In der 2. Klasse Weinviertel hat USV Sulz gegen Herrnbaumgarten ein turbulentes 3:5 hinnehmen müssen. Die Gäste führten bereits 3:0, kassierten noch den Ausgleich und fanden trotzdem sofort wieder die richtige Antwort. Genau das war für Alexander Thaler der entscheidende Punkt. „Meine Mannschaft hat einen kühlen Kopf bewahrt und sich nachher noch belohnt“, sagte der Obmann-Stellvertreter nach dem ersten Sieg der Saison.

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Die Partie begann für Herrnbaumgarten ideal. Schon in der 2. Minute brachte Erik Tabora die Gäste mit 1:0 in Front, später legte Miroslav Styks in der 30. Minute das 2:0 nach. Als Daniel Leisser in Minute 38 auch noch auf 3:0 stellte, schien Herrnbaumgarten das Spiel bereits sehr klar in seine Richtung gezogen zu haben. Thaler schilderte die 90 Minuten allerdings keineswegs als feinen Fußballabend, sondern als harte Arbeit. „Es war ein intensives Spiel mit vielen Zweikämpfen, Spielerisch nicht schlecht aber mehr übers Kämpferische und natürlich kamen uns dann die Ausschlüsse vom Gegner zu gute“, sagte er. Dass die Gäste kurz vor der Pause durch Rona Bumba noch das 1:3 hinnehmen mussten, änderte am guten ersten Eindruck zunächst wenig, auch wenn dieser Treffer das Spiel wieder etwas offener machte.
Nach dem Seitenwechsel wurde es dann so richtig eng. Sulz kam durch Mirza Muratovic unmittelbar nach Wiederbeginn auf 2:3 heran und blieb damit voll in der Partie. Als Roman Sirota in der 68. Minute sogar den Ausgleich zum 3:3 erzielte, war die komfortable Führung von Herrnbaumgarten endgültig dahin. Genau in dieser Phase, so schilderte es Thaler, drohte das Spiel aus Sicht der Gäste zu kippen. „Ich hatte eher das Gefühl, dass die Partie kein gutes Ende für uns nimmt und Sulz das Unentschieden mit einem Mann weniger halten kann“, sagte er offen. Umso wichtiger war aus seiner Sicht, dass seine Mannschaft ruhig blieb. Nur zwei Minuten nach dem 3:3 stellte Daniel Leisser mit seinem zweiten Treffer auf 4:3, ehe Erik Tabora in Minute 75 ebenfalls seinen Doppelpack schnürte und auf 5:3 erhöhte. Damit hatte Herrnbaumgarten auf die stärkste Phase der Gastgeber die entscheidende Antwort gefunden.
Thaler hob nach dem Schlusspfiff vor allem hervor, dass seine Mannschaft trotz drei Gegentoren über weite Strecken gut stand und die bessere Mannschaft an dem Tag war. „Wir sind hinten kompakt gestanden. Aus dem Spiel heraus haben wir nicht viel zugelassen und vorne unsere Chancen genutzt“, sagte er. Die drei Gegentreffer wollte er dennoch nicht einfach abhaken. Zwei davon ordnete er Elfmetern zu, beim dritten sprach er von einem hohen Ball, bei dem sich Spieler verschätzt hätten. Gerade deshalb sah er trotz des Auswärtssieges noch Luft nach oben. „In unserer Mannschaft sehe ich noch viel potenzial und die drei Tore, die wir kassiert haben, wären eigentlich verhinderbar gewesen“, meinte Thaler. Über strittige Szenen und Schiedsrichter wollte er nicht groß reden, obwohl er einräumte, dass es schon strittige Szenen und Diskussionen gab. Viel wichtiger war ihm am Ende etwas anderes: „Wir sind erleichtert, dass wir jetzt endlich verdient die drei Punkte geholt haben.“ Nach ordentlichen Auftritten ohne viel Ertrag war dieser Abend in Sulz für Herrnbaumgarten daher nicht nur ein spektakulärer Sieg, sondern auch ein spürbarer Befreiungsschlag.