In der 2. Klasse Triestingtal endete das Derby zwischen ATSV Teesdorf und dem SC Günselsdorf mit 1:1. Teesdorf lag nach dem frühen Treffer von Lukas Manhart voran, kassierte aber kurz vor der Pause den Ausgleich durch Daniel Reiner. Trainer Stefan Wagner sah auf beiden Seiten Chancen, sprach nach dem Spiel aber vor allem über das altbekannte Problem seiner Mannschaft: „Die Chancen waren da, gemacht haben wir sie leider nicht.“

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Stefan Wagner hatte nach dem Abpfiff genug Stoff, um von einem echten Unterhaus-Derby zu sprechen. „Es war ein klassisches Derby, mit viel Kampf, viel Leidenschaft, hin und her und Chancen auf beiden Seiten“, sagte der Teesdorf-Trainer. Der Start lief für seine Mannschaft dabei nach Wunsch. Schon in der 4. Minute brachte Lukas Manhart die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Wagner sprach von einem guten Angriff und sah danach sogar die große Möglichkeit, die Partie früh in eine klarere Richtung zu lenken. Gerade in der ersten Halbzeit sei mehr drinnen gewesen, weil Teesdorf noch die Möglichkeiten gehabt habe, auf 2:0 oder sogar 3:0 zu stellen. Genau das blieb aber aus, und damit blieb Günselsdorf im Spiel.
Dass sich das aus Teesdorfer Sicht rächen sollte, zeigte sich unmittelbar vor dem Seitenwechsel. In der 44. Minute glich Daniel Reiner für die Gäste zum 1:1 aus, und genau dieser Zeitpunkt ärgerte Wagner besonders. „Direkt vor der Pause haben wir aus einer Standardsituation im schlechtesten Moment den Ausgleich bekommen“, sagte er. Nach dem Wechsel änderte sich das Bild laut dem Teesdorf-Coach nur bedingt. Es blieb umkämpft, es blieb intensiv, und es blieb eine Partie, in der auf beiden Seiten noch der eine Treffer möglich gewesen wäre. Teesdorf hatte nach Wagners Schilderung die Chance, wieder in Führung zu gehen, als ein Spieler alleine auf den Tormann zulief. Auf der anderen Seite musste seine Mannschaft aber ebenso eine brenzlige Phase überstehen, dazu kam noch ein Lattenkopfball der Gäste.
Gerade deshalb fiel Wagners Bilanz differenziert aus. Über weite Strecken sah er zwar eigene Möglichkeiten auf den Sieg, in der Schlussphase aber war Günselsdorf aus seiner Sicht näher dran. „Dem Ende zu muss man fast sagen, dass Günselsdorf näher dran war am Sieg“, meinte er offen. Das Remis sei deshalb „im Großen und Ganzen in Ordnung, wenn man die Chancen auf beiden Seiten heranziehe, aber vielleicht wird ja auch der gegnerische Trainer noch befragt, denn dieser hatte während und nach dem Spiel sowieso seine eigene Meinung zum Spiel und zu uns." Gleichzeitig blieb beim ATSV das Gefühl, dass mehr möglich gewesen wäre. Wagner machte dafür weniger das Derby an sich verantwortlich als die Dinge, die seine Mannschaft zuletzt besser gelöst hatte. „Wir haben uns ein bisschen die Schneid abkaufen lassen“, sagte er. Dazu sei sein Team in den Zweikämpfen nicht so aggressiv gewesen wie der Gegner, habe den Ball zu wenig laufen lassen und insgesamt zu wenig Bewegung ins eigene Spiel gebracht. Auch der Mut am Ball habe gefehlt, obwohl genau das die Mannschaft in den vergangenen Wochen eigentlich ausgezeichnet habe.
Am deutlichsten wurde der Teesdorf-Trainer bei der Ursachenforschung vor dem Tor. „Wenn wir unsere Chancen besser nutzen, hätten wir den Sieg eher holen können“, sagte Wagner, und genau darin sah er keinen einmaligen Ausrutscher. „Das zieht sich schon wie ein roter Faden durch die ganze Hinrunde.“ So bleibt für Teesdorf nach dem 1:1 ein Punkt, der zwar nicht unverdient ist, aber auch nicht wirklich zufriedenstellen kann. Strittige Szenen habe es laut Wagner zwar einige gegeben, mit der Schiedsrichterleistung sei er nicht glücklich gewesen, gleichzeitig betonte er aber auch, dass keine der beiden Mannschaften bevorzugt worden sei. In der Tabelle steht der ATSV nach zehn Runden mit 15 Punkten auf Rang fünf, Günselsdorf hält bei 11 Zählern auf Platz acht. Wagners Schlusswort passte deshalb gut zu diesem Derbyabend: „Zum Schluss müssen wir froh sein, dass wir das 1:1 nach Hause gebracht haben.“