In der 2. Klasse Traisental haben sich SG Annaberg/Lilienfeld II und ASK Wilhelmsburg mit 2:2 getrennt. Die Gäste starteten stark, verloren danach aber komplett den Faden, lagen bis in die Schlussphase 0:2 zurück und retteten noch einen Punkt. Sportlicher Leiter Kevin Bachler sprach danach von einer „Achterbahn der Gefühle“ und fand vor allem bei Einsatz, Leidenschaft und Willen klare Worte.

Foto von Ian Taylor auf Unsplash
Aus Sicht von Bachler hatte die Partie für Wilhelmsburg zunächst genau so begonnen, wie man es sich vorgestellt hatte. „Die ersten zehn bis 15 Minuten waren unsererseits sehr gut. Da hätten wir durchaus mit 1:0 oder 2:0 in Führung gehen können, wenn nicht sogar müssen“, sagte er. Gerade deshalb fiel seine Analyse danach umso deutlicher aus, weil diese gute Anfangsphase aus seiner Sicht nicht weitergetragen wurde. Stattdessen kippte das Spiel Schritt für Schritt. „Dann hat sich das Blatt gewendet und die Spielgemeinschaft Annaberg-Lilienfeld ist immer besser ins Spiel gekommen“, so Bachler. Vor allem in den Zweikämpfen sah er die Gastgeber danach im Vorteil. Annaberg wurde griffiger, Wilhelmsburg verlor an Präsenz, und in der 27. Minute brachte Daniel Köberl die Heimelf mit 1:0 in Führung. Mit diesem Spielstand ging es dann auch in die Pause.
Mit dem ersten Gegentor nahm aus Sicht des sportlichen Leiters auch die Unsicherheit bei Wilhelmsburg zu. „Wie wir 1:0 in Rückstand geraten sind, hat man immer mehr das Gefühl gehabt, dass die Mannschaft nervöser wird“, erklärte Bachler. Als Marin Pozgain in der 72. Minute auf 2:0 für Annaberg stellte, war die Lage für die Gäste entsprechend schwierig. Bachler sagte auch ganz offen, dass dieses 2:0 verdient gewesen sei. Ganz vorbei war das Spiel damit aber noch nicht. Nur drei Minuten später brachte Jemin Krasniqi Wilhelmsburg mit dem 2:1 wieder heran, und genau dieses Tor veränderte die Schlussphase. „Mit dem Anschlusstreffer ist nochmal ein kleiner Ruck durch unsere Mannschaft gegangen“, sagte Bachler. Dieser Ruck reichte dann zumindest noch für den Ausgleich, den Patrick Schroffenauer in der Nachspielzeit zum 2:2 erzielte. Bachler meinte sogar: „Wenn das Spiel fünf, sechs Minuten länger gegangen wäre, hätten wir vielleicht noch den Siegestreffer erzielt.“ Gleichzeitig schob er aber nach, dass ein voller Erfolg an diesem Tag nicht verdient gewesen wäre.
Dass Wilhelmsburg am Ende noch einen Zähler mitnahm, änderte an Bachlers grundsätzlicher Kritik wenig. Sein Urteil fiel deutlich aus. „In den ersten fünfzehn Minuten hat eigentlich alles gut funktioniert, was der Trainer gesagt hatte, und dann war ein kompletter Leistungsabfall da“, sagte er. Besonders bei den Grundtugenden fehlte ihm danach zu viel. „Weder Einsatz, Leidenschaft noch der Wille, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen wollten, war dann einfach da“, erklärte Bachler. Gerade das war für ihn der Hauptgrund, warum Wilhelmsburg die Kontrolle verlor. Spielerisch sah er die Gastgeber nämlich nicht klar besser. „Spielerisch muss man schon sagen, waren sie nicht stärker wie wir. Sie haben einfach mehr Einsatz, Leidenschaft und Wille gezeigt“, meinte er. Deshalb ordnete er das Ergebnis trotz des späten Ausgleichs nüchtern ein: „Über neunzig Minuten gesehen geht das Unentschieden in Ordnung.“ Dazu passte für ihn auch, dass Annaberg nach seiner Einschätzung noch zwei Stangenschüsse hatte und damit ebenfalls Möglichkeiten liegen ließ.
Überrascht war Bachler vom Gegner insgesamt nicht. „Dass Annaberg eine spielerisch gute Mannschaft ist, haben wir gewusst“, sagte er. Die Spielweise der Gastgeber sei also keine neue Erkenntnis gewesen, vielmehr habe Wilhelmsburg gewusst, was auf die Mannschaft zukommt. „Sie spielen kaum hohe Bälle und sind einfach eine spielstarke Mannschaft“, so seine Einschätzung. Auch mit dem Schiedsrichter war er einverstanden. „Der Schiedsrichter hat das Spiel sehr gut und solide gepfiffen. Es waren keine wirklichen hektischen Situationen und darum war die Leistung in Ordnung“, sagte Bachler. Viel wichtiger ist für ihn jetzt aber der Blick nach vorne. Vor dem Derby gegen SG Hohenberg/St.Aegyd fordert er eine klare Reaktion. „Da muss von der Mannschaft vor allem im Bereich Einsatz, Leidenschaft und Wille etwas kommen. Dann werden wir dort als Sieger vom Platz gehen“, stellte Bachler klar.