Was für eine Wende in der 23. Runde der 2. Klasse Weinviertel: Der SV Zistersdorf drehte beim SC Dürnkrut ein 0:2 in ein klares 5:2. Nach einer verschlafenen Anfangsphase fanden die Gäste rechtzeitig ins Spiel, glichen noch vor der Pause aus und legten nach dem Seitenwechsel entschlossen nach. Sportchef Patrick Kraupp sprach von einer „komplett verschlafenen ersten halben Stunde“, sah aber im 3:2 durch Paul Kaufmann den Knackpunkt. Dürnkrut blieb nach starkem Start am Ende ohne Zähler.

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Dürnkrut erwischte den deutlich besseren Beginn und lag früh voran: Nach elf Minuten traf Sina Bahrami zum 1:0, in Minute 29 legte Angelo Katusa das 2:0 nach. Zistersdorf hing eine halbe Stunde hinterher – Patrick Kraupp brachte es offen auf den Punkt: „Wir haben die erste halbe Stunde komplett verschlafen – zu wenig aggressiv, zu wenig im Spiel.“ Genau in dieser Phase fanden die Gäste aber den Anschluss. Nur zwei Minuten nach dem 0:2 stellte Adrian Kautz auf 2:1 (31.), und kurz vor dem Pausenpfiff glich Tomas Krivanek zum 2:2 aus (40.). Kraupp fasste die Wende trocken zusammen: „Wir waren ziemlich schnell 0:2 hinten, haben aber noch vor der Halbzeit den Ausgleich gemacht.“ Mit diesem Remis zur Pause war das Momentum gedreht.
Aus der Kabine kam Zistersdorf mit deutlich mehr Zug. Der erste wirklich klare Nadelstich in Halbzeit zwei saß – und wie. In Minute 58 setzte Paul Kaufmann das 3:2 und lieferte damit den von Kraupp ausgerufenen Knackpunkt. Der Sportchef schilderte die Szene so: „Das 3:2 war der wichtige Treffer. Paul Kaufmann hat zwei Spieler ausgespielt und mit einem strammen Schuss ins lange Eck getroffen.“ Dürnkrut musste öffnen, Zistersdorf blieb am Drücker. Nur fünf Minuten später nutzte Tomas Krivanek den Raum und erhöhte auf 4:2 (63.). In der Nachspielzeit setzte Samuel Centes mit dem 5:2 (90.+3) den Deckel drauf. Kraupps Fazit zur Steigerung passte zum Bild auf dem Platz: „In der zweiten Halbzeit waren wir besser und konnten das Spiel so für uns entscheiden.“ Die Gäste legten nach der Pause zu, nutzten die Chancen und brachten den Auswärtssieg souverän heim.
Die Lehre für Zistersdorf fiel trotz des deutlichen Ergebnisses klar aus. „Die erste halbe Stunde war zum Vergessen, defensiv haben wir einiges verschlafen“, sagte Patrick Kraupp, der zugleich die Reaktion seiner Mannschaft hervorhob: erst der schnelle Anschluss, dann der Ausgleich und nach der Pause die konsequente Fortsetzung. Zum Unparteiischen meinte er knapp: „Gab nichts zu beklagen.“
In der Tabelle hält Zistersdorf nun bei 39 Punkten und Platz sechs, Dürnkrut bleibt mit 16 Zählern Zwölfter. Für Zistersdorf war es ein Sieg mit Lerneffekt: Der verschlafene Start darf so nicht passieren, die Antwort darauf war jedoch stark. Mit dem Rückenwind eines gedrehten Auswärtsspiels lässt sich die Zielgerade der Saison selbstbewusst angehen.