Spielberichte

„Wir wollen die erste Klasse aufmischen“ – Naderer über Waldhausens Meisterweg und den Sommerplan

Waldhausen/Gloxwald

Die 2. Klasse Waldviertel Süd/Yspertal hat mit der SG Waldhausen/Gloxwald einen souveränen Meister. Nach einem frühen Remis in Jauerling zündete der Titelträger den Turbo, sicherte sich mit 64 Punkten und ließ am Ende nichts mehr anbrennen. Trainer Michael Naderer blickt stolz, aber bodenständig zurück – und richtet den Blick schon auf die neue Aufgabe eine Liga höher. „Wir wollen die erste Klasse ein bissl aufmischen“, sagt er – ohne große Töne, aber mit klarer Idee, viel Zusammenhalt und einem Kader, der fast komplett zusammenbleibt.

Blick auf die Beine eines Spielers, im Hintergrund der Schiedsrichter

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Vom Remis zum Durchmarsch: Waldhausen findet früh seinen Rhythmus

Der Start war unspektakulär, der Lauf danach umso beeindruckender. Auf eine spielfreie erste Runde folgte auswärts in Jauerling das einzige Unentschieden der Saison – und genau dort schärfte sich der Fokus. „Wir haben uns von dem Unentschieden nicht aus dem Konzept bringen lassen. Wir wussten: Wir können jedes Spiel gewinnen“, erklärt Michael Naderer. Was danach kam, war ein Kontrastprogramm zum ruhigen Auftakt: Waldhausen blieb auf Kurs und wurde souverän Meister. Ein Blick auf den Saisonverlauf untermauert das Gefühl vom Platz: Ab dem Herbst arbeitete sich Waldhausen Schritt für Schritt nach vorne, übernahm ab Runde 11 immer wieder die Spitze und beendete die Saison als Nummer 1. Naderer nennt dafür eine klare Begründung: „Wir haben jeden Gegner dominiert, wir hatten in jedem Spiel siebzig bis fünfundsiebzig Prozent Ballbesitz – oft sogar mehr. Die Kontrolle war unser Schlüssel.“

„Lauter Waldhauser“: Teamgeist, keine Legionäre – und ein ganzer Ort im Feiermodus

Was den Meister ausmacht, ist für Naderer schnell erzählt – und es klingt nach echtem Unterhaus-Fußball. „Es sind lauter Waldhauser, die für Waldhausen spielen. Wir haben keine Legionäre“, sagt der Trainer. Dahinter steckt keine Parole, sondern gelebte Nähe. „Die Stimmung ist extrem cool. Das sind lauter Freunde, die auch privat viel miteinander machen. Für mich als Trainer macht das vieles leichter.“ Der Titel hat den Ort mitgerissen. „Es ist egal, wo man hingeht: Jeder spricht dich an, jeder freut sich mit uns, weil alle wissen, wie viel Arbeit dahintersteckt“, beschreibt Naderer. Gefeiert wurde ausgiebig – erst am Platz, dann weiter. „Nach dem letzten Spiel hatten wir eine super Meisterfeier, am nächsten Tag ging’s weiter. Die Jungs waren drei Tage in Malle feiern“, erzählt er schmunzelnd. Ein Dauerthema in der Liga blieb lange der Zweikampf mit Ybbs II, der erst Ende Mai endgültig entschieden war. Naderer verteilt zudem Respekt an Klubs, die – wie Waldhausen – ohne Fremdspieler arbeiten: „Davor habe ich den größten Respekt. Das ist genau das, worum es im Amateurfußball geht.“

Trotz Torrekord noch Luft nach oben: Wo Naderer ansetzt

Auch ein Meister hat Hausaufgaben – und Naderer spart das nicht aus. „Wir haben einen Torrekord aufgestellt – 97 Tore hat es in Waldhausen noch nie gegeben“, sagt er, fügt aber an: „Trotzdem müssen wir an der Chancenverwertung weiter arbeiten.“ Der Rahmen dafür passt, weil die Personalsituation besser wird. „Wir hatten im Frühjahr untypisch viele Verletzte. Im Sommer kommen alle zurück. Mit der Sommervorbereitung stehen uns alle Spieler zur Verfügung“, betont er. Nahezu, denn eine Ausnahme gibt es: „Philipp Wiesmüller wird seine Karriere beenden. Er hat zuletzt mit Verletzungen gekämpft.“ Ansonsten bleibt der Kader zusammen – ein wichtiger Baustein, weil die Abläufe sitzen und die Hierarchien klar sind. Strukturell ist seit dem Umbruch vor zwei Jahren Ruhe eingekehrt. „Ab da haben alle an einem Strang gezogen – Vorstand, Trainer, Spieler, Helfer. Nur gemeinsam geht’s“, so Naderer.

Erste Klasse im Visier: Gleiche Idee, höhere Latte – und ein großes Dankeschön

Die Richtung für den Sommer ist klar. „Wir wollen nicht aufsteigen, um gegen den Abstieg zu spielen“, sagt Naderer. Am Plan wird nicht gerüttelt: „Wir verfeinern unseren attraktiven Fußball, unsere Tugenden, unsere Philosophie. Mit genau dem Fußball wollen wir in der ersten Klasse Fuß fassen, die Liga ein bissl aufmischen und einfach richtig viel Spaß haben.“ Der Coach schwört die Mannschaft auf Kontinuität ein, weil dieser Weg zuletzt getragen hat. Zugleich vergisst er nicht, wem der Erfolg mitgehört: „Ich möchte mich beim ganzen Verein bedanken – bei allen Helfern, Sponsoren, den Nachwuchstrainern, dem Platzwart, den Kantinendamen, einfach bei jedem. Die vielen ehrenamtlichen Stunden sind die Basis für unseren Erfolg.“ Das passt zum Bild einer Saison, in der Team, Umfeld und Ort eng zusammengerückt sind – und in der Waldhausen/Gloxwald nun mit Rückenwind die nächste Stufe anpackt.