In der 2. Klasse Waldviertel Süd/Yspertal holte der USV Kirchschlag/Waldv. mit einem abgeklärten 3:1-Auswärtssieg beim SKV St. Oswald drei wichtige Zähler. Eine frühe Führung gab den Ton an, zur Pause stand es 0:2. Nach einem Standard kam St. Oswald noch einmal heran, doch spät legten die Gäste erneut nach und machten alles klar. Trainer Manuel Müller sprach von einer starken Defensivleistung, haderte aber auch mit der Chancenverwertung und zwei Stangenschüssen: Ein Sieg mit Luft nach oben – genau so mögen es Trainer oft.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Kirchschlag erwischte den besseren Start und legte nach nur acht Minuten vor: Mario Blabensteiner war im Zentrum frei und vollendete trocken zum 0:1. Manuel Müller bestätigte, wie wichtig dieser Auftakt war: "Unser schneller Führungstreffer hat uns gut in die Karten gespielt." Zu Beginn lief bei den Gästen viel über Ruhe am Ball und klare Wege nach vorne, St. Oswald kam kaum zur Entfaltung. In Minute 27 schlug Christopher Hick zu und erhöhte auf 0:2 – ein Treffer aus einer schönen Kombination, der die Spielkontrolle weiter auf Kirchschlager Seite zog. "Beim 1:0 haben sie im Zentrum Mario Blabensteiner übersehen, er hatte freie Bahn und hat mit einem flachen Abschluss getroffen", erklärte Müller und machte damit klar, wie konsequent sein Team in der Anfangsphase agierte. Bis zur Pause ließen die Gäste hinten wenig zu und nahmen den komfortablen Vorsprung mit in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Spiel ein wenig. "In der zweiten Halbzeit haben wir etwas an Spielfreude verloren und den Gegner wieder rankommen lassen", gab Müller offen zu. St. Oswald nützte die Gelegenheit und verkürzte in der 68. Minute – Hannes Reutner traf nach einem Standard zum 1:2. "Oswald hat bei einem Standard die Chance genutzt, danach hat man gesehen, dass sie den Ausgleich wollten", ordnete der Kirchschlag-Trainer ein. Seine Elf hielt jedoch dagegen: "Wir haben alles gut wegverteidigt und haben nichts zugelassen." Wer gehofft hatte, die Heimischen könnten das Spiel komplett drehen, wurde in der Schlussphase eines Besseren belehrt. In Minute 86 war erneut Christopher Hick zur Stelle und stellte mit seinem zweiten Treffer an diesem Tag auf 1:3 – genau jener Moment, den Müller so zusammenfasste: "Mit dem 3:1 haben wir die Sache klargemacht." Der Heimtormann hat sie lange im Spiel gehalten und unsere Offensive zum verzweifeln gebracht.
In seiner Analyse legte Manuel Müller den Finger auf zwei zentrale Punkte: "Der entscheidende Moment war, dass wir Oswald kaum zu Chancen kommen ließen und dass wir, spät aber doch, unsere Chancen gemacht haben." Gleichzeitig hob er die eigene Spielanlage hervor: "Wir waren in den Zweikämpfen und im Spiel nach vorne einfach stärker als der Gegner." Ganz zufrieden war der Coach trotzdem nicht. Zu oft blieb der letzte Pass hängen, zu selten wurde aus guten Situationen das Maximum herausgeholt. "Wir hatten im letzten Drittel Probleme mit dem finalen Pass", sagte Müller. Und dann war da noch das Aluminium-Pech: "Wir hatten zwei Stangenschüsse, diese Chancen muss man machen. Dann wäre der Deckel schon viel früher drauf gewesen." Die Botschaft: Basisarbeit top, Effizienz steigerungsfähig.
Diskussionen blieben am Sportplatz an diesem Nachmittag weitgehend aus. "Es gab kaum strittige Szenen im Spiel", meinte Müller knapp – mehr braucht es nach einer runden Partie auch nicht. Unterm Strich stehen drei Auswärtstore, eine zumeist stabile Defensive und Phasen, in denen Kirchschlag das Spiel klar kontrollierte. Für die kommenden Runden nimmt der Trainer vor allem eines mit: mehr Konsequenz auf dem Weg zum Tor. "Diese Chancen muss man machen", wiederholte Müller, ohne den Erfolg zu schmälern. Der Sieg in der 19. Runde tut gut, die Richtung stimmt – und mit der gezeigten Stabilität im Rücken soll nun auch die Ausbeute im letzten Drittel nachziehen.