Spielberichte

„Wir haben ein Spiel 2:0 verloren, das man eigentlich 3:0 gewinnen muss“ – Stein lässt in Traismauer alles liegen

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SC Traismauer
FC Union Stein

In der 2. Klasse Wachau/Donau hat der SC Traismauer am Freitagabend den 1. FC Union Stein mit 2:0 besiegt. Zur Pause stand es noch 0:0, ehe Nicolos Dzjalaganija in Minute 70 und Güney Yilmaz in Minute 90 trafen. Steins Trainer Thomas Hennebichler sprach danach von einer Niederlage, die sich aus seiner Sicht völlig verkehrt anfühlte, weil seine Mannschaft die Partie lange im Griff hatte.

Pinker Fußball neben Torstange

Foto von Joshua Hoehne auf Unsplash

Bis zur 60. Minute am Drücker, aber ohne Ertrag

Für Hennebichler war die Geschichte dieses Abends schnell erzählt, und genau deshalb fiel seine Einordnung auch so deutlich aus. „Wir haben ein Spiel 2:0 verloren, das man eigentlich 3:0 gewinnen muss“, sagte der Trainer der Gäste. Vor allem bis zur 60. Minute habe Stein den Gegner „eigentlich vollständig kontrolliert“. Seine Mannschaft war nach seiner Schilderung das aktivere Team, hatte mehr vom Spiel und kam zu den klareren Möglichkeiten. Besonders schwer wog dabei, dass gleich drei hundertprozentige Chancen ungenützt blieben. Zweimal, so Hennebichler, sei sogar der Torhüter schon geschlagen gewesen, trotzdem habe seine Mannschaft das leere Tor nicht getroffen. Dazu kamen noch weitere gute Aktionen und Halbchancen. Dass es mit einem 0:0 in die Pause ging, war aus Sicht des Trainers deshalb nicht Ausdruck eines ausgeglichenen Spiels, sondern vor allem Folge der fehlenden Belohnung vor dem Tor.

Ein Freistoß als Wendepunkt

So lange Stein das 0:0 mitschleppte, blieb Traismauer im Spiel, und genau darin sah Hennebichler später den entscheidenden Punkt. „Wir haben den Gegner am Leben gelassen, weil wir das Tor nicht gemacht haben“, sagte er. Dann kam in der 70. Minute der Moment, der die Partie auf die Seite der Gastgeber kippen ließ: Nicolos Dzjalaganija traf zum 1:0 für Traismauer. Für den Steiner Trainer war das kein Gegentor aus einer längeren Druckphase, sondern ein Einzelmoment, der das Spiel drehte. „Der Knackpunkt war dann das 1:0 durch einen Freistoß, der super geschossen war. Das war ein unglaublich guter Freistoß“, meinte Hennebichler. Gleichzeitig blieb er bei seiner Grundanalyse: Wären ein oder zwei der großen Möglichkeiten davor im Netz gelandet, wäre dieses Tor wohl nicht mehr spielentscheidend geworden. „Hätten wir zumindest zwei der drei Hunderter gemacht, wäre der Gegner mausetot gewesen“, brachte er seine Sicht klar auf den Punkt.

Im Zentrum zunächst Probleme, sonst viel richtig gemacht

Interessant war dabei, dass Hennebichler seiner Mannschaft abseits des Ergebnisses nur wenige Vorwürfe machte. Ein Aspekt, den er ansprach, war das Zentrum. Dort habe sich Stein anfangs schwergetan, weil Traismauer „sehr variabel“ gewesen sei. Der Gegner sei einmal abgekippt, dann wieder tief gegangen oder auf die Seite ausgewichen. Das habe die Zuordnungen nicht immer einfach gemacht. Entscheidend für den Trainer war aber, dass sich seine Mannschaft auch in diesem Punkt steigerte. „Es wurde dann besser“, sagte er. Insgesamt habe „eigentlich alles bis vors Tor geklappt“. Weder in den Zweikämpfen noch in der Arbeit gegen den Ball habe er größere Probleme gesehen. Gleichzeitig zollte Hennebichler dem Gegner Respekt, weil Traismauer trotz Unterlegenheit in der ersten Stunde nicht aufhörte anzulaufen, die Lücken zu schließen und in die Duelle zu kommen. Dazu passte auch sein Urteil über die Spielleitung. Eine mögliche Strafraumszene konnte er selbst nicht gut beurteilen, den Unparteiischen lobte er aber ausdrücklich: „Der Schiedsrichter war sehr gut. Er hat das richtig, richtig gut gelöst.“

Weil Stein aufmachte, fiel auch noch das zweite Tor

Nach dem Rückstand musste Stein mehr riskieren, und damit veränderte sich auch das Spiel in der Schlussphase. Hennebichler erklärte, dass seine Mannschaft „schon ziemlich aufgemacht“ habe. In dieser Phase fiel dann in Minute 90 auch das 2:0 für Traismauer durch Güney Yilmaz. Der Trainer schilderte die Entstehung als Spielzug über die linke Seite mit einem flachen Abschluss aufs Tor. Beim Verhalten seines Torhüters sprach er davon, dass dieser sich „etwas verschätzt“ habe, verwies aber zugleich auf die Bedingungen. Der Untergrund sei nass gewesen und gerade bei flachen Bällen schwierig. Für die Gesamtbewertung war das für Hennebichler dennoch nur Nebensache. „Das ist völlig irrelevant, weil wir an diesem Tag absolut nicht in der Lage waren, ein Tor zu erzielen“, sagte er. Genau darin lag für ihn die Erklärung dieser 0:2-Niederlage: viel Kontrolle, viele gute Szenen, aber kein Ertrag dort, wo Spiele entschieden werden.

2. Klasse Wachau/Donau: Traismauer : FCU Stein - 2:0 (0:0)

  • 90
    Güney Yilmaz 2:0
  • 70
    Nicolos Dzjalaganija 1:0