In der 2. Klasse Ybbstal hat FC Göstling/Ybbs am Sonntag auswärts bei FC Hollenstein mit 3:0 gewonnen. Der klare Endstand erzählt aber nicht die ganze Geschichte, denn laut Trainer Daniel Puchner hatte sein Team zunächst Probleme, ehe nach rund zwanzig Minuten die Kontrolle kam. Mit dem 1:0 noch vor der Pause kippte die Partie, danach spielte Göstling den Vorsprung konsequent aus.

Foto von Mike Robinson auf Unsplash
Daniel Puchner machte nach dem Spiel keinen Hehl daraus, dass der Abend für seine Mannschaft nicht einfach begonnen hatte. „Die Anfangsphase war sehr schwierig. Hollenstein hat uns mit seiner offensiven Art ein bisschen überrascht“, sagte der Göstlinger Trainer und beschrieb damit genau die Phase, in der die Gastgeber mit viel Aggressivität ins Spiel gingen. Göstling brauchte eine gewisse Zeit, um Ordnung und Zugriff zu finden. Für Puchner lag der Wendepunkt dabei nicht in einer einzelnen Torchance, sondern in einer Phase, in der seine Mannschaft spürbar ruhiger wurde. „Der Knackpunkt war die Trinkpause nach zwanzig Minuten. Nach der Trinkpause waren wir viel besser im Spiel und dann haben wir es auch in den Griff bekommen“, so Puchner. Diese Aussage zog sich wie ein roter Faden durch seine Analyse, weil Göstling ab diesem Zeitpunkt laut Trainer nicht nur besser stand, sondern sich auch mehr und mehr eigene Möglichkeiten erarbeitete.
Dass der Führungstreffer noch vor dem Seitenwechsel fiel, wertete Puchner als ganz entscheidenden Moment. In der 40. Minute brachte Thomas Lindner die Gäste mit 1:0 in Front, und genau dieses Tor hob der Trainer besonders hervor. „Das 1:0 war sehr wichtig, war schön vorgetragen“, sagte er. Puchner sprach dabei von einer starken Einzelaktion von Moritz Roseneder, nach der der Ball mit etwas Glück zu Lindner kam, der „im Sechzehner sauber abgeschlossen“ habe. Für Göstling war das mehr als nur eine Führung, es war die Bestätigung für die bessere Phase nach schwierigem Beginn. Nach dem Wechsel legten die Gäste schnell nach. Moritz Roseneder erhöhte in der 55. Minute auf 2:0, nur sechs Minuten später stellte David Käfer auf 3:0. Puchner fasste die zweite Hälfte entsprechend klar zusammen: „In der zweiten Halbzeit waren wir dann ungefährdet.“ Aus seiner Sicht war Göstling damit über weite Strecken das kontrollierende Team und „nach den neunzig Minuten der verdiente Sieger“.
Besonders interessant war Puchners Erklärung, warum seine Mannschaft das Spiel nach der Anfangsphase so deutlich an sich ziehen konnte. Er sah den wichtigsten Unterschied nicht nur in der Spielkontrolle, sondern vor allem in der körperlichen Verfassung. „Die größte Stärke war sicher die körperliche Komponente. Wir haben dann schon einen Riesenvorteil in der Kraftausdauer gehabt“, erklärte der Trainer. Aus seiner Sicht konnte Göstling über die gesamte Distanz das höhere Tempo gehen, während Hollenstein für den sehr intensiven Start zunehmend Tribut zahlen musste. Auch den Gegner beurteilte Puchner in dieser Hinsicht fair und nachvollziehbar. Hollenstein habe „sehr aggressiv gestartet“, aber der hohe Aufwand zu Beginn sei auf Dauer schwer durchzuhalten gewesen. Genau dort sah der Trainer den Grund, warum seine Mannschaft das Spiel immer klarer in den Griff bekam. Der 3:0-Erfolg war für ihn deshalb kein zufälliger Auswärtssieg, sondern das Ergebnis einer Entwicklung, die sich schon im ersten Durchgang abgezeichnet hatte.
Trotz des klaren Sieges beließ es Puchner nicht bei einem reinen Lob an seine Mannschaft. Er freute sich sichtbar über den Auftritt, benannte aber auch den Bereich, in dem er noch Potenzial sieht. „Im Spiel im letzten Drittel haben wir sicher noch Steigerungsluft, dass wir die Aktionen besser fertigspielen und dadurch noch mehr Torchancen kreieren können“, sagte er. Das passte zu einer Analyse, die trotz 3:0 nicht auf Selbstzufriedenheit hinauslief. Gleichzeitig sprach der Trainer mit viel Überzeugung über die Gruppe, mit der er arbeitet. „Ich muss sagen, ich bin stolz auf meine Mannschaft. Wir spielen ohne Legionäre, mit lauter einheimischen Spielern. Es macht irrsinnig viel Spaß, mit dieser Mannschaft zu arbeiten“, betonte Puchner. Der gute Saisonstart gibt diesen Worten zusätzlich Gewicht: Göstling hält nach zwei Runden bei sechs Punkten und bleibt damit in der Spitzengruppe der Liga. Nach einem Abend, an dem die Gäste erst leiden und dann klar zulegen mussten, wird man dieses 3:0 vor allem als Sieg einer Mannschaft mitnehmen, die nach einem schwierigen Beginn die richtigen Antworten gefunden hat.