In der 2. Klasse Waldviertel Süd hat sich SV Jauerling im Heimspiel gegen TSU Martinsberg mit 4:2 durchgesetzt. Trainer Heinz Jilch sprach danach von einem echten Kampfspiel, in dem wenig schöner Fußball zu sehen war. Ausschlaggebend war für ihn, dass seine Mannschaft nach beiden Ausgleichen nicht den Faden verlor, sondern sofort wieder antwortete und sich den Sieg mit Willen, Leidenschaft und Konsequenz holte.

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Jilch machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, wie er diese Partie einordnete. „Das Spiel war über die gesamte Dauer ein wahrer Kampf. Es kam leider kein gutes Fußballspiel zustande, aber es ging viel um Willen und Leidenschaft, und das haben wir gut hinbekommen“, sagte der Jauerling-Trainer. Genau so entwickelte sich die Begegnung auch. Vieles lief über Zweikämpfe, über zweite Bälle und über die Bereitschaft, dagegenzuhalten. Zur Pause lagen die Gastgeber dennoch vorne, weil Walter Staffenberger in der 27. Minute das 1:0 erzielte. Jilch schilderte diesen Treffer als eine der wenigen richtig sauber herausgespielten Aktionen des Nachmittags: „Das 1:0 durch Walter Staffenberger war ein toll herausgespieltes Tor über mehrere Stationen. Am Ende war es ein Doppelpass zwischen Walter und Adriano Harcek.“ Mit diesem Treffer ging Jauerling mit 1:0 in die Kabine.
Ruhig blieb es nach dem Seitenwechsel allerdings nicht lange. In der 50. Minute kam Martinsberg durch Nikita Aleksejevic Goncarov zum 1:1, und Jilch sah die Ursache aus seiner Sicht in einer Unachtsamkeit auf der rechten Seite. „Dann kam der Mittelfeldspieler alleine vors Tor und erzielte den Ausgleich“, sagte er. Entscheidend war für ihn aber nicht dieser Rückschlag, sondern die Reaktion darauf. Nur neun Minuten später brachte Mugove Leroy Munyorove Jauerling wieder mit 2:1 in Führung. Der Trainer beschrieb diese Szene so: „Das 2:1 kam etwas glücklich zustande. Ein abgefälschter Schuss fiel Leroy vor die Füße, und der schoss eiskalt zum 2:1 ein.“ Als Michal Rossmann in der 78. Minute erneut ausglich, wurde es noch einmal heikel. Jilch sprach diesmal von „leichten Kommunikationsschwierigkeiten“ zwischen Innenverteidigung und Tormann nach einem langen Ball. Doch wieder blieb seine Mannschaft nicht lange hängen. Schon zwei Minuten später köpfte Sebastian Werner nach einem Eckball zum 3:2 ein. „Ein toll getretener Eckball auf den ersten Pfosten, wo Sebastian Werner mit dem Kopf das 3:2 erzielte“, sagte Jilch. Den Schlusspunkt setzte schließlich Adriano Harcek in der 89. Minute zum 4:2, nachdem Staffenberger bei einem Konter noch uneigennützig querlegte. Genau in diesen Phasen sah Jilch den Kern des Heimsiegs: „Dass wir auch nach dem Ausgleich immer wieder die richtige Antwort parat hatten und nie aufgehört haben, weiter an uns zu glauben, war der wichtigste Moment. Dadurch haben wir am Ende verdient den Platz als Sieger verlassen.“
Dass der Sieg aus Sicht des Trainers nicht aus spielerischer Überlegenheit entstand, sprach Jilch offen an. „Die Leidenschaft und die Zweikampfführung waren sehr in Ordnung. Spielerisch war es aber nicht unser bestes Spiel“, sagte er. Damit brachte er die Leistung seiner Mannschaft ziemlich genau auf den Punkt. Jauerling musste sich diese Partie erarbeiten, und genau das war gegen einen Gegner wie Martinsberg auch nötig. Jilch beschrieb die Gäste als Mannschaft, die tief steht und auf Umschaltsituationen wartet. „Martinsberg steht hinten kompakt, wartet immer auf Umschaltsituationen und spielt sehr hart in den Zweikämpfen. Da muss man ruhig bleiben“, sagte er. Gerade diese Ruhe gefiel ihm bei seiner Elf. Obwohl das Spiel robust geführt wurde, verlor Jauerling laut seinem Trainer nicht die Linie. Auch den Unparteiischen sah Jilch nicht als Thema des Nachmittags. „Der Schiedsrichter ließ das Spiel etwas härter führen, aber das haben beide Mannschaften gut angenommen. Das zeigte sich auch in den Gelben Karten, dass gutes Feuer drin war.“ Mehr wollte der Trainer dazu gar nicht sagen.
Wenn Jilch am Ende noch einen Spieler besonders hervorheben wollte, dann war das Walter Staffenberger. Der Torschütze zum 1:0 war aus Sicht seines Trainers an den entscheidenden Offensivaktionen maßgeblich beteiligt und bereitete auch das 4:2 vor. Jilch formulierte es deutlich: „Ich möchte heute Walter Staffenberger für seine Leistung hervorheben. Mit einem Tor, zwei Assists und vor allem der uneigennützigen Vorlage auf Adriano Harcek hat er seinen Legendenstatus untermauert.“ So blieb nach diesem 4:2 vor allem hängen, dass Jauerling in einem zähen, intensiven Spiel die besseren Antworten hatte. Es war kein Nachmittag für große spielerische Feinheiten, aber einer, an dem die Gastgeber in den entscheidenden Momenten da waren. Genau das dürfte für den Trainer am Ende sogar mehr zählen als jede schön herausgespielte Phase.