In der 2. Klasse Weinviertel hat die SG Ulrichskirchen beim USV Sulz ein 2:2 geholt und dabei zwei völlig verschiedene Halbzeiten erlebt. Die Gäste führten zur Pause mit 2:1, mussten nach dem Seitenwechsel aber lange Schwerstarbeit verrichten. Trainer Roman Fankhauser hob nach dem Spiel die starke Moral seiner Mannschaft hervor, sprach aber auch klar an, dass seinem Team „die Kontinuität gefehlt hat“ und eigene Fehler beide Gegentore begünstigten.
Aus Sicht von Roman Fankhauser hatte seine Mannschaft in der ersten Hälfte vieles von dem umgesetzt, was sie sich vorgenommen hatte. Schon in der 13. Minute brachte James Miller die SG Ulrichskirchen mit 1:0 in Führung. Zwar kam der USV Sulz durch Rona Bumba in der 27. Minute zum Ausgleich, doch die Gäste antworteten noch vor der Pause: Stefan Fürst stellte in Minute 33 auf 2:1, mit diesem Spielstand ging es auch in die Kabinen. Fankhauser sah darin eine Phase, in der seine Elf den Gegner gut kontrollierte. „In der ersten Halbzeit haben wir Sulz super aus dem Spiel genommen und nicht viel zugelassen“, sagte der Trainer. Zwar habe Sulz „zwei, drei gute Möglichkeiten“ gehabt, grundsätzlich aber seien die Gastgeber vor der Pause „von uns neutralisiert“ worden.
Das Bild änderte sich laut Fankhauser nach dem Seitenwechsel deutlich. Der Trainer der SG Ulrichskirchen sprach von einem Gegner, der mit viel Nachdruck aus der Kabine kam und das Spiel an sich zog. „Sulz ist rausgekommen und wollte den Sieg haben. Sie haben das Momentum auf ihre Seite gezogen und die Kugel laufen lassen, das haben sie gut gemacht“, meinte Fankhauser. Danach gehörten die letzten rund 30 Minuten aus seiner Sicht fast durchgehend den Hausherren. Fankhauser sprach von einem „total überlegenen USV Sulz“, gegen den sich seine Mannschaft immer tiefer zurückziehen musste. „Wir haben es trotzdem gut wegverteidigt und nach einem Umstrukturieren dann auch besser in den Griff bekommen“, erklärte er. Den Ausgleich zum 2:2 erzielte schließlich noch einmal Rona Bumba, der in der 69. Minute seinen zweiten Treffer des Abends machte.
Dass die SG Ulrichskirchen diesen Auswärtspunkt am Ende mitnahm, erklärte Fankhauser nicht nur mit der kämpferischen Leistung seiner Mannschaft, sondern auch mit ihrem Schlussmann. „Mit ein bisschen Glück sind wir dort heil rausgekommen und natürlich dank Alexander Riegelnegg, der wieder drei, vier Glanzparaden gehabt hat“, sagte der Trainer. Dazu kam aus seiner Sicht eine mannschaftlich geschlossene Leistung: „Die Moral hat heute besonders gut funktioniert. Wir waren wirklich eine Einheit, einer ist für den anderen gerannt und wir haben gekämpft wie Löwen.“ Trotzdem blieb nach dem 2:2 auch ein klarer Kritikpunkt stehen. „Die Kontinuität hat gefehlt“, sagte Fankhauser und spielte damit auf beide Gegentore an: „Das waren wieder zwei Tore, bei denen wir den Gegner einladen und dann aus eigenen Fehlern die Tore kriegen.“ Eine späte Möglichkeit von Stefan Fürst, die aus Sicht der Gäste der „Lucky Punch“ zum 3:2 hätte sein können, blieb ungenutzt. Über den Schiedsrichter wollte Fankhauser das Remis am Ende nicht erklären. Wichtiger war ihm der Blick auf die eigene Leistung. Unterm Strich nimmt die SG Ulrichskirchen damit den ersten Punkt der noch jungen Saison mit und zugleich die Erkenntnis, dass Einsatz und Moral stimmen, die Fehlerquote aber noch runter muss.