Mit Platz sechs und 42 Punkten in der 2. Klasse Weinviertel hat SV Zistersdorf eine Saison hinter sich, die Patrick Kraupp mit gemischten, insgesamt aber ordentlichen Eindrücken bewertet. Der sportliche Leiter verweist auf gelungene Verstärkungen im Winter, auf große personelle Probleme in der Defensive und auf ein klares Ziel für die kommenden Monate: „Wir wollen uns stetig verbessern.“

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Wenn Kraupp auf die vergangenen Monate zurückblickt, dann spricht er zuerst über zwei Dinge, die das Frühjahr geprägt haben. Auf der einen Seite standen die Neuzugänge, die dem Kader gutgetan haben. „Wir haben uns im Winter mit Samuel Centes und Simon Kupec verstärkt. Die haben eigentlich sehr gut gepasst“, sagt der sportliche Leiter. Auf der anderen Seite musste Zistersdorf immer wieder mit Ausfällen leben, die vor allem im Defensivbereich schwer zu kompensieren waren. „Wir haben leider das ein oder andere Mal ein wenig Verletzungspech gehabt. Am Schluss waren wir defensiv schon sehr dezimiert“, erklärt Kraupp. Besonders die Ausfälle von Michael Seimann und Florian Nussböck nennt er dabei ausdrücklich. Dass die Mannschaft die Saison unter diesen Voraussetzungen dennoch auf Rang sechs abgeschlossen hat, ist für ihn kein kleines Detail. Zistersdorf pendelte im Saisonverlauf zwischen den Rängen zwei und zehn, arbeitete sich am Ende aber wieder nach vorne und brachte die Spielzeit, wie Kraupp es formuliert, „eh halbwegs gut über die Bühne“.
Ganz entscheidend war für Kraupp, dass es trotz der personellen Probleme mehrere Spieler gab, die das Niveau im Frühjahr hochgehalten haben. „Zum Herausheben ist sicher im Frühjahr Alex Alves. Der war unser überragender Spieler“, sagt er. Daneben nennt er auch Simon Kupec, Samuel Centes und Paul Kaufmann, die aus seiner Sicht „im Frühjahr sehr, sehr stark“ waren. Diese Einschätzung passt auch zu den Ergebnissen der Schlussphase, in der Zistersdorf mit einem 3:1 gegen Hauskirchen, einem 5:2 in Dürnkrut und einem 3:1 gegen Jedenspeigen klare Ausrufezeichen setzte, auch wenn in dieser Phase Niederlagen gegen Sulz und Rabensburg dazukamen. Genau darin liegt ein Teil der Bewertung: Die Mannschaft konnte zeigen, dass sie starke Gegner schlagen und gute Leistungen bestätigen kann, aber eben noch nicht durchgehend. Dass das Klima in der Gruppe trotzdem intakt blieb, hebt Kraupp ebenfalls hervor. „Die Stimmung in der Mannschaft ist eigentlich sehr gut“, sagt er. Gerade das Winter-Trainingslager in der Slowakei habe dabei geholfen: „Das hat sehr viel dazu beigetragen.“
Für den Sommer ist die Richtung bei Zistersdorf klar, auch wenn Kraupp bewusst keine große Kampfansage formuliert. Vorrang hat, den bestehenden Kader zu halten und auf dieser Basis weiterzuarbeiten. „Ziel ist, dass wir die Mannschaft komplett halten. Abgänge werden wir keine haben. Wir werden uns punktuell verstärken“, kündigt er an. Dazu kommt die Hoffnung, dass sich die Lage bei den angeschlagenen Spielern entspannt. „Ab Sommer sollten wir wieder aus den Vollen schöpfen können“, sagt Kraupp. Bei Michael Seimann müsse man abwarten, ob es schon für den Saisonstart reicht, „aber im Herbst wird er sicher wieder dabei sein“. Auch im Umfeld gab es eine Veränderung, weil Reservetrainer Armin Beganovic den Verein aus privaten Gründen verlassen hat. Kraupp hat deshalb die Reserve übernommen und sagt offen: „Das wird vorerst auch so bleiben.“ Sportlich bleibt die Zielsetzung bewusst bodenständig, aber eindeutig. „Ein richtiges Ziel oder eine richtige Vorgabe gibt es nicht, aber wir wollen uns stetig verbessern“, betont er. Als Maßstab dienen ihm dabei genau jene Auftritte, die im Frühjahr schon gelungen sind, etwa die Siege gegen Hauskirchen, Dürnkrut und Jedenspeigen.