In der 18. Runde der 2. Klasse Ybbstal trennten sich der FC Sonntagberg und der FC Göstling/Ybbs mit 1:1. Beide Treffer fielen aus Elfmetern, zur Pause lagen die Gäste 0:1 vorne, nach 66 Minuten glich Sonntagberg aus. Trainer Andreas Knoll sprach von einer Partie mit zwei Gesichtern: „Erste Halbzeit war Göstling die bessere Mannschaft, zweite Halbzeit waren wir besser und wollten mehr – deshalb ein verdientes Unentschieden.“

Image by Roshan Rajopadhyaya from Pixabay
Die Geschichte des Abends ist schnell erzählt, aber auf dem Platz war sie hart erarbeitet. Göstling startete mutig, presste höher und suchte immer wieder den langen Ball. Sonntagberg stand zwar ordentlich, musste aber viel gegen den Ball arbeiten. In Minute 40 nutzten die Gäste ihre beste Möglichkeit: Martin Janco traf per Elfmeter zum 0:1, zur Pause stand es 0:1. „Erste Halbzeit war Göstling die deutlich agilere Mannschaft“, sagte Knoll. Nach der Pause kippte das Bild. Sonntagberg kam wacher aus der Kabine, legte zu und belohnte sich in der 66. Minute ebenfalls vom Punkt: Sebastian Plank glich zum 1:1 aus. „Beide Tore entstanden durch einen Strafstoß“, bestätigte der Coach und skizzierte die Schlüsselszenen: „Beim 0:1 hat unser Innenverteidiger Eron Malsoraj die Situation falsch eingeschätzt, Janco hat das Foul gezogen und sicher verwandelt. Beim 1:1 war Manuel Steineder vor Gästetormann Tomas Klacansky am Ball, wurde gelegt, und Plank hat eingeschossen.“
Knoll war mit der Arbeit seiner Mannschaft gegen den Ball grundsätzlich zufrieden. „Besonders gut funktioniert hat unser Spiel gegen den Ball. Wir haben die hohen Bälle wirklich sehr gut abgefangen und nicht nur blind geklärt, sondern sind oft in Ballbesitz geblieben“, erklärte der Trainer. Trotzdem blieb in Hälfte eins zu wenig Entlastung, weil die Bälle nach vorn zu unsauber waren. Nach dem Seitenwechsel agierte Sonntagberg mutiger und hatte mehr vom Spiel. „Das, was wir in der ersten Halbzeit verschlafen haben, haben wir nach der Pause besser gemacht“, so Knoll. Was fehlte, war die letzte Qualität im Angriffsdrittel: „Unser Spiel im letzten Drittel war nicht gut genug. Wir wussten, wie wir agieren müssen, aber wir haben die Bälle durch die letzte Linie nicht mit der nötigen Qualität gespielt. Uns hat die Durchschlagskraft gefehlt.“ Gerade deshalb überwog am Ende ein gemischtes Gefühl: leistungsgerechter Punkt, aber auch das Gefühl, mehr drinnen gehabt zu haben. „Man ärgert sich über die vergebenen Torchancen und dass wir den möglichen Sieg vielleicht aus der Hand gegeben haben“, hielt Knoll fest.
In der Analyse hatte der Sonntagberg-Coach auch für den Gegner nur lobende Worte. „Großes Lob an Göstling. Sie stehen nicht ohne Grund so weit vorn. Das ist eine sehr gute Mannschaft, durch die Bank richtig gute Jungs“, sagte Knoll und hob zwei Stützen heraus: „Martin Janco ist ihr Topstürmer und ihr Kapitän Markus Heigl ist ein sehr, sehr guter Verteidiger.“ Genau diese Stabilität machte es Sonntagberg lange schwer. Deutlich kritischer fiel Knolls Urteil über den Unparteiischen aus: „Der Schiedsrichter war dem Spiel nicht gerecht. Er hatte keine klare Linie und war in vielen Situationen nicht Herr der Lage. Leider war er der schlechteste Mann am Feld.“ Insgesamt blieb die Partie aber jederzeit fair und intensiv: Beide Teams investierten viel, standen kompakt und ließen insgesamt wenig Hochkaräter zu – daher passte das Ergebnis für beide Seiten.
Unterm Strich trafen zwei Teams aus dem vorderen Tabellenbereich aufeinander, die an diesem Abend jeweils eine Halbzeit klar für sich verbuchten. Das 1:1 – Janco (40., Elfmeter) für Göstling, Plank (66., Elfmeter) für Sonntagberg – spiegelt diesen Verlauf sauber wider. „Erste Halbzeit gehört Göstling, zweite Halbzeit gehört uns – deshalb ein gerechtes Unentschieden“, fasste Knoll zusammen.
Für Sonntagberg bleibt die Erkenntnis: Hinten sehr stabil gegen hohe Bälle, nach der Pause mit mehr Präsenz – nun gilt es, im letzten Drittel konsequenter zu werden. Gelingt dieser Feinschliff, kann sein Team die gezeigte Defensivleistung in den kommenden Aufgaben in drei Punkte ummünzen und die gute Position festigen.