In der 2. Klasse Weinviertel hat sich SC Dürnkrut gegen FC Wilfersdorf lange auf ein Remis eingestellt, am Ende aber doch 2:3 verloren. Nach einem zähen 0:0 zur Pause, einer wilden Schlussphase und zwei späten Treffern nahm Wilfersdorf alle Punkte mit. Trainer Roman Lanscha sprach danach von keinem schönen Fußball, sah den Unterschied aber klar bei den Einwechslungen und der Mentalität in den letzten Minuten.

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Lanscha machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, dass es aus seiner Sicht kein Spiel war, das lange in Erinnerung bleiben wird. „Es war kein schöner Fußball zum Anschauen, definitiv nicht“, sagte der Wilfersdorf-Trainer offen. Seine Mannschaft begann nach seiner Einschätzung dennoch ordentlich, vor allem in der Ballkontrolle. „Wir hatten eigentlich mehr vom Spiel“, so Lanscha, der auch erklärte, dass daraus zunächst zu wenig entstand. Im Mittelfeld ließ Wilfersdorf den Ball zwar gut laufen, im letzten Drittel fehlte aber die Bewegung und damit auch die Durchschlagskraft. So blieb es zunächst bei optischer Überlegenheit, ehe Dürnkrut im Laufe der ersten Hälfte besser in die Partie fand. Für Lanscha war das 0:0 zur Pause deshalb nur folgerichtig: keine starke, aber eine ausgeglichene erste Halbzeit.
Unmittelbar nach der Pause schien Wilfersdorf dann doch auf dem richtigen Weg. In der 48. Minute brachte Fabian Bachmayer die Gäste mit 1:0 in Führung, ein Treffer, den Lanscha zu diesem Zeitpunkt als verdient einordnete, weil seine Mannschaft mehr Spielanteile hatte. Lange Sicherheit brachte das aber nicht. Dürnkrut kam in einer Phase zum 1:1 durch Marek Buzek, die der Wilfersdorf-Coach als leichte Druckphase des Gegners beschrieb, aber eben auch als Moment, in dem „nicht wirklich Abschlüsse von beiden Seiten da waren“ und der Ausgleich deshalb „eher aus dem Nichts“ fiel. Als Buzek in der 85. Minute auch noch das 2:1 für die Gastgeber erzielte, war Wilfersdorf plötzlich ganz nah an der Niederlage. Genau dort setzte aus Sicht von Lanscha aber der entscheidende Punkt an. „Wir hatten eine fantastische Wechselbank. Wir konnten fünf Spieler bringen, die Leistungsträger sein möchten, und dementsprechend haben wir durch die Einwechslungen das Spiel noch drehen können“, sagte er. Wilfersdorf warf in der Schlussphase alles nach vorne, kam in der 88. Minute durch Yassin Abu El Hosna zum 2:2 und drehte die Partie in der Nachspielzeit endgültig, als Angelo Kostic das 3:2 erzielte.
Dass der Jubel über die drei Punkte bei aller Dramatik nicht in grenzenlose Euphorie umschlug, passte zu Lanschas ehrlicher Einordnung. „Richtig gut funktioniert hat heute nicht sehr viel“, sagte er und fasste damit die Leistung seiner Mannschaft recht deutlich zusammen. Wilfersdorf habe zwar viel Platz gehabt und den Ball im Mittelfeld ordentlich zirkulieren lassen, sei vorne aber zu selten zu klaren Entscheidungen und Abschlüssen gekommen. Auch über den Gegner verlor er keine großen Worte, sondern hielt fest, dass für ihn beide Mannschaften an diesem Tag kein gutes Spiel abgeliefert hätten. Umso bemerkenswerter war aus seiner Sicht, dass sein Team trotzdem noch gewann. „Wenn man bis zur 88. Minute 2:1 hinten ist und dann noch gewinnt, kann man den Sieg nur für die Mentalität mitnehmen. Gerecht war er definitiv nicht. Gewinnen hätte heute keiner dürfen“, sagte Lanscha. In der Tabelle hält Wilfersdorf damit nach vier Runden bei sechs Punkten. Weil nun ein spielfreies Wochenende ansteht, will der Trainer die kommenden zwei Wochen nützen, „um uns mental und spielerisch wieder auf ein höheres Niveau zu bringen“ – ehe danach das Derby ansteht.