Nach dem Duell der SG Waldhausen/Gloxwald beim SV Lichtenau in der 2. Klasse Waldviertel Süd/Yspertal ordnete Trainer Michael Naderer den Auswärtssieg bemerkenswert selbstkritisch ein. Er sprach von einem Auftritt seiner Mannschaft „bei Weitem nicht bei hundert Prozent“, lobte die Aggressivität und gute Einstellung des Gegners und bezeichnete den späten Erfolg als „Sieg der glücklichen Art“. Stimmung und Tenor: Anerkennung für Lichtenau, gepaart mit klarer Selbstanalyse und dem Blick auf personelle Sorgen.

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Naderer machte keinen Hehl daraus, wie schwer sich sein Team tat: „Lichtenau hat eine sehr gute, junge und engagierte Mannschaft, die an diesem Tag taktisch hervorragend eingestellt war. Sie waren aggressiv, haben uns kaum ins Spiel kommen lassen und unsere Stärken neutralisiert.“ Im Kern ging es für Waldhausen/Gloxwald um fehlende Präzision und Konsequenz: „Wir haben uns viele Chancen erarbeitet, waren im Abschluss aber zu ungenau und nicht entschlossen genug, weil wir an diesem Tag bei Weitem nicht bei 100 Prozent waren.“ Sein Eindruck eines offenen Spiels mit vielen Momenten im Strafraum deckte sich mit dem Geschehen: „Es war ziemlich ausgeglichen, richtig zwingende Chancen eher selten.“ Zudem hob er den Gastgeber hervor: „Der Verein ist für mich ein Vorzeigeverein. Sie spielen mit lauter eigenen Spielern, haben eine super Anlage – auch die Herangehensweise ans Spiel war sehr gut.“
Die erste Hälfte blieb torlos, zur Pause stand es 0:0 – viele Halbchancen, wenig Zwingendes auf beiden Seiten. Nach Wiederbeginn setzte Waldhausen/Gloxwald das erste Ausrufezeichen: Elias Sponseiler stellte in der 69. Minute auf 1:0. Lichtenau antwortete jedoch, Lukas Höllriegl glich in der 79. Minute zum 1:1 aus. Warum sein Team in dieser Phase nicht souveräner agierte, erklärte Naderer mit Tempodefiziten und fehlender Schärfe: „Wir haben unsere Stärken in Spielkontrolle und Ballbesitz nicht ausgespielt, waren zu langsam, machten zu wenige tiefe Läufe und wirkten im Abschluss nicht entschlossen.“ Den Schlusspunkt setzte schließlich Thomas Steindl, der in der 87. Minute das 2:1 fixierte – für Naderer der Inbegriff des späten, etwas glücklichen Moments: „Am Ende hatten wir mit dem Treffer in der 87. Minute das nötige Quäntchen Glück.“
Eine Einzelleistung wollte Naderer nicht herausheben: „Einen Mann des Spiels gab es nicht – wir haben als Mannschaft insgesamt nicht gut agiert.“ Personell dämpfen Ausfälle die Stimmung: „Wir beklagen weiterhin den längeren Ausfall von Julian Wurzer, der sich Anfang März das Seitenband im Knie eingerissen hat. Unser zweiter Tormann hat sich zudem eine schwere Knieverletzung zugezogen und wird voraussichtlich bis zum Sommer fehlen. Und beim Spiel in Lichtenau hat sich leider der gerade erst zurückgekehrter Spieler Elias Sponseiler erneut schwer verletzt und fällt wieder einige Wochen aus.“
Zum Schluss richtete Naderer einen persönlichen Gruß aus: „Ich wünsche Elias im Namen der gesamten Mannschaft und des Vereins gute Besserung. Es ist bereits die dritte schwere Verletzung innerhalb eines Jahres – er ist ein super Kerl und ein sehr guter Fußballer, das tut weh.“