael Deuretzbacher den direkten Freistoß zum 1:1 unter die Latte. Niederer lieferte die Details mit: „Von der rechten Seite, gut 20 Meter vorm Tor, mit dem rechten Fuß ins linke Kreuzeck. Davor gab es ein Foul an Mathias Berger.“ Mit dem Ausgleich kippte die Partie. „Danach hat sich das Momentum komplett gedreht“, sagte Niederer. Und der FCU drehte noch vor der Pause das Spiel vollends: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45+1) besorgte Juraj Kroslak das 2:1 – die perfekte Vorlage für einen kontrollierten zweiten Durchgang.
Nach dem Seitenwechsel ließ Frankenfels/Schwarzenbach keine Zweifel mehr aufkommen. Die Hausherren kamen wuchtig aus der Kabine und legten den angekündigten „Doppelschlag“ hin, von dem Niederer sprach. Zunächst erhöhte in der 51. Minute erneut Michael Deuretzbacher auf 3:1. Nur drei Minuten später war Mathias Berger zur Stelle und stellte in Minute 54 auf 4:1. Neulengbach fand darauf keine Antwort mehr, der FCU kontrollierte das Geschehen und setzte in der Schlussphase sogar noch einen drauf: In der 82. Minute machte Deuretzbacher mit seinem dritten Treffer den 5:1-Endstand perfekt. Für Niederer war klar, worin der Unterschied lag: „An Michael Deuretzbacher lag heute der Unterschied.“ Er legte nach: „Er war bis in die Haarspitzen motiviert, hat eine wahnsinnige Laufleistung abgegeben – und mit drei Toren und einem Assist ist, denke ich, nicht mehr viel hinzuzufügen.“ Mit dieser Mischung aus Effizienz im Abschluss und viel Arbeit gegen den Ball zog die Mannschaft im zweiten Durchgang davon.
Der FCU stellte an diesem Nachmittag vor allem über die Seiten viele Fragen. „Das Offensivspiel war heute sehr stark. Wir sind mehrmals gefährlich über die Flügel gekommen und haben die Bälle gut vors Tor gebracht“, betonte Niederer. Genau dort sieht er aber auch den nächsten Hebel: „Verbesserungswürdig ist noch die Chancenverwertung vorm Tor.“ Dass es trotz 5:1 noch Ansprüche gibt, passt zum Ton des Abends: konzentriert, aber geerdet. Beim Gegner fand Niederer anerkennende Worte: „Neulengbach hat sehr gute Einzelspieler in ihren Reihen.“ Und auch die Spielleitung passte ins runde Bild: „Ich denke, die Schiedsrichterleistung war sehr solide. Es war insgesamt ein fair geführtes Spiel.“ Für die kommenden Aufgaben nimmt Frankenfels/Schwarzenbach viel Rückenwind mit. Die Flügelangriffe funktionieren, Standards sitzen – jetzt geht es darum, im Strafraum noch konsequenter zu sein und solche Auftritte zu bestätigen.