Spielberichte

„Was du vorne nicht nutzt, bekommst du hinten zurück“ – Krawczyk ärgert sich nach 1:2, lobt aber Team und Schiri

SV Hoheneich
SC Pfaffenschlag

Im Saisonfinale der 2. Klasse Waldviertel Zentral verlangte der SV Hoheneich dem frischgebackenen Meister SC Pfaffenschlag alles ab – und stand am Ende trotzdem mit leeren Händen da. Beim 1:2 fiel der Ausgleich als Eigentor, kurz danach drehte Pfaffenschlag die Partie. Hoheneich drückte nach der Pause, vergab aber mehrere gute Möglichkeiten und musste ab Minute 68 in Unterzahl weiterspielen. „Aus meiner Sicht wäre ein Unentschieden gerecht gewesen“, sagte Sportchef Fabian Krawczyk, der seine Mannschaft lobte, die Chancenverwertung bemängelte und dem Unparteiischen ein „Hut ab“ mitgab.

Torhüter mit Dress in Rot-Weißer im Tor

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Führung erarbeitet, dann zwei Nackenschläge vor der Pause

Hoheneich brauchte ein paar Minuten, um ins Spiel zu finden, doch dann kippte die Anfangsphase. „Pfaffenschlag startete nicht schlecht, aber wir kamen immer besser rein“, schilderte Fabian Krawczyk. Das 1:0 fiel folgerichtig in Minute 26: David Smolen drückte ein, nachdem Daniel Trötzmüller quergelegt hatte. „Der brauchte nur mehr einschieben“, so Krawczyk. Statt Rückenwind gab es danach jedoch Frust. Die Gäste glichen nach einem Corner aus – offiziell als Eigentor von Josef Flaska (40.). Aus Hoheneich-Sicht war es „eine unglückliche Aktion, der Tormann war unter Bedrängnis und erwischte den Ball nicht richtig“. Bitter wurde es nur drei Minuten später: Nach einer verunglückten Klärung landete der Ball bei Pfaffenschlag, der Querpass kam an und Stefan Sprinzl stellte auf 1:2 (43.). „Was du vorne nicht nutzt, bekommst du hinten zurück – leider hat das heute gepasst“, sagte Krawczyk.

Viel Aufwand, wenig Ertrag: Chancenplus, Unterzahl und Lob für den Unparteiischen

Nach dem Seitenwechsel blieb Hoheneich dran, ohne die ganz große Wucht der ersten Hälfte. „Beide Mannschaften sind einen Gang zurückgefahren, aber die zwingenderen Möglichkeiten hatten wieder wir“, so der Sportchef. Pfaffenschlag wechselte durch und setzte Nadelstiche, doch Hoheneich kam zu guten Ansätzen – der Ball wollte nicht mehr über die Linie. „Die Chancenverwertung zieht sich das ganze Jahr durch“, ärgerte sich Krawczyk, betonte aber zugleich: „Mit dem Material, das wir hatten, haben wir das Beste gemacht und waren stellenweise die bessere Mannschaft.“ Ab der 68. Minute wurde es zusätzlich knifflig: „Wir waren nach einer blöden Gelb-Roten zu zehnt – die Entscheidung war aus meiner Sicht verdient und gerechtfertigt.“ Für den Schiedsrichter gab es ausdrücklich Anerkennung: „Der hat das komplett humorlos runtergepfiffen. Hut ab. Solche Schiedsrichter hätten wir gerne jede Woche.“ Trotz Unterzahl blieb Hoheneich dran, der Ausgleich fiel aber nicht – „ein Remis wäre absolut drin gewesen“.

Einordnung und Ausblick: Gratulation an den Meister, Abschied von Trainer Hohn

Ein Blick auf die Tabelle unterstreicht die Leistung von Pfaffenschlag: Der Meister schließt mit 66 Punkten auf Rang eins ab, Hoheneich landet mit 32 Zählern auf Platz zehn. „Pfaffenschlag, erster Platz, verdienter Meister – Gratulation von unserer Seite“, sagte Krawczyk. „Mit viel Selbstvertrauen gewinnst du auch solche knappen Spiele. Es wäre nicht unverdient gewesen, wenn wir einen Punkt mitgenommen hätten, aber ich bin mit unserem Auftritt zufrieden.“

Nach dem Schlusspfiff stand in Hoheneich noch ein persönlicher Moment an: „Wir haben unseren Trainer Bohumil Hohn verabschiedet. Nächstes Jahr gehen wir in eine Spielgemeinschaft mit Brann-Nagelberg, die SG Brann-Nagelberg–Hoheneich, und da soll ein neuer, neutraler Trainer kommen.“ Einen Nachfolger gibt es noch nicht. „Die SG wurde kurzfristig beschlossen, da sind noch ein paar Entscheidungen offen. Es ist ein bisschen traurig, weil wir uns gut verstanden haben, aber er versteht die Entscheidung – wir wünschen Bobby alles Gute.“

2. Klasse Waldviertel Zentral: Hoheneich : Pfaffenschlag - 1:2 (1:2)

  • 43
    Stefan Sprinzl 1:2
  • 40
    Eigentor durch Josef Flaska 1:1
  • 26
    David Smolen 1:0