In der 2. Klasse Wechsel hat ASK Ternitz gegen den USV Raika Kirchberg am Wechsel nach 0:1-Rückstand noch ein 2:2 geholt und den ungeschlagenen Gästen lange die erste Niederlage nahegebracht. Trainer Christoph Mattes sprach nach dem Schlusspfiff von einer klaren Reaktion seiner Mannschaft: Gegenüber dem 0:9 zuletzt habe sein Team diesmal läuferisch, kämpferisch und als Einheit genau das gezeigt, was er sehen wollte.
Für die Gastgeber begann die Partie denkbar ungünstig. Schon in der 6. Minute brachte Florian Fahrner Kirchberg mit 1:0 in Führung, und genau diese Anfangsphase sprach Mattes danach offen an. "Wir sind schnell in Rückstand geraten, da hat die Zuordnung in der Defensive nicht gepasst", sagte der Ternitz-Trainer. Nach seiner Einschätzung brauchte seine Mannschaft rund zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten, um wirklich in die Partie zu finden. Erst dann wurde Ternitz stabiler, kam besser in die Zweikämpfe und arbeitete sich Schritt für Schritt hinein. Noch vor der Pause waren auch Möglichkeiten da, wie Mattes betonte, doch ein Tor gelang nicht mehr. So blieb es beim 0:1 zur Halbzeit.
Nach dem Seitenwechsel sah Mattes genau jene Reaktion, die er sich erhofft hatte. "Wir sind gut ins Match gestartet, hatten einen guten Matchplan für die zweite Halbzeit, haben uns zurückgekämpft und zurückgearbeitet", sagte er. Ternitz blieb dran und belohnte sich in der 65. Minute durch Fatlum Laiq mit dem 1:1. Zehn Minuten später legte derselbe Spieler nach und drehte die Partie mit seinem zweiten Treffer sogar auf 2:1. Damit hatte sich die Heimmannschaft nach dem frühen Rückstand die Führung tatsächlich erarbeitet. Umso bitterer war aus Ternitzer Sicht die Schlussphase: In der Nachspielzeit traf Krisztian Geresi noch zum 2:2. Mattes sprach von einem Elfmeter gegen seine Mannschaft, den er völlig anders gesehen hatte.
Gerade deshalb blieb nach dem Abpfiff ein gemischter Eindruck zurück. Einerseits war da der Ärger über den späten Ausgleich, andererseits überwog bei Mattes auch die Zufriedenheit mit der Art, wie seine Mannschaft nach dem Rückstand und nach dem letzten Spiel aufgetreten war. "Die kämpferische Einstellung, die läuferische Bereitschaft, das füreinander Kämpfen und die Ausdauer waren auf jeden Fall gut. Gegenüber der 0:9-Niederlage war das die richtige Reaktion", sagte der Trainer. Viel habe aus seiner Sicht nicht gefehlt, um die drei Punkte in Ternitz zu behalten: "Ein bisschen Glück." Mehr wollte er zur Schiedsrichterleistung nicht sagen. Stattdessen richtete er den Blick lieber auf das, was seine Mannschaft selbst beeinflussen konnte.
Dass dieser Auftritt gegen keinen gewöhnlichen Gegner zustande kam, stellte Mattes ebenfalls heraus. "Dem Gegner muss man trotzdem Respekt zeigen, weil sie nach wie vor ungeschlagen sind. Das ist eine kompakte Mannschaft, die genauso läuft und kämpft, und sie haben auch ihre zwei, drei Unterschiedspieler in ihren Reihen", sagte er über Kirchberg. Genau deshalb wollte der Ternitz-Coach das Remis trotz des späten 2:2 nicht kleinreden. Unter dem Strich bleibt für seine Mannschaft zwar nur ein Punkt, doch nach dem frühen Rückstand, nach dem zwischenzeitlichen 2:1 und vor allem nach der Vorgeschichte war dieser Auftritt mehr als nur ein kleines Lebenszeichen. An diese zweite Halbzeit und an diese Geschlossenheit wird Ternitz anknüpfen wollen.