Spielberichte

"Nach dem 1:1 haben wir den Ruck gespürt" – St.Pölten dreht das Spiel in Wilhelmsburg

ASK Wilhelmsburg
SC St.Pölten Union Landhaus

In der 2. Klasse Traisental hat SC Inkasso Blum St.Pölten Union Landhaus beim ASK Wilhelmsburg mit 3:1 gewonnen und damit nach zuletzt unbefriedigenden Ergebnissen ein deutliches Zeichen gesetzt. Trainer Anto Kovacevic sah einen nervösen Beginn seiner Mannschaft, dann aber eine klare Wende: Das schnelle 1:1 nach dem Rückstand habe den Gästen den entscheidenden Ruck gegeben, danach habe St.Pölten das Kommando übernommen und den Sieg aus seiner Sicht "absolut verdient" eingefahren.

Mann hält Anzeigetafel, die eine Nachspielzeit von fünf Minuten anzeigt

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Der Rückstand saß nur kurz

Der Start war aus Sicht der Gäste alles andere als ruhig. Kovacevic sprach offen davon, dass seine Mannschaft zunächst "ein bisschen nervös" aufgetreten sei. Er führte das auch auf die beiden vorigen Runden zurück, in denen seine Elf nicht jene Ausbeute geholt hatte, die man sich erhofft hatte. Wilhelmsburg kam damit gut in die Partie und ging in der 11. Minute durch Daniel Sudar mit 1:0 in Führung. Für den Trainer der Gäste war danach vor allem eines entscheidend: die unmittelbare Antwort. "Ganz wichtig war, dass wir nach dem unglücklichen Freistoßtor sehr schnell reagiert und sofort das 1:1 gemacht haben", sagte Kovacevic. Nur drei Minuten nach dem Rückstand traf Murat Kartal per Freistoß zum Ausgleich. Genau dieser Moment veränderte das Spiel nach Einschätzung des Trainers spürbar. "Da haben wir einen Ruck in der Mannschaft gespürt und gemerkt, da ist einiges drin", erklärte er.

Nach zwanzig Minuten übernahm St.Pölten das Kommando

Mit dem schnellen Ausgleich fand St.Pölten immer besser in die Partie. Kovacevic beschrieb den Verlauf so, dass seine Mannschaft nach gut zwanzig Minuten die Nervosität abgelegt habe und danach "immer mehr und mehr das Kommando über das Spiel übernommen" habe. Zur Pause stand es zwar noch 1:1, doch aus Sicht des Trainers war die Richtung da bereits klar. Auch den Gegner ordnete er entsprechend ein. Wilhelmsburg sei in den ersten zwanzig Minuten "sehr mutig, entschlossen" gewesen, danach aber habe seine Mannschaft die Kontrolle gehabt und "überhaupt kein Spiel mehr zugelassen". Nach dem Seitenwechsel wurde diese Überlegenheit dann auch am Ergebnis sichtbar. In der 61. Minute brachte Jakub Kristof die Gäste mit 2:1 nach vorne, in der 85. Minute legte derselbe Spieler das 3:1 nach. Kovacevic sprach von zwei sehr ähnlichen Treffern, beide seien über den Stürmer auf den Zehner herausgespielt worden, und Kristof habe das "zweimal traumhaft schön gegen den Torwart" gelöst.

Wille, Vorgaben und der Blick aufs Derby

Dass der Auswärtssieg für Kovacevic weit mehr war als nur ein gutes Resultat, wurde in seiner Analyse deutlich. Er hob nicht einzelne Spieler in den Vordergrund, sondern vor allem die Haltung seiner Mannschaft. "Die Einstellung und der Wille waren heute definitiv stark. Für uns waren immer nur drei Punkte das Thema", sagte der Trainer. Dazu kam für ihn die saubere Umsetzung des Plans. "Die taktischen Vorgaben waren definitiv ein Schlüssel, aber das funktioniert nur, wenn die Mannschaft das auch umsetzt", meinte Kovacevic. Entsprechend deutlich fiel auch sein Lob aus: "Da muss man den Hut ziehen vor der Mannschaft. Sie hat alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben." Mit dem 3:1 nimmt St.Pölten vier Punkte aus drei Runden mit, noch wichtiger war an diesem Nachmittag aber wohl das Gefühl, wieder geliefert zu haben. Lange nachwirken soll der Sieg laut Kovacevic dennoch nicht, denn der Blick geht schon weiter. "Das nächste Spiel wird wieder das schwierigste sein. Ein Derby hat eigene Gesetze, aber wir sind guter Dinge, dass wir auch da abliefern werden."

2. Klasse Traisental: Wilh.burg : SC St. Pölten - 1:3 (1:1)

  • 85
    Jakub Kristof 1:3
  • 61
    Jakub Kristof 1:2
  • 14
    Murat Kartal 1:1
  • 11
    Daniel Sudar 1:0