In der 2. Klasse Wachau/Donau hat SC Traismauer am Freitagabend gegen SV Neuaigen einen 0:1-Rückstand noch in einen 2:1-Heimsieg gedreht. Nach torloser erster Hälfte brachte Daniel Rössler die Gäste voran, ehe Görkem Özen und Nicolos Dzjalaganija die Partie spät noch kippten. Trainer Sebastian Wandl sprach danach von einem verdienten Erfolg und sah im Ausgleich den entscheidenden Moment: "Das 1:1 war der Dosenöffner für uns."

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Wandl schilderte einen Abend, an dem seine Mannschaft zunächst einiges zu lösen hatte. "Es war zu Anfang eine sehr ausgeglichene Partie", sagte der Traismauer-Coach und hob dabei vor allem den Zugriff der Gäste hervor. Neuaigen habe sofort angepresst und sein Team mit dieser Taktik durchaus überrascht. Gerade deshalb fiel sein Urteil über den Gegner deutlich aus. Man müsse Neuaigen "auf jeden Fall ein Kompliment aussprechen", weil die Gäste es "sehr, sehr gut gemacht" hätten. Traismauer wollte zwar dort anknüpfen, wo die Mannschaft in der Vorwoche aufgehört hatte, fand aber gerade zu Beginn nicht sauber in den eigenen Rhythmus. Trotzdem gelang es den Gastgebern laut Wandl, aus den Drucksituationen heraus selbst zu Chancen zu kommen. Weil auch Neuaigen auf der anderen Seite Möglichkeiten hatte, ging es mit einem folgerichtigen 0:0 in die Pause. Als Daniel Rössler in der 50. Minute das 0:1 erzielte, stand Traismauer damit plötzlich vor einer echten Bewährungsprobe.
Die Antwort der Gastgeber kam nicht sofort, aber sie kam genau in der Phase, in der das Spiel zu kippen begann. Traismauer lief lange dem Rückstand nach, ehe der eingewechselte Görkem Özen in der 83. Minute zum 1:1 traf. Für Wandl war das kein gewöhnlicher Treffer, sondern der Wendepunkt des Abends. Er sprach von einer "wunderschönen Aktion" und meinte, es habe fast so sein müssen, dass ein frischer Spieler seiner Mannschaft die Tür öffnet. Genau so fühlte sich diese Szene für ihn an. "Das 1:1 war der Dosenöffner für uns", sagte der Trainer, und diese Einschätzung passte zur Schlussphase. Denn nur vier Minuten später machte Nicolos Dzjalaganija mit dem 2:1 die Wende komplett. Für Wandl stand danach fest, dass seine Mannschaft "keine Zweifel mehr gelassen" habe, wer an diesem Abend als Sieger vom Platz geht.
Besonders aufschlussreich war nach dem Spiel, worauf Wandl seinen Blick richtete. Er sprach die Schwierigkeiten offen an und machte kein Geheimnis daraus, dass spielerisch nicht alles nach Wunsch lief. "Wir konnten nicht in unseren Rhythmus finden", sagte er und ergänzte, dass seine Mannschaft Probleme hatte, aus der Defensive in die Offensive zu kommen. Auch Bälle vor die gegnerische Innenverteidigung zu bringen, sei nicht leicht gewesen. Umso wichtiger war für ihn, dass seine Elf nicht die Geduld verlor. "Meine Mannschaft gibt niemals auf, glaubt an ihre Stärken und weiß, dass wir auch einen Rückstand irgendwie aufholen können", sagte Wandl. Genau darin sieht er derzeit die größte Qualität seiner Mannschaft. Immer wieder betonte er die mannschaftliche Geschlossenheit, die nicht nur bei den elf Startern aufhöre. "Es sind nicht nur elf Spieler, sondern vierzehn, fünfzehn, die alles geben für den Erfolg", erklärte der Trainer. Dieses Miteinander sei aktuell das größte Plus von Traismauer.
Dass Traismauer am Ende als Sieger vom Platz ging, nahm Wandl nicht zum Anlass, den Gegner kleiner zu reden. Im Gegenteil. Neuaigen habe "sehr hart, aber nicht unfair" gespielt, vorne mutig angelaufen und mit einer klaren Idee agiert. Gerade diese gesunde Härte und das konsequente Pressing machten die Gäste aus seiner Sicht so unangenehm. Sie zwangen Traismauer immer wieder zu langen Bällen und hielten die Partie lange offen. Wandl zeigte sich überzeugt, dass Neuaigen in dieser Saison noch einige Mannschaften überraschen werde. Auch den Schiedsrichter nahm er ausdrücklich in Schutz und lobte eine "super Partie", obwohl viele Entscheidungen naturgemäß diskutiert werden könnten. Für Traismauer bleibt unter dem Strich ein Start mit sechs Punkten aus zwei Spielen. Wandl erinnerte zudem daran, wie wichtig der geschlossene Auftritt seiner Mannschaft aktuell ist. "Das Kollektiv entscheidet bei uns, und das macht uns gerade so stark", sagte er zum Abschluss.