Im Topspiel der 2. Klasse Wechsel trennte sich SC Aspang vom SC Neunkirchen mit 0:0. Der Leader war ersatzgeschwächt und lieferte sich mit dem Verfolger eine intensive Mittelfeldschlacht – am Ende stand ein Punkt, der für Trainer Dieter Reiberger passt: "Es war das erwartete schwierige Spiel. Beide Defensiven standen gut." Der Coach sprach offen über fehlenden Zugriff im Zentrum, verletzte Offensivkräfte und eine Abseitsentscheidung, die ohne Linienrichter schwer zu bewerten war.

Foto von Alfonso Scarpa auf Unsplash
Von Beginn an entwickelte sich das Duell Erster gegen Zweiter zu genau jenem zähen Ringen, das viele erwartet hatten. "Beide Mannschaften haben sich sehr gut neutralisiert. Es war ein intensives Spiel im Mittelfeld, Offensivmöglichkeiten waren auf beiden Seiten Mangelware", erklärte Dieter Reiberger. In der ersten Hälfte verzeichnete er für beide Teams jeweils "ein, zwei Möglichkeiten", mehr ließ der enge Raum zwischen den Linien nicht zu. Kurz vor der Pause sorgte eine Abseitsentscheidung für Gesprächsstoff. "Der Schiedsrichter hat Abseits gepfiffen, was im Nachhinein keines war. Ohne Linienrichter ist das schwierig – und man weiß ja auch nicht, ob wir das Tor überhaupt gemacht hätten", meinte der Aspang-Coach. Zur Pause stand folgerichtig das 0:0, das den bisherigen Verlauf gut abbildete.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Grundbild wenig, allerdings bekam Aspang immer weniger Zugriff im Zentrum. "In Summe war das sicher unsere schlechteste Leistung im ganzen Frühjahr. Wir haben das, was wir uns vorgenommen haben, nicht umsetzen können", ordnete Reiberger ein. Besonders im Mittelfeld fehlte der Zugriff: "Neunkirchen hat das richtig gut gemacht, sie haben Qualität in der Mitte, da hatten wir massive Probleme." In der Offensive fehlen mit Jetmir Torra und Manuel Ringhofer zwei Spieler, die zuletzt gut drauf waren. "Glück ist das falsche Wort. Glück muss man sich erzwingen, indem man kampfbereit ist", sagte er – und nannte die Gründe fürs 0:0: Der letzte Pass fehlte, die Abschlüsse waren nicht so wie in den Wochen zuvor. Und überhaupt: "Dadurch, dass drei Spieler aus der Startelf gefehlt haben und Neunkirchen vollbesetzt gekommen ist, bin ich super stolz auf die Jungs – das 0:0 geht in Ordnung."
Der Respekt vor dem Gegner war greifbar. Reiberger führte den engagierten Auftritt auch auf die jüngsten Umstände beim SC Neunkirchen zurück: "Nach dem Trainerwechsel rückt eine Mannschaft oft enger zusammen. Sie waren sehr aggressiv und lauffreudig." Über neunzig Minuten, vor allem nach der Pause, "wäre ein Sieg von Neunkirchen auch nicht unverdient gewesen", gab er zu. Kritik am Unparteiischen wollte er dennoch keine üben: "Summa summarum war die Schiedsrichterleistung in Ordnung. Ohne Linienrichter ist Abseits schwer, und die Linie hat etwas variiert." Trotz der mäßigen Vorstellung blieb der Tenor positiv: "Ich bin super stolz auf die Jungs." Nach 15 Runden führt Aspang die Liga an, Neunkirchen bleibt der erste Verfolger – und das Rennen geht weiter.