In der 2. Klasse Waldviertel Zentral trennten sich der SV Eibenstein und die Reserve des SC Zwettl II mit 1:1. Nach torloser erster Hälfte brachte Robin Demeter die Heimischen per Weitschuss in Front, Jakob Seemann glich wenig später aus. Eibenstein-Coach Philip Weinberger sprach danach von einem gerechten Remis: "Zwettl hatte sicher mehr vom Spiel. Wir haben gut verteidigt, aber offensiv war es insgesamt zu wenig. Das 1:1 passt so."

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Die ersten Minuten gehörten klar den Gästen. "Zwettl hat in den ersten 25 bis 30 Minuten sehr, sehr großen Druck gemacht", erklärte Philip Weinberger. Seine Elf stand bewusst tiefer: "Wir wussten, sie haben sehr schnelle Spieler. Deshalb sind wir heute etwas tiefer gestanden." Eibenstein hielt mit kompakter Ordnung und einem verlässlichen Schlussmann dagegen: "Unser Tormann hat uns den einen oder anderen Ball gehalten." Nach rund einer halben Stunde fiel Zwettl spielerisch weniger ein, zur Pause stand es 0:0. Nach dem Seitenwechsel setzte Eibenstein den ersten Stich: In Minute 58 zog Robin Demeter aus der Distanz ab – mit Blick auf den hochstehenden Keeper – und traf zum 1:0. "Wir wussten, ihr Tormann spielt viel mit und steht oft hoch. Der Schuss ist mit ein bisschen Glück reingegangen", sagte Weinberger. Zwettl blieb aber dran und glich in der 67. Minute durch Jakob Seemann zum 1:1 aus. In der Schlussphase war es ein zähes Ringen um jeden zweiten Ball, klare Chancen blieben rar.
In seiner Analyse hob Weinberger vor allem die Arbeit gegen den Ball hervor. "Gut funktioniert hat sicher die Defensive. Wir sind hinten sehr kompakt gestanden, im Zweikampf waren wir stark", sagte der Trainer. Genau das war gegen die spielfreudigen Zwettler gefragt: "Wenn so eine spielerisch starke Mannschaft dann nicht viele Ideen findet, ist das ein Punkt für uns." Offensiv blieb Eibenstein aber unter den eigenen Ansprüchen. "In der Offensive war es über 90 Minuten ein bisschen zu wenig", gab Weinberger offen zu. Eine gute Möglichkeit nach der Pause ließ sein Team aus, wodurch der mögliche Heimsieg ausblieb. Auch die Hitze spielte mit: "Es war sehr heiß – für beide gleich – aber uns hat nach vorne das eine oder andere gefehlt." Sein Fazit fiel klar aus: "Unterm Strich ist das Unentschieden gerecht."
Weinberger sprach mit spürbarem Respekt über den Gegner – und das hat Gründe. "Ich habe jahrelang in Zwettl gespielt und war dort auch Nachwuchstrainer. Die machen sehr gute Arbeit im Nachwuchs, das weiß ich", betonte er. Entsprechend hoch fiel sein Lob für die junge Truppe aus: "Zwettl hat sehr gute Fußballer, die werden ihren Weg machen. Sie haben einen guten Trainer, der ihnen viel mitgibt."
Mit dem Remis hält Eibenstein nach 23 Runden bei 42 Punkten und bleibt damit im Vorderfeld, punktgleich mit Weitra, während Zwettl II mit 32 Zählern im soliden Mittelfeld rangiert. Sportlich nimmt Weinberger den Zähler gerne mit, weiß aber auch, wo anzusetzen ist. "Wir haben hinten viel richtig gemacht, aber vorne war es zu wenig", sagte er. Die Lehre ist eindeutig: Aus einer stabilen Defensive soll wieder mehr Torgefahr entstehen – gerade in engen Spielen wie diesem. Der Punkt gegen eine spielstarke und lauffreudige Zwettler Zweier hilft in der Tabelle; die Hausaufgabe für die nächste Woche ist benannt: mehr Durchschlagskraft im letzten Drittel.