In der 2. Klasse Triestingtal hat sich 1. SC Sollenau am Freitagabend von ATSV Teesdorf mit 0:0 getrennt. Für Trainer Denis Muratovic fühlte sich dieser Punkt aber nicht wie ein gewöhnliches Remis an. Aus seiner Sicht war seine Mannschaft über weite Strecken das klar aktivere Team, ließ wenig zu und hatte genug Möglichkeiten, um die Partie in Runde zwei für sich zu entscheiden.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Muratovic beschrieb die Anfangsphase als kurze Orientierungszeit, danach sah er seine Mannschaft klar am Drücker. „Wir waren von Anfang an sehr dominant und hatten einen ganz klaren Spielplan. Die ersten zwanzig Minuten waren ein bisschen ein Abtasten, aber danach hatten wir den Gegner so gut wie möglich im Griff“, sagte der Trainer. Zur Pause stand es zwar weiter 0:0, doch aus Sollenauer Sicht war das schon eher ein Ausdruck der mangelnden Chancenverwertung als eines ausgeglichenen Spiels. Der Coach sprach von mehreren guten Möglichkeiten schon vor dem Seitenwechsel und hob dabei vor allem hervor, dass Teesdorf kaum richtig ins Spiel fand. „Der Gegner kam nicht wirklich zum Zug“, sagte Muratovic und machte damit klar, dass ihn weniger das Resultat als vielmehr die fehlende Belohnung für den Aufwand störte.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb Sollenau laut seinem Trainer die spielbestimmende Mannschaft. „In der zweiten Halbzeit waren wir dann absolut spielbestimmend. Von Teesdorf kamen nur mehr Entlastungsangriffe“, schilderte Muratovic den weiteren Verlauf. Besonders eine Szene um die 60. Minute blieb ihm dabei hängen. Ein Sollenauer Treffer wurde wegen Abseits aberkannt, eine Entscheidung, die der Trainer klar anders beurteilte. „Wir hatten da eine gute Situation rausgespielt. Er kam von hinten und stand niemals im Abseits. Wir haben uns das auch auf Video angeschaut“, sagte Muratovic. Gleichzeitig vermied er scharfe Kritik an der Schiedsrichterin. „Kein Vorwurf an die Schiedsrichterin. Sie hat sonst eine gute Spielleitung gemacht, aber in der entscheidenden Situation leider einen Fehlpfiff gehabt.“ Für Sollenau war das eine jener Szenen, die diesen Abend aus Sicht der Gastgeber so unerquicklich machten, weil zur spielerischen Überlegenheit eben kein zählbarer Ertrag dazukam.
Dass am Ende trotzdem nur ein Punkt herausschaute, erklärte Muratovic vor allem mit der fehlenden Konsequenz vor dem Tor. „Schlicht und ergreifend die Kaltschnäuzigkeit vorm Tor“, sagte er auf die Frage, was seiner Mannschaft zum Sieg gefehlt habe. Er sprach sogar von „drei, vier hundertprozentigen Torchancen“, die man „einfach machen muss“. Ganz konkret nannte er eine große Möglichkeit von Julian Tauchner fünf Minuten vor dem Ende sowie eine weitere Chance von Daniel Schmidt kurz vor Schluss. Dazu kam nach seiner Darstellung schon in der ersten Halbzeit einiges an Offensivaktionen, die Teesdorfs Schlussmann stark entschärfte. Entsprechend fiel das Fazit des Trainers zweigeteilt aus: „Die Arbeit gegen den Ball hat super funktioniert. Die Zuteilung, die Staffelung, Wille und Leidenschaft waren alle vorhanden. Mit dem Ball müssen wir im letzten Drittel noch effizienter werden.“ Genau darin lag für ihn der Unterschied zwischen einem ordentlichen Auftritt und dem verpassten Dreier.
So widersprüchlich ein torloses Remis nach klarer Überlegenheit auch wirken mag, Muratovic wollte den Abend am Ende nicht nur negativ lesen. Er attestierte seiner Mannschaft eine gute Entwicklung und sprach mehrmals davon, dass in dieser Gruppe bereits einiges zusammenpasse. „Die Mannschaft ist super drauf, hat ein tolles Gesicht und eine super Chemie innerhalb der Mannschaft“, sagte er. Auch den Gegner ordnete er respektvoll ein: Teesdorf sei „jung, dynamisch, mit zwei, drei routinierten Spielern“, habe aber wegen der guten Sollenauer Vorbereitung kaum in seinen gewohnten Aufbau gefunden und deshalb „großteils nur lange Bälle schlagen“ können. Unterm Strich blieb für den Trainer daher trotz des Ärgers über das 0:0 und die ausgelassenen Chancen ein positiver Grundton. „Ich bin trotzdem zufrieden. Wir haben zwei Spiele und zweimal einen Punkt geholt. Im Vergleich zur letzten Saison ist das überragend. Uns kann man nicht gleich schlagen, wir sind nicht gleich zu schlagen. Wir haben ein gutes Kollektiv und darauf kann ich aufbauen.“