In der 2. Klasse Weinviertel trennten sich der USC Wetzelsdorf und der SC Dürnkrut mit 1:1. Es war ein Remis, das am Ende für beide Seiten etwas hatte und doch keinen ganz glücklich machte. Wolfgang Lehner brachte die 90 Minuten treffend auf den Punkt: Beide Teams hätten die Partie für sich entscheiden können, Wetzelsdorf ließ den möglichen Heimsieg aber ganz spät liegen.

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Die Partie begann aus Sicht der Gastgeber so, wie man sich das auf eigenem Platz vorstellt. Wetzelsdorf startete druckvoll und hatte laut Obmann Wolfgang Lehner schon in der ersten Minute nach einem Steilpass eine große Möglichkeit. Es blieb aber nicht bei einer einseitigen Anfangsphase, weil auch Dürnkrut rasch zeigte, dass es ein unangenehmer Gegner werden würde. In der 15. Minute wurde ein Treffer der Gäste wegen eines Foulspiels aberkannt, danach wechselten sich die Drangphasen ab. Einmal war Wetzelsdorf am Drücker, dann wieder Dürnkrut. Gerade vor der Pause bekam die Partie noch einmal eine klare Tendenz in Richtung Gäste, und mit dem Halbzeitpfiff gerieten die Hausherren durch ein Eigentor von Simon Mayerhofer mit 0:1 in Rückstand. Lehner fasste das Gesamtbild treffend zusammen: „Beide Mannschaften können mit dem Unentschieden zufrieden sein, und beide werden mit der Punkteteilung unzufrieden sein, weil sowohl Dürnkrut als auch Wetzelsdorf verabsäumt haben, das Spiel für sich zu entscheiden.“
Nach dem Seitenwechsel kam Wetzelsdorf wieder aktiver aus der Kabine und legte in jener Phase zu, in der die Gastgeber das Spiel zurückholen wollten. Lehner sprach von einer neuerlichen Drangphase seiner Mannschaft, die dann auch belohnt wurde. In der 65. Minute stellte Johannes Olscher auf 1:1, und genau dieser Treffer war für den Wetzelsdorfer Funktionär ein besonderer Punkt des Nachmittags. Der junge Torschütze traf in einer wichtigen Phase und brachte seine Farben wieder zurück. Ruhe kehrte damit aber nicht ein, weil die Partie in der Folge offen blieb. Lehner schilderte ein ständiges Hin und Her, mit Konterchancen für Dürnkrut und Druckphasen der Gastgeber. In der Schlussphase war der Heimsieg dann greifbar nahe, doch genau dort ließ Wetzelsdorf die entscheidenden Möglichkeiten liegen. „Aus Wetzelsdorfer Sicht war natürlich ein Lattenschuss in der 85. Minute und eine wirkliche Großchance in der 92. Minute ausschlaggebend, dass wir das Spiel am Ende nicht für uns entscheiden konnten“, sagte Lehner.
Dass es trotz engagierter Leistung nur zu einem Punkt reichte, erklärte Lehner nicht mit einem einzelnen Umstand, sondern mit mehreren Dingen, die über die 90 Minuten zusammenkamen. Positiv hob er zunächst das druckvolle Spiel von Beginn an hervor. Gerade angesichts einiger Ausfälle sei es notwendig gewesen, auch mit jungen Spielern zu beginnen, und genau in diesem Zusammenhang bekam der Treffer von Olscher zusätzliches Gewicht. Gleichzeitig sprach der Obmann aber auch offen an, wo seine Mannschaft noch zulegen muss. „Von Anfang an war das druckvolle Spiel sehr gut. Man hat aber dann relativ bald die Kontrolle im Zentrum verloren“, sagte Lehner. Dazu kam aus seiner Sicht ein Mangel an Konstanz und Konzentration. Wetzelsdorf habe die gegnerischen Druckphasen nicht gut genug unterbunden und selbst nicht kontrolliert genug nach vorne gespielt. Besonders klar wurde er bei einem Thema, das ihn schon seit mehreren Spielen begleitet: „Gefehlt hat natürlich, wie leider schon in den letzten Spielen, die Chancenauswertung.“
So blieb am Ende ein 1:1, das sich für Wetzelsdorf gleichzeitig ordentlich und unvollständig anfühlt. Lehner sprach von einer „soliden Leistung, aber mit Luft nach oben“, und genau so lässt sich dieses Spiel einordnen. Dürnkrut beschrieb er als „kompakte, starke Mannschaft“, die seine Elf sehr gefordert habe und auch selbst zu Chancen gekommen sei. Wetzelsdorf hatte in der Defensive mehr zu tun als in den vergangenen Spielen, hielt aber dagegen und blieb bis zum Schluss im Rennen um den Sieg. Dass nach dem Schlusspfiff nicht über Nebenschauplätze gesprochen werden musste, passte ebenfalls zum Gesamtbild eines intensiven Fußballnachmittags. „Obwohl das Spiel sehr kampfbetont und rassig war, hat es keine Entscheidungen gegeben, die man anders treffen hätte müssen. Der Schiedsrichter hat im Prinzip eine gute Leistung gezeigt“, sagte Lehner. Mit fünf Punkten aus drei Runden bleibt Wetzelsdorf damit vorne dabei, auch wenn nach diesem Heimspiel vor allem das Gefühl bleibt, dass der Sieg in der Schlussphase noch möglich gewesen wäre.