Im Ybbstal-Derby zwischen dem FC Hollenstein und dem FC Göstling/Ybbs in der 2. Klasse Ybbstal schilderte Gerald Leichtfried eine intensive, teils hitzige Partie vor großer Kulisse und auf schwierigen Platzverhältnissen. Den 3:1-Auswärtssieg bewertete er als verdient, weil sein Team mehrere klare Möglichkeiten herausspielte und im Mittelfeld die Kontrolle hatte. Prägend waren frühe Effizienz bei Standards und eine rote Karte gegen Hollenstein, die der ohnehin emotionalen Derby-Dramaturgie eine zusätzliche Note gab.

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Göstling suchte früh die Tiefe und blieb konsequent um den Strafraum präsent – das brachte Chancen. Leichtfried: „Wir hatten einige Möglichkeiten, waren ein- bis zweimal frei vor dem Tormann und hatten viele Spielanteile im Zentrum. Hollenstein hatte ein paar, aber deutlich weniger Chancen.” In diese Phase fiel die Führung: Gleich die erste Göstlinger Standardsituation saß. In der 10. Minute traf Maximilian Huber nach einem ruhenden Ball zum 1:0. Der Treffer gab Sicherheit, und trotz mancher hitziger Szenen blieb es bis zur Pause beim 1:0.
Nach Wiederbeginn blieben die Gäste zielstrebig und legten nach: In der 52. Minute stellte Thomas Lindner auf 2:0. Nur zwei Minuten später musste Hollenstein in Unterzahl weitermachen, als Nico Huber in der 54. Minute Rot sah. Leichtfried beurteilte die Szene klar: „Die rote Karte ging in Ordnung, weil unser Stürmer alleine auf den Tormann zugelaufen ist.” Mit dem numerischen Vorteil verschob sich die Statik noch stärker in Richtung Göstling. Standards, klare Laufwege und die Präsenz im Zentrum hielten den Druck hoch, ohne dass die Gastgeber völlig abreißen ließen – Derby-Intensität inklusive.
In der Schlussphase meldete sich Hollenstein zurück: David Buder verkürzte in der 83. Minute auf 2:1 und brachte noch einmal Feuer in die ohnehin elektrisierte Atmosphäre. Göstling behielt jedoch den kühlen Kopf: Moritz Roseneder setzte in der 90. Minute den Schlusspunkt zum 3:1. „Die Zuschauer haben das Derby über 90 Minuten getragen”, betonte Leichtfried, der zugleich individuelle Akzente hervorhob. Für ihn war Matthias Roseneder im Zentrum der prägende Mann, dessen Präsenz dem Göstlinger Spiel Stabilität verlieh. Für die kommenden Wochen nannte Leichtfried vor allem die Chancenauswertung und das schnelle Umschalten nach Ballgewinn als Ansatzpunkte – nach einem Derby, das Göstling durch frühe Standards, Kontrolle im Mittelfeld und Reife in den Schlüsselmomenten für sich entschied.