In der 2. Klasse Waldviertel Zentral hat SV Groß-Siegharts am Freitagabend beim SV Eibenstein einen 0:1-Rückstand in einen 2:1-Auswärtssieg gedreht. Trainer Harald Fischer sprach nach dem Spiel von einer schwierigen Partie, in der seine Mannschaft nach der Pause „das Heft in die Hand genommen“ habe. Aus seiner Sicht lag der Knackpunkt in jener Szene, in der Eibenstein das mögliche 2:1 wegen Abseits aberkannt wurde.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Dass es für die Gäste kein einfacher Abend werden würde, hatte Fischer schon vor dem Anpfiff erwartet. Eibenstein war mit zwei Siegen in die Meisterschaft gestartet, Groß-Siegharts dagegen mit zwei Niederlagen. Entsprechend unangenehm entwickelte sich aus Sicht des Trainers auch die erste Halbzeit. „Eibenstein war in der ersten Halbzeit sehr kampfkräftig, hat gut kombiniert und war aus Standardsituationen sehr, sehr gefährlich“, sagte Fischer. Vor allem bei ruhenden Bällen sah er die Gastgeber stark, bei Cornern seien sie „extrem gefährlich“ gewesen. In der 18. Minute ging Eibenstein dann auch durch Alexander Bruckner mit 1:0 in Führung. Groß-Siegharts kam bis zur Pause kaum zu klaren Möglichkeiten, Fischer sprach offen davon, dass seine Mannschaft „keine zwingenden, so richtigen Chancen“ gehabt habe. Dazu kam, dass er Eibenstein insgesamt als „robuste Mannschaft“ erlebte, die gerade auf eigenem Platz schwer zu bespielen sei.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild aber deutlich. Fischer hatte seiner Mannschaft nach der Niederlage in der Vorwoche eingefordert, die „Basics“ konsequenter auf den Platz zu bringen, und genau das sah er diesmal. „Die Attribute Laufen, Kämpfen, Kratzen haben wir gestern gemacht“, sagte der Trainer. Dazu kam, dass Groß-Siegharts spielerisch zulegte und in der 52. Minute durch Jiri Mica zum 1:1 ausglich. Der eigentliche Wendepunkt kam für ihn aber erst danach: Eibenstein traf zwar noch einmal, doch das mögliche 2:1 zählte wegen Abseits nicht. „Das hat uns ein bisschen in die Karten gespielt“, meinte Fischer. „Das war, glaube ich, der Knackpunkt.“ Für den Groß-Siegharts-Coach war das jener Moment, in dem seine Mannschaft endgültig die Oberhand bekam und der Gastgeber etwas aus dem Tritt geriet.
Von dort weg blieb Groß-Siegharts am Drücker und hätte den Abend laut seinem Trainer sogar noch klarer gestalten können. Fischer sprach von „drei, vier hundertprozentigen Chancen“, die seine Mannschaft nach dem Ausgleich und in der Phase danach liegen ließ. Der Siegtreffer fiel schließlich in der 80. Minute, und auch diese Szene schilderte der Coach genau: „Wir haben einen vertikalen Pass auf Andre Sindlgruber gespielt. Der Torhüter ist rausgekommen und Andre Sindlgruber hat ihn aus 20 Metern überhoben.“ Damit war die Wende perfekt, und aus einem schwierigen Auswärtsspiel wurde doch noch der erste Sieg der Saison. Entsprechend zufrieden klang Fischer danach, ohne die drei Punkte größer zu machen, als sie waren. Er gratulierte seiner Mannschaft ausdrücklich, weil sie das umgesetzt habe, was besprochen und trainiert worden sei. „Jeder Einzelne kann stolz sein, dass wir da drei Punkte geholt haben“, sagte der Trainer. Und er schob gleich die Richtung für die nächsten Wochen nach: „Wenn wir diese Attribute beibehalten, können wir jedem Gegner wehtun.“