In der 2. Klasse Weinviertel hat der USC Fallbach gegen den FC Wilfersdorf nach einer 2:0-Führung noch 2:3 verloren. Zur Pause stand es noch 0:0, danach kippte die Partie komplett: Fallbach zog davon, Wilfersdorf antwortete mit einem Dreierpack von Angelo Kostic. Trainer Roman Lanscha sah genau das bestätigt, was seine Mannschaft in dieser Saison auszeichnet: Geduld, Laufstärke und die Überzeugung, auch nach Rückschlägen dranzubleiben.

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Roman Lanscha hatte vor dem Anpfiff genau das Spiel erwartet, das es dann auch wurde. "Fallbach ist spielerisch eine sehr gute Mannschaft. Auch wenn es tabellarisch gerade nicht danach aussieht, sind sie trotzdem eine starke Truppe", sagte der Wilfersdorf-Trainer nach dem Auswärtssieg. Vor allem vor der Pause sah er seine Einschätzung bestätigt. Nach seiner Wahrnehmung hatte der USC in den ersten 45 Minuten "über 60/70 Prozent" der Spielanteile und damit klar mehr vom Spiel. Wilfersdorf ließ dem Gegner zu viel Ball und zu viel Platz, konnte die erste Halbzeit aber zumindest ohne Gegentor überstehen. So ging es mit einem 0:0 in die Kabinen, obwohl die Gastgeber über weite Strecken das aktivere Team waren.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild zunächst deutlich. Lanscha sprach von einem "furiosen" Beginn seiner Mannschaft und davon, dass Wilfersdorf in der zweiten Hälfte spielerisch sehr gut auftrat. Trotzdem lag sein Team plötzlich 0:2 zurück, weil Daniel Pospisil in der 56. Minute und Jan Krejci vier Minuten später für Fallbach trafen. Genau diese Phase beschreibt der Trainer als bitter, weil der Gegner seine Möglichkeiten "zweimal eiskalt" nutzte. Die Antwort der Gäste kam aber schnell. Angelo Kostic verkürzte in der 68. Minute per Elfmeter auf 1:2, ein Strafstoß, den Lanscha als "grundsätzlich unstrittig" einordnete. Danach blieb Wilfersdorf am Drücker, und Kostic schlug noch zweimal zu: In der 72. Minute gelang ihm der Ausgleich, in der 77. Minute drehte er die Partie mit seinem dritten Treffer endgültig.
Wie diese Wende zustande kam, erklärte Lanscha ziemlich klar. "Wir wussten, dass Geduld eine Tugend sein wird und wir dann mit unserer Fitness und unserer Laufstärke in der zweiten Halbzeit viel erreichen können", sagte er. Genau darin sieht er auch den entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Teams. "Wir können über 90 Minuten die Wege gehen und haben eine fantastische Ersatzbank mit Entscheidungsspielern." Gleichzeitig verschwieg er nicht, woran seine Mannschaft arbeiten muss. "Wir verschlafen jedes Mal den Beginn des Spiels", meinte der Trainer und sprach davon, dass Wilfersdorf zu oft erst nach der Pause dominant werde. Umso höher bewertet er den Sieg, weil seine Mannschaft nach dem 0:2 ruhig blieb, sich nicht unterkriegen ließ und ihren Fußball weiter durchzog.
Auch dem Gegner stellte der Wilfersdorf-Coach ein gutes Zeugnis aus. Fallbach sei in der ersten Halbzeit "massiv am Drücker" gewesen, und die Tabellensituation spiegle laut Lanscha "auf keinen Fall wider, wo Fallbach hingehört". Diskussionen über besondere Szenen oder den Schiedsrichter wollte er gar nicht erst aufmachen: "Für mich gab es nichts Außergewöhnliches." Für Wilfersdorf bringt die Aufholjagd damit drei starke Punkte, dazu das gute Gefühl, auch ein 0:2 noch drehen zu können. Ganz ohne Sorgen endete der Nachmittag aber nicht, denn Lanscha berichtete nach dem Spiel auch von einer Verletzung bei Fabian Bachmayer. Der Wilfersdorfer musste raus und wird "wahrscheinlich den Rest des Herbstes verpassen", sagte der Trainer. So blieb nach dem Comeback neben viel Zufriedenheit auch ein klarer Wermutstropfen.