Nach Platz zwei in der 2. Klasse Weinviertel und einem erfolgreichen Relegationsduell gegen Ulrichskirchen darf sich USV Schrick über den Aufstieg freuen. Auf ein 0:0 im ersten Spiel folgte daheim ein 3:1, das den Schritt nach oben fix machte. Trainer Alexander Bitter spricht von einer hervorragenden Stimmung, sieht aber trotzdem klare Aufgaben: Seine Mannschaft soll noch kompakter, ballsicherer und über die volle Distanz stabiler werden.

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Wenn Alexander Bitter auf die vergangenen Monate zurückblickt, dann beginnt er nicht mit großen Worten, sondern mit dem, was in der Tabelle schwarz auf weiß steht. "Gut funktioniert hat, dass wir mit dem zweiten Tabellenplatz abgeschlossen haben", sagt der Schrick-Trainer. Dass hinter diesem Satz mehr steckt als eine bloße Platzierung, zeigt der Verlauf der Saison. Schrick lag früh ganz vorne, rutschte zwischenzeitlich aber auch bis auf Rang sieben zurück und arbeitete sich danach wieder Schritt für Schritt nach oben. Gerade die Schlussphase hatte dann das Format eines echten Endspurts. Aus den letzten fünf Ligaspielen holte Schrick vier Siege und ein Remis, gewann gegen Schrattenberg/Drasenhofen 3:0, bei Poysbrunn-F./Ottenthal 2:1, gegen den USC Wetzelsdorf 3:0 und beim USC Eibesthal 4:0, ehe zum Abschluss gegen Meister USV Hauskirchen ein 1:1 gelang. Diese Serie brachte nicht nur 53 Punkte und Rang zwei, sie war auch die Grundlage dafür, dass Schrick in der Relegation nachlegen durfte. Dort blieb die Mannschaft im Hinspiel zunächst bei einem 0:0 geduldig und setzte sich im Heimspiel dann mit 3:1 durch. Bitter hebt dabei vor allem die mannschaftliche Leistung hervor: "Wir haben einen sehr, sehr starken Gegner 3:1 besiegt und wirklich nicht viel zugelassen." Genau dieser Satz erklärt auch, warum der Aufstieg im Verein derzeit noch immer nachwirkt. "Das macht mich schon sehr stolz", sagt der Trainer, "jetzt hat sich der Verein und die Mannschaft belohnt."
Trotz des Aufstiegs macht Bitter kein Geheimnis daraus, dass er seine Mannschaft noch nicht am Ende ihrer Entwicklung sieht. Im Gegenteil: Er spricht sehr offen darüber, wo Schrick noch zulegen muss. "Zu verbessern gibt's natürlich immer was, sowohl in der Defensive als auch in der Offensive", sagt er. Vor allem ein Punkt zieht sich durch seine Analyse: Die Mannschaft soll ihr Spiel über 90 Minuten noch sauberer und ruhiger aufziehen. "Ich würde mir wünschen, dass wir über die volle Spieldistanz noch kompakter werden und ganz einfach ballsicherer, damit wir längere Ballbesitzphasen haben und nicht so schnell den Ball verlieren." Es ist eine Einschätzung, die gut zu einem Team passt, das viel richtig gemacht hat, aber in der neuen Liga noch genauer arbeiten muss. Auch das Umschaltspiel nennt Bitter ausdrücklich als Schwerpunkt für die nächste Zeit. Dass er dabei nicht nur auf den eigenen Kader schaut, sondern auch auf das Niveau der Konkurrenz, zeigt sein Blick auf den Meister. Hauskirchen habe ihn "mit der Konstanz, mit der sie über die Saison gute Leistungen gebracht haben" besonders beeindruckt, sagt Bitter. Gerade diese Konstanz sei ein Maßstab gewesen. Schrick hat sich den Aufstieg verdient, aber der Trainer weiß genau, dass der nächste Schritt nur gelingt, wenn sein Team in den entscheidenden Phasen noch gefestigter auftritt.
Auch personell wirkt Schrick nicht wie ein Verein, der nach dem Aufstieg alles umkrempeln will. Bitter setzt auf Stabilität, sowohl im Kader als auch im Betreuerteam. Fix verabschieden wird sich Alexander Kukolja, bei den Neuzugängen nennt der Trainer mit Philip Jorganovic, Matias Sulic und Ömer Helvaci gleich drei junge Spieler, die ganz bewusst mit Perspektive geholt wurden. "Das sind alles junge Spieler, die Qualität haben, die wir weiterentwickeln wollen und die uns sicher helfen werden", sagt Bitter. Dazu kommt, dass Schrick in einer wichtigen Frage gute Nachrichten hat: Langzeitverletzte gibt es derzeit keine. Nach einer langen Saison mit Relegationsspielen gebe es zwar die üblichen kleinen Blessuren, aber da muss ich auch unseren Physiotherapeuten Philipp Schwarzl ein Kompliment aussprechen, der sich sehr um die Gesundheit der Spieler kümmert. Sehr deutlich wird Bitter, wenn es um das Umfeld geht. Das Betreuerteam bleibt unverändert, und genau das ist für ihn ein zentraler Punkt. "Ich bin sehr froh, dass ich dieses Betreuerteam an meiner Seite habe", sagt er und nennt dabei seine beiden Co-Trainer Christian Bitter, Lukas Voglmüller sowie Tormann Günther Arnberger. "Dass ist keine "one man show" Ohne diese Leute wäre so ein sportlicher Erfolg nicht möglich gewesen." Einzelbewertung der Spieler wollte er im Gespräch bewusst nicht herausheben. Für ihn zählt vor allem der Charakter der Truppe. "Die ganze Mannschaft hat einen großartigen Charakter, tritt immer als Einheit auf und ist im Großen und Ganzen eine menschliche Toptruppe."
Die Richtung für die kommenden Monate ist beim Aufsteiger klar, und Bitter formuliert sie bewusst ohne große Show. "Als Aufsteiger darf man da nicht vermessen sein. Wir wollen auf alle Fälle nichts mit dem Abstieg zu tun haben", sagt er über die erste Klasse. Zuerst gehe es darum, in der neuen Liga anzukommen, dann darum, weiterhin guten und schönen Fußball zu spielen. Genauso wichtig ist ihm aber, dass die Verbindung zum Umfeld erhalten bleibt. Bitter bedankt sich ausdrücklich bei den Fans, die die Mannschaft in dieser Saison begleitet haben. "Die Unterstützung war riesig, großartig. Das gibt den Spielern noch ein paar Prozent mehr", sagt er. Seine Dankesworte gehen darüber hinaus auch an Obmann Johannes Rabenreither und an Niklas Maier, mit denen er sich nach eigener Aussage tagtäglich austauscht. Bitter beschreibt den Verein als sehr harmonisch, geprägt von Vertrauen, Wertschätzung und gegenseitigem Respekt. Bevor am 8. Juli die Vorbereitung startet, steht in Schrick noch ein besonderer Termin an: Im Rahmen der 45-Jahr-Feier kommt es zu einem Turnier mit der Vienna, der Wiener Viktoria, dem SV Zistersdorf und dem Gastgeber selbst. Auch das zeigt, dass beim Aufsteiger einiges in Bewegung ist. Die Freude über den Aufstieg ist groß, doch in Schrick will man sich darauf nicht ausruhen.