In der 2. Klasse Weinviertel musste sich SV Jedenspeigen-Sierndorf gegen USV Sulz mit 1:2 geschlagen geben. Nach dem 0:2 zur Pause kam Jedenspeigen durch Michal Flaska zwar noch einmal heran, mehr war diesmal aber nicht drin. Trainer Hans Kraus führte die Niederlage vor allem auf die personelle Lage zurück: "Wir konnten offensiv keine Akzente setzen, weil wir zu viele Ausfälle hatten." Gerade in der Schlussphase verteidigte Sulz den Vorsprung dann konsequent weg.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Vor allem die erste Halbzeit lief aus Sicht der Gastgeber in die falsche Richtung. Kraus sprach von einer schwierigen personellen Ausgangslage und sagte nach dem Spiel: "Wir waren personell sehr geschwächt und sind durch zwei unglückliche Tore 2:0 in Rückstand geraten." Das 0:1 fiel in der 27. Minute, als Martin Wiesinger für Sulz traf. Gerade diese Szene blieb beim Jedenspeigen-Coach hängen, weil für ihn mehrere Dinge zusammenkamen. "Da wurde unser Tormann gehalten, behindert, und auch die Zuordnung in der Abwehr hat nicht gepasst", erklärte Kraus. Damit lag Jedenspeigen früh hinten und musste von da an einem Rückstand nachlaufen.
Besonders bitter war aus Sicht der Heimischen dann der zweite Gegentreffer tief in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Adam Rusnak stellte in der zweiten Minute der Nachspielzeit auf 0:2, und auch dieses Tor ordnete Kraus klar ein. "Wir haben vorne attackiert, dann ist der Ball durchgesteckt worden, kommt von außen nach innen, und wir waren in dieser Situation nicht wach genug, um diesen Ball zu verteidigen", sagte der Trainer. Mit diesem zweiten Treffer nahm Sulz eine klare Führung mit in die Kabine. Nach Seitenwechsel versuchte Jedenspeigen, wie Kraus es formulierte, "alles zu kompensieren", und kam in der 67. Minute durch Michal Flaska tatsächlich auf 1:2 heran. Damit war die Partie wieder offen, auch wenn der Ausgleich am Ende ausblieb.
Dass Jedenspeigen trotz der Steigerung nach der Pause nicht mehr nachlegen konnte, führte Kraus vor allem auf die personellen Probleme in der Offensive zurück. "Die Entlastung nach vorne hat gefehlt, weil wir auf beide Stürmer verzichten mussten", sagte er. Genau darin sah er letztlich auch den entscheidenden Unterschied. "Wir konnten offensiv keine Akzente setzen, da wir zu viele Ausfälle in der Offensive hatten." Diese Einschätzung zog sich durch seine gesamte Analyse. Zwar gelang mit dem Treffer von Flaska noch einmal der Anschluss, doch nachhaltig Druck aufbauen konnte Jedenspeigen nach Darstellung des Trainers nicht. Die personellen Ausfälle wogen damit schwerer als der Wille, sich nach dem Seitenwechsel noch einmal in die Partie zu arbeiten.
Gleichzeitig machte Kraus auch deutlich, was der Gegner an diesem Nachmittag besser gemacht hat. "Der Gegner war aggressiv, bissig und hat die letzten zwanzig Minuten nach dem Anschlusstreffer extrem gut verteidigt", sagte der Jedenspeigen-Trainer. Genau diese Phase entschied darüber, dass das 1:2 am Ende Bestand hatte. Diskussionen wollte Kraus nach dem Schlusspfiff nicht groß aufmachen. Die einzige strittige Szene war für ihn das 0:1, als sein Tormann aus seiner Sicht behindert wurde, die Leistung des Schiedsrichters insgesamt bezeichnete er aber als "okay". So bleibt für Jedenspeigen eine Niederlage, bei der die zwei Gegentreffer vor der Pause und die fehlende Entlastung nach vorne den Ausschlag gaben, auch wenn die Mannschaft nach dem Seitenwechsel noch einmal zurückkam.