Spielberichte

"Mit den Punkten tut es ein bisschen weh" – Nöchling sieht trotzdem eine Erfolgssaison

SPU TSV Nöchling

In der 2. Klasse Waldviertel Süd/Yspertal hat SPU TSV Nöchling die Saison mit 43 Punkten auf Rang sechs beendet. Das tut Trainer Cosmin-Gheorghe Goje durchaus weh, weil seine Mannschaft lange weiter vorne lag. Im Rückblick überwiegt bei ihm aber das Positive: Nöchling wollte mutiger Fußball spielen, die Stimmung im Kader hochhalten und den jungen Spielern Minuten geben. Genau in diesen Punkten sieht der Trainer klare Fortschritte.

Mehrere Spieler bilden eine Mauer

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Lange vorne dabei, am Ende trotzdem nur Sechster

Die nackte Tabelle zeigt bei Nöchling nur einen Teil des Bildes. Über weite Strecken der Saison hielt sich die Mannschaft im Vorderfeld, war immer wieder Dritter und sehr oft Vierter, ehe am Ende Rang sechs herausschaute. Genau daran stört sich Goje im Rückblick ein wenig. "Mit den Punkten tut es ein bisschen weh, weil wir nur Sechster sind. Wir waren fast das ganze Jahr Vierter", sagt der Trainer offen. Gleichzeitig will er diese Enttäuschung aber nicht größer machen, als sie für ihn ist. Denn für ihn war die Platzierung nie der einzige Maßstab. "Unser Ziel war nicht unbedingt, vorne platziert zu sein. Wir wollten eine gute Stimmung haben und Fußball probieren zu spielen." Dass trotzdem bis kurz vor Schluss ein Platz in den ersten Vier realistisch war, zeigt für ihn eher, dass sich die Mannschaft in vielen Bereichen ordentlich entwickelt hat.

Mehr Fußball von hinten heraus, nur vorne fehlte manchmal der letzte Schritt

Besonders wichtig ist Goje der Blick auf die Art und Weise, wie seine Mannschaft gespielt hat. Nöchling wollte bewusst mehr Ballbesitz haben und den Aufbau sauberer anlegen als noch zuvor. "Was gut funktioniert hat, war der Ballbesitz. Wir wollten von hinten mit der Viererkette mehr Fußball spielen. Das war unser erstes Ziel", erklärt der Trainer. Genau dort sieht er einen klaren Fortschritt. Nach seiner Einschätzung hat das über einen Großteil der Saison besser funktioniert als noch im Herbst. Ganz ohne Einschränkung fällt seine Analyse aber nicht aus. Immer wieder kam Nöchling zwar in gute Zonen, konnte daraus aber nicht genug machen. "Wir sind oft bis an die zwanzig Meter gekommen, aber dann hat vielleicht der letzte Pass oder der Schuss gefehlt", sagt Goje. Auch deshalb glaubt er, dass in dieser Saison noch ein paar Punkte mehr möglich gewesen wären. Der spielerische Ansatz war also da, die letzte Konsequenz im Abschluss nicht immer.

Gute Stimmung als Ziel – und viele Verletzungen als Bremse

Dass Goje die Saison trotz des sechsten Platzes positiv einordnet, hängt auch stark mit dem Innenleben der Mannschaft zusammen. "Die Stimmung ist sehr gut", sagt er, und genau das war für ihn kein Nebenaspekt, sondern ein bewusstes Ziel. "Ich wollte nicht unbedingt nur Punkte machen, sondern ich wollte eine gute Stimmung in der Mannschaft haben und auch den jungen Spielern Minuten geben. Das hat gut zusammen funktioniert." Diese Aussage erklärt auch, warum der Trainer mit dem Gesamtbild zufrieden bleibt. Auf der anderen Seite musste Nöchling im Frühjahr immer wieder mit personellen Problemen umgehen. Goje spricht von viel Pech mit Verletzungen, von Spielern, die nach längeren Ausfällen zurückkamen, und von neuen Rückschlägen gleich in den ersten Runden. Ganz entspannt ist die Lage deshalb noch nicht. "Langsam wird es besser", sagt er, verweist aber zugleich darauf, dass aktuell noch drei verletzte Spieler ausfallen, einer davon in der kommenden Halbserie fix und bei zwei weiteren noch unklar ist, wann sie wieder einsteigen können.

Kontinuität im Verein und ein klarer Blick nach vorne

Für die kommende Zeit setzt Nöchling auf Beständigkeit. Goje macht keinen Hehl daraus, dass genau das auch sein Wunsch war. "Ich möchte weiter bleiben, wenn alles gleich bleibt", sagt er mit Blick auf Trainerteam und Kader. Dass vom Trainer über den Co-Trainer bis zum Tormann-Trainer alles zusammenbleibt und auch der Kader weitgehend unverändert ist, bewertet er klar positiv. Ebenso wichtig ist ihm, dass die Zusammenarbeit im Verein funktioniert. "Der Verein ist sehr zufrieden mit dem Trainerteam und das Trainerteam auch mit dem Verein, dem Vorstand und den Spielern." Zum Trainingsstart am 3. Juli soll die Basis also passen. Einen besonderen Blick wirft Goje im Rückspiegel noch auf Waldhausen/Gloxwald. Diese Mannschaft habe ihn spielerisch am meisten beeindruckt. "Sie haben wirklich probiert, Fußball zu spielen, und sie haben das auch geschafft", sagt er und ergänzt mit einem klaren Lob: "Waldhausen/Gloxwald war souverän und verdient Meister."