In der 2. Klasse Weinviertel hat sich Herrnbaumgarten am Samstag zu Hause dem USC Wetzelsdorf mit 1:4 geschlagen geben müssen. Für Obmann Wolfgang Lehner war vor allem das 1:0 der Schlüssel, weil „der Elfmeter der Dosenöffner“ gewesen sei. Wetzelsdorf war aus seiner Sicht von Beginn an das aktivere Team, musste sich für die Überlegenheit aber erst im Lauf des Spiels auch auf der Anzeigetafel belohnen.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Lehner schilderte eine Partie, in der die Gäste gleich zu Beginn mehr vom Spiel hatten. Wetzelsdorf startete nach seiner Einschätzung stärker, hatte in der Offensive „ein klares Plus“ und spielte viele Angriffe in der Hälfte von Herrnbaumgarten aus. Die Gastgeber hielten aber zunächst dagegen, standen hinten kompakt und ließen den USC trotz einiger Vorstöße vor dem Tor nicht früh jubeln. „Der letzte Abschluss und das Tor sind anfangs nicht gelungen“, sagte Lehner, und genau das zog sich über weite Strecken der ersten Hälfte. So brauchte es in Minute 35 einen Strafstoß, um die Führung auf den Weg zu bringen. Josef Chromecek verwandelte zum 0:1, und mit diesem Treffer ging Wetzelsdorf auch in die Pause. Für Lehner war das nicht nur die Führung, sondern eben auch jener Moment, der das Spiel für seine Mannschaft geöffnet hat.
Direkt nach Wiederbeginn legten die Gäste nach. Lukas Kocis stellte in der 46. Minute auf 0:2, und eigentlich schien Wetzelsdorf damit genau jene Ausgangslage zu haben, die man sich aus Sicht der Gäste gewünscht hatte. Doch lange ruhig blieb es nicht, denn Herrnbaumgarten antwortete praktisch sofort: Miroslav Styks verkürzte in Minute 47 auf 1:2 und brachte die Partie damit noch einmal in Bewegung. Lehner sagte selbst, dass dieser schnelle Anschlusstreffer „das ganze Spiel noch einmal interessanter gemacht“ habe. Trotzdem sah er nie wirklich die Gefahr, dass die Partie kippen könnte. „Ich habe von Anfang an das Gefühl gehabt, dass man dieses Spiel, auch wenn es auswärts war, gewinnen muss“, erklärte der Obmann. Er begründete das mit dem klaren Plus im Ballbesitz und damit, dass Wetzelsdorf über weite Strecken in der gegnerischen Hälfte gespielt habe. Die Gäste blieben also am Drücker, spielten sich laut Lehner weitere Möglichkeiten heraus und kamen immer wieder gefährlich nach vorne. Die Entscheidung fiel dann erst in der Schlussphase, als Kocis in der 85. Minute das 1:3 erzielte. In der Nachspielzeit setzte derselbe Spieler noch das 1:4 drauf und machte den Auswärtssieg endgültig deutlich.
So zufrieden Lehner mit dem Ergebnis war, so klar sprach er auch über jene Punkte, an denen seine Mannschaft weiter arbeiten muss. Die größte Stärke des USC sieht er in einer jungen, eingespielten Gruppe, die mit viel Ehrgeiz unterwegs ist. „Der Wille, das Spiel zu gewinnen, war sicherlich das große Plus der jungen, ambitionierten Mannschaft“, sagte er. Gleichzeitig verschwieg er nicht, dass im Spiel nach vorne noch mehr möglich ist. Aus seiner Sicht wurde diesmal „sehr viel hoch und weit nach vorne gespielt“, also nicht unbedingt so, wie man es von Wetzelsdorf gewohnt ist. Genau dort ortet er noch Entwicklungspotenzial, dazu kommen personelle Themen. Lehner meinte, dass es wichtig wäre, wieder mit der kompletten Mannschaft spielen zu können, stellte aber auch klar, dass das im Herbst wegen längerfristiger Ausfälle nicht mehr passieren werde. „Es fehlt noch ein wenig die Ruhe und die Übersicht und die Erfahrung der jungen Spieler“, sagte er. Den Gegner beschrieb er als kämpferisch und tapfer, vor allem in der Anfangsphase sei Herrnbaumgarten sehr kompakt gestanden. Unterm Strich sei der Sieg des USC aber verdient gewesen, „vielleicht um ein Tor zu hoch, aber auf jeden Fall gerechtfertigt“. Auch bei den strittigen Szenen hatte Lehner eine klare Sicht: Solche habe es aus seiner Sicht nicht gegeben, der Elfmeter sei zu pfeifen gewesen, und auch die Leistung des Schiedsrichters bewertete er als sehr gut. Für Wetzelsdorf bleibt damit ein Auswärtssieg, der nicht nur wegen der vier Tore zählt, sondern auch, weil die Mannschaft nach dem 2:1 ruhig geblieben ist und das Spiel am Ende konsequent fertiggespielt hat.