Spielberichte

"Diesmal war das Glück auf unserer Seite": Lichtenau trotzt den Ausfällen und gewinnt 2:1

USC Pöggstall
SV Lichtenau

In der 2. Klasse Waldviertel Süd hat Union Sportclub Pöggstall Jägerbau am Samstag gegen SV Lichtenau mit 1:2 verloren. Die Gäste reisten personell stark geschwächt an, stellten sich bewusst defensiv ein und blieben trotzdem stabil. Trainer Gerald Schnait sprach nach dem Auswärtssieg von zwei glücklichen Toren, sah den Unterschied aber auch in der Kompaktheit, im Laufpensum und in den richtigen Laufwegen seiner Mannschaft.

Torwart in Neongelb spielt den Ball

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Defensive Ordnung hält dem Druck stand

Gerald Schnait machte gleich klar, mit welcher Ausgangslage seine Mannschaft nach Pöggstall gefahren war. Viele Verletzte, weitere Ausfälle aus beruflichen Gründen und eine stark umgestellte Startelf ließen für den Trainer kaum einen anderen Plan zu als eine tiefe, disziplinierte Variante. "Wir mussten eher defensiv agieren. Pöggstall ist daheim, sie mussten die Punkte machen", erklärte er. Die Gastgeber legten auch genau so los, wie es Lichtenau erwartet hatte, mit viel Pressing und viel Druck am Ball. Wirklich viele klare Abschlüsse ließen die Gäste aber zunächst nicht zu. Auf der anderen Seite kam auch Lichtenau zu Momenten nach vorne, darunter ein Lattentreffer, und mit der Dauer der ersten Hälfte fanden die Gäste immer besser hinein. Dass es zur Pause 0:0 stand, passte deshalb aus Sicht von Schnait gut zum Spiel. Er sprach sogar von einer eher ausgeglichenen Partie, in der ein Unentschieden lange Zeit ein gerechtes Ergebnis gewesen wäre.

Zwei glückliche Tore bringen die Gäste auf Kurs

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild zunächst ähnlich. Pöggstall wollte das Pressing noch einmal anziehen, Lichtenau hielt aber dagegen und bekam die Partie weiter ordentlich verteidigt. In der 63. Minute fiel dann das 0:1 durch Florian Weidenauer, und Schnait machte kein Geheimnis daraus, dass dabei auch das Glück mitspielte. "Der Ball ist hoch in den Sechzehner gekommen, Florian ist richtig gestanden, und dann springt er ihm über die Brust in einem hohen Bogen über den Tormann ins Tor", schilderte der Trainer. Vier Minuten später erhöhte Lichtenau auf 2:0, als eine Ecke von Mathias Heider auf die kurze Stange kam und Jonas Sommer den Ball unglücklich ins eigene Tor lenkte. "Zwei glückliche Tore", sagte Schnait, fügte aber auch an, dass sich seine Mannschaft diese Situationen mit den Laufwegen erst erarbeitet habe. Auch das 0:2 nahm dem Heimteam laut Schnait nicht wirklich den Vorwärtsdrang. Die Gastgeber stellten um, brachten weiter Druck und kamen in der 89. Minute nach einem Fehlpass im Lichtenauer Aufbau durch Lukas Schmid noch zum 1:2. Mehr ließen die Gäste aber nicht mehr zu und brachten den Vorsprung über die Zeit.

Kampf, Kompaktheit und noch Arbeit mit dem Ball

Der Trainer hob nach dem Schlusspfiff vor allem die Basics hervor, weil genau die diesmal die Grundlage für den Sieg waren. "Die Laufbereitschaft und Einsatzbereitschaft hat top gepasst", sagte Schnait, der von einer Mannschaft sprach, die "miteinander gearbeitet" und "einer für den anderen" gelaufen sei. Gerade weil wieder einige neue Spieler in die Formation eingebaut werden mussten, war für ihn die mannschaftliche Geschlossenheit der entscheidende Punkt. Im spielerischen Bereich sieht er aber weiter Arbeit vor sich. Lichtenau sei im Aufbauspiel im Moment nicht sauber genug, produziere zu viele Fehlpässe und komme dadurch zu selten mit Kontrolle in den Strafraum. Genau daran müsse seine Mannschaft arbeiten, "damit wir effektiver vor den Strafraum kommen und vor dem Tor abschlussgefährlicher werden". Passend dazu fiel auch der Gegentreffer spät im Spiel nach einer unnötigen Spielerei und einem Fehlpass im eigenen Aufbau, den Pöggstall sofort bestrafte.

Respekt für Pöggstall und ein Wunsch zum Schluss

Interessant war auch, wie respektvoll Schnait den Gegner einordnete. Pöggstall sei eine junge, laufstarke und spielerisch gute Mannschaft, vor allem im Mittelfeld agil und stark am Ball. "Sie wollen die Aufgaben spielerisch lösen, nicht immer nur mit hohen Bällen", meinte der Lichtenau-Coach. Im letzten Drittel habe den Gastgebern diesmal aber etwas die letzte Durchschlagskraft gefehlt, obwohl die Anlage für eine gute Saison aus seiner Sicht klar erkennbar sei. Auch mit der Leistung des Schiedsrichters konnte Schnait leben. "Er hat es relativ solide und souverän abgepfiffen", sagte der Trainer, der nur von kleinen Entscheidungen sprach, wie sie in jedem Spiel vorkommen. Für Lichtenau war der Abend damit einer, an dem trotz vieler Ausfälle vieles zusammenpasste. Zum Abschluss richtete Schnait noch einen Wunsch an seine verletzten Spieler und hoffte auf "eine gute Genesung und ein rasches Comeback".

2. Klasse Waldviertel Süd: USCP : Lichtenau - 1:2 (0:0)

  • 89
    Lukas Schmid 1:2
  • 67
    Eigentor durch Jonas Sommer 0:2
  • 63
    Florian Weidenauer 0:1