Derby am 25. Spieltag in der 2. Klasse Waldviertel Zentral: Der USC Bad Großpertholz und der SV Weitra trennten sich 2:2 (1:1). Nach frühem 0:1 drehte Großpertholz die Partie, ehe ein spätes Eigentor den Heimsieg verhinderte. Trainer David Artner sprach von einer starken Reaktion ab Minute 20 und haderte mit ausgelassenen Chancen auf das 3:1 – in einem hitzigen, stimmungsvollen Derby vor vielen Fans.

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Es war von Beginn an ein Derby mit Tempo, vielen Zuschauern und, wie David Artner sagt, „perfektem Fußballwetter“. Früh lag Bad Großpertholz zurück: In Minute 6 traf Michael Hobiger zum 0:1 für Weitra. „Die ersten 20 Minuten war Weitra klar besser. Wenn wir da 0:2 oder 0:3 hinten sind, dürfen wir uns nicht beschweren“, ordnete Artner ein. Aus seiner Sicht kippte das Match rund um Minute 20, auch weil es „ein grobes Foul an Lukas Anderl“ gegeben habe, das er als rotwürdig empfand. „Ab da waren wir wach und haben den Kampf angenommen.“ In der 33. Minute folgte der Lohn: Miroslav Kucera stellte auf 1:1 – „Das war Wahnsinn, ein Strahl ins Kreuzeck“, so Artner. Nach dem 1:1 zur Pause drehte Großpertholz die Partie: Fabian Völkel traf in der 58. Minute zum 2:1, was den Trainer doppelt freute: „Das war sein erstes Kampfmannschaftstor, und das ausgerechnet im Derby.“ Der Schlusspunkt war bitter: In der 89. Minute fiel das 2:2, offiziell als Eigentor von Philipp Fasching gewertet – laut Artner entstand der Ausgleich „aus einem Konter“.
In seiner Analyse blieb Artner klar: „Wir waren ab der 20. Minute die spielbestimmende Mannschaft, hatten mehr und die besseren Chancen und hätten das Spiel entscheiden müssen.“ Er beschrieb, was den Umschwung brachte: „Vorher waren wir zu vorsichtig und ängstlich. Dann haben wir die Zweikämpfe angenommen, den Ball laufen lassen, schöne Aktionen gespielt und als Mannschaft verteidigt. So kann man Fußball spielen.“ Zur Chancenverwertung fand er deutliche Worte: „Wir haben’s verabsäumt, den dritten Treffer nachzulegen. In der zweiten Halbzeit hatten wir genug Möglichkeiten.“ Über den Gegner wollte er nicht groß sprechen: „Vom Gegner möchte ich mich nicht äußern. Wir waren die bessere Mannschaft und hätten das Spiel gewinnen müssen.“ Entsprechend sein Fazit zum 2:2: „Wir hätten uns die drei Punkte verdient gehabt.“
Dass das Duell hitzig war, bestätigte Artner ohne Umschweife. Aus seiner Sicht gab es zwei strittige Schlüsselpunkte: das harte Foul an Lukas Anderl, „das eine rote Karte sein muss“ und nach dem Anderl verletzt runter musste, sowie einen „klaren Elfmeter“, der in Halbzeit eins ausblieb. Mehr wollte der Coach zur Leistung des Schiedsrichters nicht sagen. Umso lieber sprach er über die Atmosphäre: „Die Stimmung war sensationell. Alle haben sich über die Leistung gefreut.“ Trotz der Enttäuschung über den späten Ausgleich überwog für ihn das Positive: „Wir gehen mit einer guten Stimmung aus dem Derby, vor allem nach den schwierigen letzten Wochen.“ Auch der Kontext passt: Weitra reist als Tabellendritter (46 Punkte) an, Großpertholz hält Rang elf (30 Punkte) – und zeigt gegen einen Topgegner eine Leistung, auf die sich aufbauen lässt. Genau das will die Mannschaft laut Artner nun mitnehmen.