In der 2. Klasse Weinviertel erkämpfte die SG Schrattenberg/Drasenhofen gegen den FC Wilfersdorf ein 3:3 und holte nach einem 1:3-Rückstand spät noch einen Zähler. Wilfersdorf hatte viel Ballbesitz und lange mehr vom Spiel, doch die Hausherren blieben dran und schlugen in der Schlussphase mit einem Elfmeter und einem kurz abgespielten Corner zurück. Trainer Helmut Janecek sprach anschließend von einem „gerechten Unentschieden“ und lobte die Moral seiner Mannschaft nach einem zähen Arbeitstag mit wenigen spielerischen Akzenten.

Foto von Abigail Keenan auf Unsplash
Die Partie begann mit Vorteilen für Wilfersdorf im Zentrum, dennoch gingen die Gastgeber in Minute 38 in Führung: Marek Svetlik stellte auf 1:0. „Wir gehen durch einen Tormannfehler 1:0 in Führung“, ordnete Helmut Janecek ein. Die Antwort kam kurz darauf: Manuel Kramer glich in der 40. zum 1:1 aus – „nach einem Patzer in der Innenverteidigung“, so der Coach. Nach der Pause drückte Wilfersdorf erneut. „Sie haben wieder stark auf unser Tor gedrückt“, sagte Janecek. Stefan Kramer traf in der 55. zum 1:2, Yassin Abu El Hosna legte in der 66. das 1:3 nach. Die Gastgeber wirkten angezählt, doch sie gaben nicht auf. Zehn Minuten vor Schluss verkürzte Frantisek Vlcek per Elfmeter auf 2:3 (82.). In Minute 88 fiel der umjubelte Ausgleich: Nach kurz abgespielter Ecke traf Martin Pitel trocken ins lange Eck zum 3:3. „Nach dem 1:3 hätte ich nicht gedacht, dass wir zurückkommen. Die Jungs haben Moral bewiesen.“
In seiner Analyse hob Helmut Janecek die spielerische Klasse des Gegners hervor: „Wilfersdorf hatte im Mittelfeld viel Ballbesitz, war kombinationsstark und läuferisch sehr gut. Mit dem ständigen Rochieren haben sie uns oft in Schwierigkeiten gebracht.“ Seine Elf hielt kämpferisch dagegen, doch am Ball haperte es zu oft. „Spielerisch war es bei uns heute eher dürftig, aber läuferisch und kämpferisch war es in Ordnung. So haben wir uns das 3:3 verdient.“ Gleichzeitig blieb er bei der Einordnung nüchtern: „Wir haben es nicht geschafft, sie dauerhaft unter Druck zu setzen, weil wir nicht so ballsicher waren.“ Unterm Strich passte das Remis für ihn dennoch: „Es ist ein gerechtes Unentschieden.“ Die Mischung aus Geduld, Standards und Moral machte am Ende den Unterschied – und rettete den Punkt, obwohl Wilfersdorf über weite Strecken das aktivere Team war.
Rund um die Schlüsselszene zum 2:3 blieb ein wenig Gesprächsstoff. „Der Schiedsrichter war gut, das war in Ordnung. Beim Elfmeter kann man streiten – er geht an den Ball, mit VAR sähe man’s vielleicht anders. Aber insgesamt passt das“, erklärte Janecek, der keinerlei Vorwürfe erhob. Den Gegner würdigte er ausführlich: „Wilfersdorf ist spielstark, beweglich, kombinationsstark – ein wirklich guter Gegner.“
In der Tabelle liegt Wilfersdorf nach 23 Runden im Vorderfeld, Schrattenberg/Drasenhofen im gesicherten Mittelfeld. Für die Heimischen fühlt sich das Remis wie ein kleiner Sieg an, weil die Mannschaft als Einheit auftrat. „Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung. War okay, hat gepasst“, sagte Janecek – und genau diese Moral will seine Elf nun in die nächsten Spiele mitnehmen.