Beim SV Lichtenau wird vor der Herbstmeisterschaft in der 2. Klasse Waldviertel Süd/Yspertal konzentriert gearbeitet. Nach Rang 7 mit 39 Punkten aus 24 Spielen zieht Trainer Gerald Schnait ein positives Zwischenfazit, muss aber zwei Langzeitverletzte verkraften und einen Umbruch in der U23 steuern. Seine Kernaussage: „Wir legen den Fokus auf Taktik“, dazu die Kondition halten und im Angriff sauberer fertig spielen. Trotz der Baustellen bleibt der Blick nach vorne gerichtet: Ziel ist erneut ein stabiles Mittelfeld.

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Der Weg durch das Frühjahr war kein Selbstläufer, aber er zeigte nach oben: Von einem schwierigen Start rund um Platz 13 arbeitete sich Lichtenau über Wochen nach vorne, lag zwischenzeitlich sogar auf Rang 5 und schloss schließlich als Siebenter ab. Diese Stabilisierung führt Gerald Schnait vor allem auf den Charakter der Truppe zurück. „Die Stimmung ist grundsätzlich gut. Die Burschen sind eine eingeschworene, junge Truppe. Der Zusammenhalt passt“, sagt der Coach und betont, wie wichtig die Einheit auch abseits des Rasens ist: „Die Jungs verbringen viel Zeit miteinander, sie haben sich eine eigene Community aufgebaut. Das spürt man im Training und am Platz.“ Genau aus diesem Miteinander will Lichtenau weiter Kraft ziehen – denn die nächste Etappe wird anspruchsvoll.
Sportlich hat Schnait keine fixen Abgänge in der Kampfmannschaft zu vermelden, das klingt zunächst beruhigend. Die Kehrseite: „Wir haben leider zwei Langzeitverletzte, beide mit einem Seitenbandriss im Knie. Einer musste operiert werden und wird die Herbstmeisterschaft wohl komplett verpassen. Beim zweiten ist es noch offen, aber er wird ebenfalls ausfallen.“ Neue Spieler stehen aktuell nicht „am Tablett“, trotzdem will Lichtenau wieder eine schlagkräftige Truppe hinstellen. Parallel steht die U23 vor einer heiklen Übergangsphase: Ältere Leistungsträger hören auf, die Mannschaft formiert sich neu. „Wir bekommen Zuwachs aus der U15. Von der Breite sind wir ausreichend aufgestellt, aber die Qualität wird durch die Abgänge der Erfahrenen etwas zurückgehen“, erklärt Schnait. Entsprechend setzt das Trainerteam klare Schwerpunkte: „Mit den Jungen arbeiten wir am Passspiel und am Zweikampfverhalten.“
Inhaltlich ist der Fahrplan klar umrissen. „Wir legen den Fokus auf Taktik und wollen die Kondition halten, die wir im Winter aufgebaut haben“, sagt Schnait. Vor allem vorne soll es zielstrebiger werden: „Im Angriff müssen wir es besser zu Ende spielen.“ Spürbar ist auch der Ausfall des Kapitäns Florian Trapel, den Lichtenau spielerisch auffangen will. „Da ist uns etwas von der Linie verloren gegangen. Das wollen wir kompensieren.“ Das Saisonziel bleibt realistisch: „Wir peilen wieder ein solides Mittelfeld an.“ Blickt der Trainer auf die Konkurrenz, fällt ein Name heraus: „Waldhausen war spielerisch die stärkste Mannschaft. Sie haben hoch gepresst und das meist gut umgesetzt, daher den Titel verdient geholt. Ybbs II war auch stark, aber Waldhausen einen Tick besser.“ Ab Anfang August will Lichtenau bereit sein – mit klarer Idee, harter Arbeit und dem Zusammenhalt, der die Mannschaft durch das Frühjahr getragen hat.