Spielberichte

„Wenn man uns das zweite Tor nicht wegnimmt, gewinnen wir“ – Neulengbach bringt in Türnitz den Sieg nicht heim

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SV Türnitz
SV Neulengbach

In der 2. Klasse Traisental endete das Duell zwischen SV INDAT Türnitz und SV Neulengbach 1923 mit 1:1. Für die Gäste blieb dennoch das Gefühl, dass deutlich mehr drinnen gewesen wäre. Nach einer zähen ersten Hälfte brachte Edison Thaqi Neulengbach in Führung, ehe Janis Stambolidis tief in der Nachspielzeit noch ausglich. Sportlicher Leiter Nikola Nikic machte danach vor allem eine aberkannte Szene zum großen Thema.

Jugendliche Spieler mit Bällen

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Lange Bälle auf engem Platz, erst nach der Pause wurde es offener

Dass es in Türnitz kein leichter Nachmittag werden würde, hatte Neulengbach laut Nikola Nikic ohnehin erwartet. „Das war, wie erwartet, ein sehr schwieriges Spiel. Wir haben gewusst, in Türnitz ist das nie einfach“, sagte der sportliche Leiter nach dem Schlusspfiff. Vor allem in den ersten 45 Minuten war wenig Spielfluss drin. Nikic beschrieb einen zähen Beginn, in dem beide Mannschaften viel mit hohen Bällen arbeiteten und kaum ein ansehnliches Spiel zustande kam. Dazu passte auch der Halbzeitstand von 0:0. Ganz ohne Möglichkeiten blieb es aber nicht. Neulengbach verzeichnete nach einem Corner einen Lattenschuss, auf der anderen Seite ließ Türnitz kurz vor der Pause eine große Chance ungenützt. Erst nach dem Seitenwechsel änderte sich die Partie etwas. „In der zweiten Halbzeit haben wir mehr Fußball gespielt“, meinte Nikic, der bei seiner Mannschaft da phasenweise mehr Klarheit und mehr Kontrolle sah.

Thaqi trifft zur Führung, die große Diskussion folgte wenig später

Diese aktivere Phase belohnte sich Neulengbach dann auch mit dem 1:0. In der 70. Minute brachte Edison Thaqi die Gäste in Front, und aus Sicht von Nikic war diese Führung zu diesem Zeitpunkt verdient. „Wir sind auch verdient in Führung gegangen“, sagte er und verwies darauf, dass seine Mannschaft nach der Pause mehr für das Spiel getan habe. Der größte Ärger setzte aber erst danach ein. Neulengbach glaubte, per Standard schon das 2:0 nachgelegt zu haben, doch der Treffer zählte nicht. Nikic schilderte die Szene sehr deutlich und machte daraus den Wendepunkt des Nachmittags. „Wenn man uns das zweite Tor nicht wegnimmt, dann gewinnen wir auch dieses Spiel“, sagte er. Noch klarer wurde er bei der Bewertung dieser Entscheidung: „Für mich ist das absolut nicht nachvollziehbar.“ Damit war die Linie seiner Analyse klar: Nicht die eigene Leistung allein, sondern vor allem diese aberkannte Situation verhinderte aus seiner Sicht den Auswärtssieg.

Später Ausgleich sorgt für Ärger, Tabellenplatz bleibt dennoch stark

Weil das zweite Tor ausblieb, blieb Türnitz bis zum Ende im Spiel und kam in der Nachspielzeit noch zum Ausgleich. In der 92. Minute traf Janis Stambolidis zum 1:1 und rettete den Gastgebern damit noch einen Punkt. Auch bei dieser Szene hatte Nikic eine klare Meinung und sprach von einer weiteren Entscheidung, die er nicht teilen konnte. Er schilderte, dass einem Foul auf der Mittellinie ein schnell ausgeführter (Ball war in Bewegung anstatt zu ruhen wie es bei einem Freistoß normal ist) ruhender Ball gefolgt sei, ehe über die rechte Seite die Flanke zum Ausgleich kam. „Für mich waren das zwei sehr schwere Fehler, und beide waren spielentscheidend“, sagte er. Trotz des großen Ärgers fand der Neulengbacher Funktionär auch Worte für den Gegner. „Türnitz hat seine Sache an diesem Tag gut gemacht, hat sich gut dagegen gestemmt und relativ gut verteidigt“, meinte Nikic. Für Neulengbach bleibt damit ein Punkt, der im ersten Moment bitter schmeckte. In der Tabelle hält Neulengbach nach sechs Runden dennoch bei 16 Zählern und bleibt ganz vorne dabei, auch wenn man dieses 1:1 in Türnitz aus Gästesicht klar als verpassten Sieg einordnete. „Wir hoffen am Samstag beim Spitzenspiel auf ein volles Haus und viel Unterstützung von den Rängen. Kommt in Tracht und besucht unser Oktoberfest.“ 

2. Klasse Traisental: Türnitz : Neulengbach - 1:1 (0:0)

  • 92
    Janis Stambolidis 1:1
  • 70
    Edison Thaqi 0:1