In der 2. Klasse Waldviertel Süd haben sich SV Leiben und USC Maria Taferl am Freitag mit 1:1 getrennt. Nach torloser erster Hälfte brachte Fabian Bruckner die Gäste in Minute 56 in Führung, Fabian Rameder glich für Leiben in der 74. Minute aus. Maria-Taferl-Trainer Martin Ledermüller sprach danach offen von einem „glücklichen Punktgewinn“, den seine Mannschaft aber „mit heimnehmen“ müsse.

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Aus Sicht von Martin Ledermüller war die Partie über weite Strecken klar verteilt. „Leiben war von Anfang an spielbestimmend“, sagte der Trainer, der den Auftritt der Gastgeber sehr ehrlich einordnete. Seine Mannschaft habe im ersten Durchgang praktisch nur „eine Halbchance vielleicht“ gehabt, während Leiben immer wieder gefährlich geworden sei. Ledermüller erinnerte an einen Lattenschuss, bei dem Maria Taferl großes Glück gehabt habe. „Ich glaube auch, dass er in der Linie war“, meinte er dazu. Dazu kam aus seiner Sicht noch eine Szene, bei der „man einen Elfer geben kann“. Deshalb war für ihn auch klar, dass das 0:0 zur Pause eher schmeichelhaft war. „Wir haben auch Glück gehabt, dass wir da nicht in der Halbzeit mit eins, zwei zu null hinten liegen“, sagte er und legte damit den Ton für seine gesamte Analyse fest.
Auch nach dem Seitenwechsel sah Ledermüller zunächst kein völlig anderes Bild, wohl aber eine Reaktion seiner Mannschaft. „Wir haben ein bisschen umgestellt defensiv“, erklärte er, und genau aus dieser Phase heraus fiel dann auch die Führung für die Gäste. In der 56. Minute nutzte Maria Taferl einen Konter, am Ende drückte Fabian Bruckner den Ball zum 0:1 über die Linie. Lange konnte der Tabellenführer den Vorsprung aber nicht verwalten, weil Leiben weiter am Drücker blieb. Ledermüller sprach dem Gegner den Ausgleich ausdrücklich nicht ab: „Dann hat Leiben verdient den Ausgleich gemacht.“ In der 74. Minute war es Fabian Rameder, der zum 1:1 traf. Rund um diese Szene wurde auf Seiten der Gäste zwar diskutiert, weil sie „abseitsverdächtig“ gewesen sei, doch der Trainer machte daraus kein großes Thema. Vielmehr blieb er bei seiner Linie und sagte auch klar, dass Leiben am Ende sogar noch eine „Hochkaräter“ vergeben habe. Gerade deshalb blieb unter dem Strich die Einschätzung stehen, dass Maria Taferl diesen Zähler gern mitnahm.
So deutlich Ledermüller die spielerische Überlegenheit des Gegners ansprach, so klar hob er zugleich hervor, was seiner Mannschaft trotzdem den Punkt gebracht hat. „Die Zweikämpfe haben gehalten. Die Einstellung war perfekt“, sagte er. Genau darin sah er die Basis dafür, dass Maria Taferl auch an einem Tag, an dem nicht alles zusammenlief, etwas mitnehmen konnte. Ganz zufrieden war er mit dem Gesamtauftritt dennoch nicht, denn er sprach auch mögliche Verbesserungen offen an. „Bei ein paar Spielern ist noch Potenzial nach oben“, meinte der Trainer und ergänzte, dass es nicht reiche, wenn manche „hundertprozentig“ hineingehen und andere nur „achtzig Prozent“ bringen. Diese Offenheit passte zu seiner gesamten Analyse, die weder schönredete noch jammern wollte. Auch die Leistung des Schiedsrichters ordnete er nüchtern ein: Im Großen und Ganzen habe der Unparteiische die Partie „eigentlich hingekriegt“, auch wenn bei einzelnen Entscheidungen Fragezeichen geblieben seien.
Am Ende überwog bei Maria Taferl deshalb nicht die Diskussion darüber, was alles gegen Leiben hätte passieren können, sondern die Zufriedenheit über einen weiteren Zähler. „Solche Partien muss man auch, wenn man nicht so performt, mit einem Punkt heimnehmen“, sagte Ledermüller, und genau so wollte er das 1:1 verstanden wissen. Der Start in die Saison bleibt damit stabil: Nach vier Runden ist Maria Taferl weiter ungeschlagen und steht mit acht Punkten an der Spitze der Tabelle. Für den Trainer ist das aber kein Grund, größer zu denken als nötig. „Der Fokus ist von Spiel zu Spiel“, stellte er klar. Jede Woche solle neu eingeordnet, neu ausgerichtet und wieder versucht werden, Punkte zu holen. Nach dem Auftritt in Leiben klingt das nicht nach Euphorie, sondern nach einer Mannschaft, die genau weiß, dass sie sich manche Zähler hart erarbeiten muss.