In der 2. Klasse Waldviertel Süd hat ASV Gutenbrunn bei der SG Sallingberg/Ottenschlag mit 5:0 gewonnen, auch wenn Ronald Angerer die Partie nicht als einseitige Angelegenheit gesehen hat. Der Gutenbrunn-Trainer sprach von einem offenen Schlagabtausch, in dem sein Team früh zuschlug, stark umschaltete und nach der Pause immer mehr das Kommando übernahm.

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Wer nur auf das Halbzeitergebnis blickte, konnte leicht den Eindruck bekommen, dass Gutenbrunn die Sache schon früh klar im Griff hatte. So einfach war es nach Einschätzung von Ronald Angerer aber nicht. „Es war von Anfang an ein offener Schlagabtausch mit sehr vielen Fehlern in beiden Defensivreihen“, sagte der Trainer. Die erste große Chance gehörte den Gastgebern, doch Thomas Bauernfried war zur Stelle und hielt sein Team im Spiel. Für Angerer war genau das einer der ersten Schlüsselmomente des Abends, weil im direkten Gegenzug schon das 0:1 fiel: Tomas Hrusak traf in der 3. Minute. Auch danach blieb die Partie offen. Sallingberg/Ottenschlag ließ eine weitere sehr gute Möglichkeit aus, Gutenbrunn rettete einmal auf der Linie und fuhr sofort den Konter, brachte den Ball aber ebenfalls nicht im Tor unter. Erst mit dem 0:2 durch Hrusak nach einer Ecke von Jakub Mucka in der 30. Minute und dem schnellen 0:3 durch Mucka vier Minuten später wurde das Ergebnis klarer. „Es hätte zur Pause aber genauso gut 3:3 stehen können“, meinte Angerer.
Dass die Gäste trotz der offenen ersten Hälfte mit einem deutlichen Vorsprung in die Kabine gingen, führte Angerer vor allem auf eine Sache zurück. „Richtig gut funktioniert hat unser Umschaltspiel bei den Kontern“, sagte er. Genau daraus zog Gutenbrunn immer wieder Tempo und kam zu Abschlüssen, auch wenn der Trainer zugleich offen ansprach, dass deutlich mehr möglich gewesen wäre. Mehrfach ließ seine Mannschaft aussichtsreiche Situationen liegen. Angerer sah seine Einschätzung des Gegners aus der Vorbereitung bestätigt. „Ich habe Sallingberg/Ottenschlag im Vorfeld beobachtet. In der Offensive sind sie sehr stark. In der Defensive sind sie aber relativ langsam und fehleranfällig, und das hat uns zu so vielen Torchancen verholfen“, erklärte er. Dazu kam aus seiner Sicht ein starker Tag des eigenen Schlussmanns. „Da hat Gott sei Dank unser Tormann einen super Tag erwischt“, sagte der Coach. Gerade deshalb wollte Angerer das klare Halbzeitergebnis nicht schöner reden, als es aus seiner Sicht wirklich war.
Nach dem Seitenwechsel versuchten die Gastgeber noch einmal, alles nach vorne zu werfen. Angerer sah in dieser Phase aber keinen echten Umschwung mehr. Sein Team ließ zwar noch etwas zu, doch über Halbchancen kam Sallingberg/Ottenschlag laut seiner Einschätzung nicht mehr hinaus. Stattdessen kippte das Spiel mit Fortdauer immer klarer in Richtung Gutenbrunn. „Ab der sechzigsten Minute waren wir eigentlich klar tonangebend“, sagte Angerer. Aus seiner Sicht erspielten sich die Gäste in dieser Phase Torchancen fast im Minutentakt, vergaben aber weiterhin einiges. Das 0:4 in der 70. Minute brachte dann endgültig Ruhe. Nach einem Foul an Tomas Hrusak verwandelte Michael Temper den Elfmeter sicher. Für Angerer war das der Moment, in dem die Entscheidung endgültig gefallen war: „Der Elfmeter war dann der Deckel drauf.“ Den Schlusspunkt setzte in der 89. Minute Gregor Zeinzinger, der nach Vorarbeit von Jakub Mucka per Kopf zum 0:5 traf. So deutlich das Ergebnis am Ende auch war, ordnete es der Trainer doch auf seine Art ein: Wegen der vielen ausgelassenen Möglichkeiten sei das 0:5 „fast noch zu niedrig“ ausgefallen.
Zum Gesamtbild des Abends passte aus Sicht des Gutenbrunn-Trainers auch, dass die Partie ohne große Nebengeräusche über die Bühne ging. „Der Schiedsrichter hat das Spiel in gewohnt souveräner Manier im Griff gehabt. Da hat es überhaupt keine Diskussion gegeben“, sagte Angerer. Dazu sei das Spiel von beiden Seiten sehr fair geführt worden. So blieb unter dem Strich ein klarer Auswärtssieg, der sich nicht aus einer durchgehend einseitigen Begegnung entwickelte, sondern aus gut genutzten Momenten, einem starken Tormann und einem Umschaltspiel, das dem ASV immer wieder Räume öffnete. Für Gutenbrunn dürfte genau das die wichtigste Erkenntnis dieses Abends sein: Wenn die Konter so sauber laufen und die Mannschaft nach der Pause weiter am Drücker bleibt, ist sie schwer zu bremsen. Gleichzeitig machte Angerer aber auch deutlich, dass die Chancenverwertung trotz fünf Treffern ein Thema bleibt.