In der 2. Klasse Triestingtal hat der 1. SC Sollenau gegen SG Weissenbach/Klausen-L./A. KM II nach 0:1 zur Pause noch ein 3:3 geholt. Trainer Denis Muratovic sprach danach von einer starken Reaktion seiner Mannschaft, die nach dem Ausschluss in Minute 35 und einem 1:3-Rückstand trotzdem noch zurückkam. Für ihn war vor allem die Moral der Gastgeber der große Punkt dieses Abends.

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Aus Sicht von Sollenau begann die Partie so, wie es sich Muratovic gewünscht hatte. Seine Mannschaft kam nach seinen Worten wieder früh zu Möglichkeiten, ließ diese aber ungenützt. „Wir haben gut gestartet und sind wie in jedem Spiel in den ersten 15, 20 Minuten zu zwei, drei Torchancen gekommen, haben die nicht verwertet“, sagte der Trainer. Genau das zog sich für ihn dann auch durch den weiteren Abend. Denn obwohl die Gastgeber nach seiner Einschätzung bis in die Schlussphase der ersten Halbzeit wenig zuließen, ging Weissenbach in Minute 31 mit 1:0 in Führung. Patrick Habeler traf für die Gäste, und Muratovic ärgerte dabei vor allem, dass der Treffer nach einem Standard fiel. „Bis dahin haben wir nichts zugelassen. Dann kommt der Gegner mit einer Chance zum 1:0“, hielt er fest. Nur wenige Minuten später wurde es noch unangenehmer: In Minute 35 gab es Rot gegen Sollenau, laut offiziellem Spielbericht gegen Raphael Schuster. Für Muratovic war genau diese Szene der erste große Einschnitt.
Was nach der Pause folgte, war aus Sicht der Heimischen die beste Antwort auf eine bis dahin schwierige Partie. Samed Özmen glich schon in der 49. Minute zum 1:1 aus und brachte Sollenau damit sofort wieder ins Spiel zurück. Lange hielt das Gleichgewicht aber nicht, denn Weissenbach legte innerhalb weniger Minuten nach. Raphael Sladek stellte in Minute 59 auf 2:1 für die Gäste, Badri Hassan erhöhte zwei Minuten später auf 3:1. Gerade dieses dritte Gegentor blieb Muratovic im Kopf, weil er es als besonders unglücklich wahrnahm. Er sprach von einer „abgerissenen Flanke, die über den Tormann hinweg ins lange Eck“ gegangen sei. Entscheidend war aus Sollenauer Sicht dann, dass die Mannschaft auch diesen Rückschlag nicht annahm, sondern weitermachte. Alexander Secco verkürzte in Minute 65 auf 2:3, Daniel Hardt stellte in Minute 73 auf 3:3. „In Unterzahl 3:1 zurück und noch einmal so zurückzukommen, ist Wahnsinn“, sagte Muratovic. Noch deutlicher wurde er mit einem Satz, der den Abend aus seiner Sicht gut zusammenfasste: „Man hat nicht gemerkt, dass der Zweite gegen den Vorletzten spielt. Es war kein Unterschied.“
Bei aller Freude über die Aufholjagd machte der Sollenau-Trainer nach dem Spiel auch klar, was ihn am meisten beschäftigte. „Den Unterschied hat für mich glasklar die Rote Karte in der 35. Minute gemacht, weil wir zu dem Zeitpunkt sehr, sehr gut in der Partie waren“, sagte Muratovic. Die Leistung des Schiedsrichters bewertete er insgesamt als „durchschnittlich mit Höhen und Tiefen“, bei dieser einen Szene habe ihm aber „ein bissl Fingerspitzengefühl“ gefehlt. Gleichzeitig blieb er bei der Einordnung des Ergebnisses fair. Er verwies darauf, dass beide Mannschaften Möglichkeiten auf den Sieg hatten. Weissenbach traf einmal die Stange, Sollenau kurz vor Schluss ebenfalls. Deshalb sagte Muratovic auch ausdrücklich: „Unterm Strich kann man sagen, das 3:3 geht so in Ordnung.“ Was ihn auf Sollenauer Seite dennoch weiter begleitet, ist die fehlende Belohnung im letzten Drittel. „Wir belohnen uns einfach nicht“, meinte er. Gerade in den Anfangsphasen der Spiele wären seine Leute oft schon in der Lage, mit 1:0 oder 2:0 in Führung zu gehen. Dass das nicht passiert, zieht sich für ihn wie ein roter Faden durch die Saison.
Trotzdem überwog bei Muratovic nach dem Schlusspfiff nicht die Enttäuschung, sondern der Respekt vor der eigenen Mannschaft. „Die Moral, die Einstellung, der Wille, die Leidenschaft – das passt“, sagte er und hob den Charakter der Truppe besonders hervor. Sollenau sei noch immer in einer Lernphase, weil die Mannschaft frisch zusammengewürfelt worden sei. Gerade deshalb wertete er den Punkt gegen den Tabellenzweiten als Bestätigung dafür, dass in dieser Gruppe mehr steckt, als es der Tabellenplatz zeigt. Auch den Gegner ordnete er klar ein: Weissenbach sei „gut im Umschaltspiel“ gewesen und „sehr schnell auf den Außenbahnen“, also genau so, wie er es erwartet habe. Zum Schluss nutzte Muratovic das Gespräch noch für eine persönliche Botschaft. Er schickte Abdiwahid Abdi nach dessen Verletzung beste Genesungswünsche und betonte, dass in dem Zweikampf keinerlei Absicht gesteckt habe. Sportlich nahm er aus dem Abend vor allem mit, dass seine Mannschaft lebt. „Wenn wir uns finden, haben wir die Qualität. Wir werden in der Rückrunde sicher die eine oder andere Mannschaft ärgern“, sagte der Sollenau-Coach.