In der 2. Klasse Traisental hat sich SV Würth Böheimkirchen gegen SV Neulengbach 1923 lange in der Partie gehalten, am Ende aber mit 1:2 geschlagen geben müssen. Aus Sicht von Neulengbachs sportlichem Leiter Nikola Nikic lag der Unterschied vor allem in der Spielkontrolle: Die Gäste gingen konzentriert an die Aufgabe heran, führten zur Pause verdient 2:0 und brachten den Vorsprung trotz des Treffers zum 1:2 über die Zeit.

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Neulengbach war nach den Worten von Nikic auf genau die Partie eingestellt, die in Böheimkirchen zu erwarten war. „Wir haben gewusst, dass es schwer wird dort, sind aber sehr konzentriert an die Sache herangegangen“, sagte der sportliche Leiter. Diese Konzentration zeigte sich früh auch auf der Anzeigetafel. Irakli Avaliani brachte die Gäste schon in der 9. Minute in Führung, in der 32. Minute legte derselbe Spieler nach. Für Nikic waren beide Treffer ein Beleg dafür, dass seine Mannschaft die entscheidenden Angriffe sauber und klar ausgespielt hat. „Beide Tore waren sehr schön rausgespielt. Avaliani wurde ideal bedient und hat beide Male eiskalt genetzt“, sagte er. Dass Neulengbach mit einem 2:0 in die Kabine ging, war für ihn deshalb nicht nur angenehm, sondern auch völlig verdient.
Gerade diese beiden Tore passten laut Nikic gut zum gesamten Auftritt seiner Mannschaft. Neulengbach sei über weite Strecken sehr geschlossen aufgetreten und habe vor allem gegen den Ball viel richtig gemacht. „Wir waren sehr kompakt. Wir haben nicht viel zugelassen, waren zweikampfstark, waren laufstark“, fasste er den eigenen Auftritt zusammen. Böheimkirchen versuchte es aus seiner Sicht phasenweise mit langen Bällen und immer wieder mit Zuspielen hinter die Abwehr. Dadurch sei das Mittelfeld der Gäste nicht ständig ins Spiel gekommen, weil viele Bälle einfach darüber hinweg gespielt wurden. Die letzte Linie von Neulengbach war aber vorbereitet. Nikic hob in diesem Zusammenhang besonders Roman Tunkl und Christopher Jekal hervor, die in der Defensive „sehr gut gestanden“ seien und die meisten dieser Bälle abfangen konnten.
Auch nach dem Seitenwechsel sah Nikic seine Mannschaft nicht in einer offenen Schlagabtausch-Partie, sondern weiterhin mit Vorteilen. „In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel phasenweise gut kontrolliert. Böheimkirchen hat nicht die übergroßen Chancen gehabt“, sagte er. Ganz ohne Nervosität blieb es dennoch nicht, weil Kevin Pichler in der 75. Minute auf 1:2 verkürzte und damit noch einmal Spannung in die Schlussphase brachte. Aus Sicht der Gäste hätte die Partie allerdings schon davor klarer sein können. Nikic verwies auf eine Szene, in der Avaliani im Strafraum zu Fall gekommen sei, und sprach von einem Elfmeter, der nicht gegeben wurde. „Hätten wir den bekommen, wäre es 3:0 gestanden“, meinte er. Zusätzlich bezeichnete er ein Foul an Christopher Jekal als sehr strittig, auch wenn der Schiedsrichter sonst „phasenweise das Spiel gut unter Kontrolle“ gehabt habe.
Bis zum Schlusspfiff brachte Neulengbach den knappen Vorsprung dann über die Zeit, und genau darin sah Nikic den entscheidenden Wert dieser Auswärtspartie. Für ihn war weniger ein einzelner Moment ausschlaggebend als das Kollektiv. „Die geschlossene Mannschaftsleistung hat den Sieg gebracht. Die Jungs sind immer drangeblieben und haben gut verteidigt“, sagte er. Gleichzeitig verschwieg er nicht, wo seine Mannschaft noch zulegen muss. „Wir müssen die eine oder andere Chance nutzen, dann hätten wir den Sack viel früher zumachen können“, forderte er. Auch das Gegentor nach einem langen Ball passte ihm nicht, weil solche Szenen aus seiner Sicht besser zu verteidigen sind. Unterm Strich überwog aber klar das Positive: Neulengbach nahm die drei Punkte verdient mit, hält nach vier Runden bei zwölf Zählern und bleibt damit an der Spitze der Tabelle.