In der 2. Klasse Wachau/Donau hat 1. FC Union Stein am sechsten Spieltag gegen SG Haitzendorf/Grafenwörth II mit 6:1 gewonnen und schon vor der Pause alles auf Sieg gestellt. Trainer Thomas Hennebichler machte vor allem das frühe 1:0 als Schlüssel aus, weil Stein mit hohem Anlaufen kaum etwas zuließ und die eigenen Chancen diesmal deutlich konsequenter nutzte als zuletzt.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Stein setzte die Linie des Trainers vom Anpfiff weg konsequent um. Die Gastgeber waren sofort im Spiel, liefen hoch an und drückten die Gäste früh zurück. Hennebichler schilderte den Beginn entsprechend klar: "Wir sind gut gestartet und haben uns sehr früh in der gegnerischen Hälfte festsetzen können. Das war der Plan, hoch anzulaufen, früh draufzugehen." Besonders wichtig war ihm dabei, dass seine Mannschaft die bekannten Stärken des Gegners gar nicht erst zur Entfaltung kommen ließ. "Wir wussten, dass sie mit den tschechischen Spielern eine sehr starke Achse haben. Sobald diese Positionen Luft bekommen, kommen sie ins Spielen und haben Qualität. Das haben wir über die gesamte erste Halbzeit verhindert." Dass Stein schon in der 15. Minute durch Khaled Alsaid in Führung ging, passte perfekt zu dieser Anfangsphase. Alsaid legte in Minute 24 das 2:0 nach, Sebastian Berger erhöhte in der 29. Minute auf 3:0, und Julius Steiner sorgte in der 33. Minute bereits für den 4:0-Halbzeitstand. Für Hennebichler war damit die Richtung der Partie früh vorgegeben: "Das 1:0 war der Dosenöffner. Gegen einen Gegner, der mit jeder Minute stärker wird, wenn es lange 0:0 steht, haben wir das Spiel damit gleich in eine Richtung gelenkt."
Zum klaren Vorsprung kam noch dazu, dass Stein vor dem Tor auffallend konsequent war. Auch das sprach der Trainer offen an, weil genau dieser Punkt zuletzt nicht immer so sauber funktioniert hatte. "Wir waren an diesem Tag ein bisschen kaltschnäuziger, als wir es gewohnt sind", sagte Hennebichler. Nach der Pause blieb die Partie aber nicht durchgehend auf demselben Niveau. Die Gäste verkürzten in der 54. Minute durch Matthias Schwarz auf 4:1, und genau in dieser Phase fehlte dem Stein-Coach die gewohnte Schärfe seiner Mannschaft. "Die erste Halbzeit war wirklich stark. Wir haben mit hoher Intensität gespielt, auch beim 3:0 noch. Das habe ich dann zwanzig, fünfundzwanzig Minuten in der zweiten Halbzeit sehr vermisst", erklärte er. Dass ihn dieser Abschnitt störte, sagte er deutlich: "Ich bin nicht einverstanden, dass das Pferd nur so hoch springt, wie es muss. Wir wollen unserem Spielstil treu bleiben. Wir wollen Intensität in unserem Spiel." Ganz verloren ging die Kontrolle aber nicht. In der Schlussphase machte Stein das Resultat wieder so klar, wie es sich schon vor der Pause angekündigt hatte. Alexander Graf traf in der 83. Minute zum 5:1, und Sebastian Berger setzte mit seinem zweiten Tor in der 85. Minute den Schlusspunkt zum 6:1.
Bemerkenswert war aus Sicht des Trainers auch, wie variabel seine Mannschaft zu den Toren kam. Stein war nicht nur über das Anlaufen und das frühe Stören erfolgreich, sondern nutzte mehrere Wege nach vorne. "Es waren Standardsituationen dabei, was eher unüblich für uns ist. Aber wir haben uns da klar verbessert und das besser gemacht als in den letzten Wochen", sagte Hennebichler. Dazu kamen die gewohnten Angriffe über außen, die diesmal ebenfalls gut funktionierten. "Ganz übliche Tore: Spiel über die Seite, Ball ins Zentrum und ein Steckpass auf unsere Flügelspieler. So sind wir immer wieder zu guten Chancen gekommen und auch zu den Toren." Den Gegner wollte er trotz des deutlichen Ergebnisses nicht kleiner machen, als er ist. "Man merkt, dass sie besser spielen können, wenn man ihnen Raum gibt. Wir waren gut auf das Match vorbereitet und haben das absolut nicht zugelassen. Ich bin sicher, dass diese Mannschaft noch einige Punkte holen wird, wenn diese starke Achse Luft zum Atmen bekommt." Diskussionsstoff sah der Trainer kaum. Einen möglichen Elfmeter für sein Team stufte er beim Stand von 5:1 selbst als Nebensache ein, dafür fand er klare Anerkennung für den Unparteiischen: "Der Schiedsrichter hat das gut gemacht, unglaublich gut mit den Spielern kommuniziert und seine Entscheidungen immer begründen können." Für Stein ist dieser Heimsieg damit nicht nur wegen der sechs Treffer wertvoll. Nach sechs Runden hält die Mannschaft bei neun Punkten, und vor allem die starke erste Halbzeit liefert den Gastgebern einen klaren Maßstab für die kommenden Aufgaben.