Spielberichte

„Wir haben nur 30 Minuten gut gespielt“ – Ulrichskirchen-Coach Fankhauser nach dem 1:5

SG Ulrichskirchen
Schrattenberg/Drasenhofen

In der 2. Klasse Weinviertel kassierte SG Ulrichskirchen gegen SG Schrattenberg/Drasenhofen eine deutliche 1:5-Heimniederlage. Trainer Roman Fankhauser sprach danach von einem sehr schwachen Auftritt seiner Mannschaft, die aus seiner Sicht nur in zwei kurzen Phasen wirklich im Spiel war. Vor allem die vergebenen Möglichkeiten zu Beginn und viele Eigenfehler erklärten für ihn, warum die Gäste am Ende klar die Oberhand behielten.

Fußballspieler mit weißen Stutzen, in die Löcher geschnitten sind

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Guter Start ohne Ertrag, dann kippt die erste Hälfte

Der Beginn war aus Sicht der Gastgeber noch jener Abschnitt, in dem am meisten möglich gewesen wäre. Fankhauser sah seine Mannschaft in den ersten zehn bis fünfzehn Minuten präsent und aktiv. „Da haben wir zwei Hochkaräter und machen sie nicht“, sagte der Ulrichskirchen-Coach und sah genau darin einen ganz wichtigen Punkt dieser Partie. Auch insgesamt beurteilte er die Anfangsphase gar nicht so schlecht, weil Schrattenberg zunächst nicht viel Zugriff hatte und Ulrichskirchen den Gegner phasenweise in die eigene Hälfte drückte. Das alles half aber wenig, weil der Ertrag ausblieb. Mit dem 0:1 durch Christopher Okoko in der 24. Minute änderte sich das Spiel, und als Cenek Cenek in der 35. Minute auf 0:2 stellte, war die Partie für die Heimischen schon deutlich schwieriger geworden. Fankhauser hatte danach das Gefühl, „dass die Mannschaft ein bisschen zerbrochen ist und bis zur Pause nicht mehr ins Spiel zurückgefunden hat“.

Nach dem 1:2 keimt noch einmal Hoffnung auf

Ganz vorbei war die Partie nach dem Seitenwechsel zunächst noch nicht. Ulrichskirchen kam besser aus der Kabine, und genau diese Phase erwähnte Fankhauser später ausdrücklich noch einmal. „Auch die ersten zehn, fünfzehn Minuten nach der Pause waren wir viel stärker“, sagte er. In diese Phase fiel auch der Anschlusstreffer von Stefan Fürst in der 48. Minute zum 1:2, der die Gastgeber noch einmal heranbrachte. Der Trainer ordnete dieses Tor zwar als „eher glücklichen“ Anschlusstreffer ein, doch zumindest war Ulrichskirchen in diesem Moment wieder dran. Entscheidend war dann aus seiner Sicht das 1:3 durch Stefan Wiesinger in der 65. Minute. Fankhauser wollte dieses Gegentor nicht im Detail festmachen, weil ihm die Szene nicht mehr genau im Kopf war, sagte aber sehr klar: „Das war sicher wieder ein Eigenfehler von uns.“ Spätestens da war der kurze Aufschwung vorbei. In der Schlussphase legten die Gäste durch Adam Krystof in der 82. Minute und Roman Körner in der Nachspielzeit noch zwei weitere Treffer nach und machten aus dem Zwischenstand eine klare 1:5-Niederlage.

„Wir schießen uns alle fünf Tore selber“

In seiner Analyse war Fankhauser nach dem Spiel sehr deutlich. „Von unserer Seite war das sehr schwach. Man hatte das Gefühl, dass meine Mannschaft ziemlich müde war und nicht ins Spiel gefunden hat“, sagte er. Besonders hart fiel seine Einschätzung bei den Gegentoren aus: „Grundsätzlich schießen wir uns alle fünf Tore selber.“ Damit meinte er nicht einzelne unglückliche Momente, sondern ein Problem, das sich aus seiner Sicht durch den ganzen Abend zog. Auf der anderen Seite wollte er dem Gegner den starken Auftritt aber nicht absprechen. „Der Gegner war ziemlich erwachsen. Sie haben sauberen Fußball gespielt und aus ihren Mitteln das Bestmögliche gemacht“, meinte Fankhauser. Über die gesamten 90 Minuten seien die Gäste für ihn die spielbestimmende Mannschaft gewesen. Ulrichskirchen habe dagegen kein Mittel gefunden, „ihre Spieler auszuschalten“. Das erklärt auch, warum der Trainer trotz zweier ordentlicher Phasen unterm Strich zu einem klaren Urteil kam: „Wir haben im ganzen Spiel 30 gute Minuten, aber 60 Minuten lang haben wir den Gegner spielen lassen.“

Fehlende Spieler, viele Neue und klare Ansage für die nächsten Wochen

Über das nackte Ergebnis hinaus richtete Fankhauser den Blick auch auf die Lage seiner Mannschaft. Er verwies darauf, dass ihm drei Spieler fehlten, darunter auch wichtige Kräfte. Gleichzeitig steckt bei Ulrichskirchen noch viel Arbeit im Aufbau der Gruppe. „Wir haben acht neue Zugänge gehabt. Es funktioniert bei Weitem noch nicht alles, wie es sich gehört“, sagte der Trainer. Vor allem das, was in der Vorwoche noch ein Pluspunkt gewesen sei, habe diesmal gefehlt: „Die Motivation oder das gemeinsame Spielen hat diese Woche gänzlich gefehlt.“ Dabei nahm er seine junge Mannschaft zwar teilweise in Schutz, machte aber auch klar, dass sich rasch etwas ändern muss. „Mit solchen Leistungen werden wir das nicht schaffen“, sagte Fankhauser mit Blick auf den eigenen Anspruch, an die Tabellenspitze beziehungsweise zumindest in die Top fünf zu kommen. Nach drei Runden steht Ulrichskirchen bei einem Punkt, und deshalb kündigte der Trainer intensive Wochen an. Er wolle nun „wirklich intensiv“ mit der Mannschaft arbeiten, Ruhe hineinbringen und den richtigen Weg finden, „um die richtige Mannschaft am Platz zu stellen, die die Saison dann auch zu Ende spielt“.

2. Klasse Weinviertel: Ulrichskirchen : Schrattenberg/Drasenhofen - 1:5 (0:2)

  • 91
    Roman Körner 1:5
  • 82
    Adam Krystof 1:4
  • 65
    Stefan Wiesinger 1:3
  • 48
    Stefan Fürst 1:2
  • 35
    Cenek Cenek 0:2
  • 24
    Christopher Okoko 0:1