Spielberichte

„Zu zehnt haben wir den Gegner an die Wand gespielt“ – Grünbach nimmt aus dem Derby nur einen Punkt mit

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ATSV Puchberg
SV Grünbach

Im Derby der 2. Klasse Wechsel zwischen ATSV Puchberg und SV Grünbach gab es am Samstag ein 1:1. Für die Gäste war es ein Nachmittag mit zwei Gesichtern: Harald Winkler sprach von einem dominanten Auftritt seiner Mannschaft, ärgerte sich über die Ausschlüsse und meinte trotzdem, dass man mit dem Punkt nach dem Verlauf am Ende leben müsse.

Spieler ziehen auf der Ersatzbank ihre Schuhe an

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Kalusa bringt Puchberg vor der Pause in Führung

Winkler sah Grünbach schon in der ersten Halbzeit als das aktivere Team. „Prinzipiell war es ein dominanter Auftritt unserer Mannschaft“, sagte der Obmann nach dem Derby. Auf der Anzeigetafel stand zur Pause trotzdem ein 0:1, weil Stefan Kalusa in der 31. Minute für Puchberg traf. Winkler sprach von einem Treffer, der den bisherigen Verlauf „eigentlich widerlegt hat“, und schilderte dabei einen Platzfehler, nach dem ein Puchberger Spieler an der Strafraumgrenze außen zum Abschluss kam und unhaltbar ins Kreuzeck traf. Für die Gäste war das ein Rückschlag, weil sie das Spiel bis dahin anders erlebt hatten. Puchberg nahm diesen Vorsprung aber mit in die Kabine und hatte damit trotz eines aus Grünbacher Sicht unglücklichen Gegentores die bessere Ausgangslage für die zweite Hälfte.

Kutak gleicht aus, obwohl Grünbach schon in Unterzahl ist

Nach der Pause bekam die Partie einen neuen Dreh, weil Grünbach ab der 55. Minute nach der Roten Karte gegen Tomas Janecek nur noch zu zehnt weiterspielen musste. Gerade diese Phase hob Winkler im Gespräch besonders hervor. „Besonders gut hat funktioniert, wie wir zu zehnt gegen elf waren. Die Laufbereitschaft war hervorragend, das Passspiel hat funktioniert“, sagte er. Nur fünf Minuten nach dem Ausschluss fiel dann auch der Ausgleich. Kristian Kutak stellte in Minute 60 auf 1:1 und hielt seine Mannschaft damit im Derby voll im Rennen. Winkler sprach bei diesem Treffer von einer „sensationellen Einzelaktion“, die sein Spieler überlegt abgeschlossen habe. Für Grünbach war das nicht nur das verdiente 1:1, sondern auch ein klares Zeichen, dass die Mannschaft trotz Unterzahl nicht eingebrochen war, sondern nach dem Rückstand weiter mutig und druckvoll geblieben war.

Viel Diskussion, wenig Ertrag aus der Überzahl

Auch nach dem Ausgleich sah der Grünbacher Obmann seine Mannschaft eher am Drücker. „Wir haben den Gegner an die Wand gespielt“, sagte Winkler über die Phase in Unterzahl und meinte sogar, dass sein Team dem Führungstor näher gewesen sei. Puchberg redete er dennoch nicht klein. „Puchberg hat, wie bei einem Derby zu erwarten, über Kampf ins Spiel gefunden“, erklärte er und hielt fest, dass die Gastgeber bei elf gegen elf eine gute Leistung gezeigt hätten. Diskussionsstoff gab es für ihn dennoch genug. Winkler sprach von Provokationen, von zu wenig Disziplin bei den eigenen Spielern und von einer schweren Fehlentscheidung, als der Schiedsrichter einen Pressball mit Gelb und somit Gelb Rot für Kubasak in Minute 80 bewertete. „Was gefehlt hat, ist die Disziplin“, sagte er klar und nannte das einen wesentlichen Punkt, weil seine Mannschaft sich damit das Leben selbst schwer gemacht habe. Zugleich meinte er, der Unparteiische habe die Partie grundsätzlich ordentlich geleitet, allerdings habe aus seiner Sicht dieser schwere Fehler das Derby mitbeeinflusst.

Ein Punkt mit Beigeschmack und Folgen für die nächste Runde

In der Schlussphase wurde die Aufgabe für Grünbach noch schwieriger, weil nach der dritten Roten Karte gegen Patrik Gajan ab der 82. Minute nur noch acht Spieler auf dem Feld standen. Dass es am Ende trotzdem beim 1:1 blieb, beschreibt den Nachmittag aus Sicht der Gäste recht gut: kämpferisch stark, aber mit einem bitteren Nachgeschmack. „Natürlich haben wir uns mehr erwartet“, sagte Winkler, der den Zähler nach diesem Verlauf trotzdem mitnimmt. Noch stärker beschäftigt ihn aber schon der Blick nach vorne. Der Obmann sprach von einem „Pyhruspunkt“, weil im nächsten Spiel mehrere Stammspieler ersetzt werden müssen. So bleibt für Grünbach aus dem Derby in Puchberg einerseits ein beachtlicher Punkt unter schwierigen Umständen, andererseits aber auch das Gefühl, dass an diesem Tag trotz aller Widerstände sogar mehr möglich gewesen wäre.

2. Klasse Wechsel: Puchberg : Grünbach - 1:1 (1:0)

  • 60
    Kristian Kutak 1:1
  • 31
    Stefan Kalusa 1:0