In der 2. Klasse Traisental hat sich SV INDAT Türnitz am dritten Spieltag gegen USV Pressbaum klar mit 5:1 durchgesetzt. Aus Sicht von Pressbaum-Trainer Wolfgang Pfaffl lag der Unterschied vor allem in Erfahrung, Robustheit und Cleverness vor dem Tor. Seine sehr junge Mannschaft kam über weite Strecken nicht richtig hinein und konnte nach dem Seitenwechsel nur ganz kurz andeuten, dass sie noch einmal zurück in die Partie finden könnte.

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Pfaffl machte nach dem Spiel keinen Hehl daraus, wie er den Verlauf gesehen hat. "Man muss fairerweise sagen, dass Türnitz von Beginn an überlegen war und auch verdient gewonnen hat", sagte der Pressbaum-Trainer. Genau dieses Bild spiegelte sich dann auch am Spielstand wider. In der 34. Minute brachte Mario Molnar die Gastgeber mit 1:0 in Führung, kurz vor der Pause legte Marek Frimmel noch das 2:0 nach. Für Pressbaum war das ein Rückstand, der sich schon zur Halbzeit deutlich abgezeichnet hatte. Direkt nach Wiederbeginn verkürzte Sadri Thaqi zwar auf 1:2, doch die Antwort kam sofort: Johannes Christian Keller stellte in der 49. Minute auf 3:1. Damit war die kurze Phase, in der Pressbaum noch einmal näher herankam, praktisch gleich wieder beendet. Frimmel mit seinem zweiten Treffer und Emanuel Seeböck sorgten danach für das klare 5:1.
Ein wesentlicher Grund für die klare Niederlage lag für Pfaffl in der personellen Ausgangslage seiner Mannschaft. Zwei Führungsspieler waren bereits in der Vorwoche verletzungsbedingt ausgefallen, dadurch musste Pressbaum noch stärker auf sehr junge Akteure setzen. "Wir haben zwei ganz junge Spieler gebracht, beide Jahrgang 2009. Sie haben ihre Sache ordentlich gemacht, aber natürlich nicht die Erfahrung wie die beiden Verletzten", erklärte er. Insgesamt standen laut Pfaffl drei Spieler des Jahrgangs 2009 in der Startelf, zwei weitere saßen auf der Bank, dazu kamen noch einige aus dem Jahrgang 2008. Gegen eine erfahrene Mannschaft wie Türnitz sei das schwer aufzufangen. "Wir waren heute extrem jung und daher auch sehr unerfahren", brachte er es auf den Punkt. Dazu sei bei seiner Elf auch "eine gewisse Ehrfurcht" zu spüren gewesen, während der Gegner mit mehr Robustheit und Cleverness aufgetreten sei.
Als besonders wichtigen Moment hob der Pressbaum-Coach das 0:1 durch Molnar hervor. Bis dahin hatte seine Mannschaft die Null noch gehalten, obwohl Türnitz nach seiner Einschätzung schon zuvor gute Möglichkeiten vorgefunden hatte. "Das erste Gegentor war definitiv entscheidend", sagte Pfaffl und beschrieb den Treffer als Freistoß aus der eigenen Hälfte, bei dem seine Mannschaft aus seiner Sicht zu spät reagierte. Danach habe Türnitz den Vorteil immer besser genutzt und vor dem Tor die größere Sicherheit gezeigt. Gerade bei der Chancenverwertung sah Pfaffl den Unterschied deutlich. Die Gastgeber hätten zunächst noch Möglichkeiten liegen gelassen, sie später aber "souverän gelöst". Besonders Marek Frimmel strich er dabei heraus: "Er ist vor dem Tor eiskalt und weiß in diesen Situationen entscheidend, was er zu tun hat." Auch deshalb sei der Sieg der Türnitzer aus seiner Sicht "in dieser Höhe verdient" gewesen.
Trotz des klaren Ergebnisses wollte Pfaffl den Auftritt seiner Mannschaft nicht nur negativ bewerten. Spielerisch sei durchaus etwas möglich gewesen, sagte er, nur habe Pressbaum das nicht über einen längeren Zeitraum aufs Feld gebracht. "Wir hatten gute Ansätze, konnten daraus aber kein Kapital schlagen", lautete seine Einschätzung. Auffällig war für ihn außerdem, dass die Partie sehr fair verlief. "Der Schiedsrichter hat das Spiel souverän geleitet", sagte Pfaffl, der mit der Leistung des Unparteiischen ausdrücklich zufrieden war. Viel wichtiger war ihm aber der Blick nach vorne. "Wir werden aus solchen Spielen lernen. Wir werden uns aus solchen Spielen verbessern", betonte der Trainer. Gerade die jungen Jahrgänge würden ihm Mut machen: "Ich bin überzeugt davon, dass die Burschen die Qualität haben, in dieser Liga mitzuspielen." Entsprechend klang nach dem 1:5 weniger Resignation durch als vielmehr die klare Hoffnung, dass Pressbaum aus so einem Nachmittag in den nächsten Runden etwas mitnimmt.