Im Spiel der 2. Klasse Ybbstal nahm der ASV heiserTEC Kienberg/Gaming dem FCU Strengberg beim 1:1 noch einen Punkt ab, obwohl die Gäste laut Trainer Christoph Schimpl über weite Strecken näher am Sieg waren. Nach der frühen Führung durch Tristan Koglgruber und dem Ausgleich durch David Lengauer blieb bei Strengberg vor allem ein Gefühl hängen: Dieses Spiel hätte man trotz schwieriger Bedingungen gewinnen müssen.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Schon die Anfangsphase war von den Bedingungen geprägt. Schimpl schilderte, dass der starke Wind vieles schwierig machte und sich die Partie deshalb nicht leicht spielen ließ. "Die erste Halbzeit war wegen der Witterungsbedingungen schwierig zu spielen", sagte der Trainer. "Jeder hohe Ball hat irgendwo eine Kurve gemacht." Dazu kam aus seiner Sicht ein Platz, auf dem auch das Spiel mit flachen Bällen nicht einfach war. Strengberg kam trotzdem gut hinein, nutzte gleich die erste gute Aktion und ging in der 3. Minute durch Tristan Koglgruber mit 1:0 in Führung. Weitere Möglichkeiten habe es danach ebenfalls gegeben, trotzdem blieb die Partie vor der Pause noch enger. Dass es mit diesem Vorsprung in die Kabinen ging, war für Schimpl "auch in Ordnung vom Spielstand her".
Nach dem Seitenwechsel bekam Strengberg das Spiel laut seinem Trainer noch besser in den Griff, auch wenn Kienberg in der 55. Minute durch David Lengauer zum 1:1 kam. Gerade danach störte Schimpl weniger der Ausgleich als vielmehr die eigene Ausbeute vor dem Tor. Auf die Frage, ob das Unentschieden in Ordnung gehe, antwortete er klar: "Nein, auf keinen Fall." Seine Begründung lieferte er gleich mit: "Wir hatten ein klares Chancenplus." Vor allem in der zweiten Halbzeit, speziell in den letzten zwanzig Minuten, habe sich seine Mannschaft immer wieder gute Möglichkeiten erarbeitet. Deshalb fiel sein Urteil auch deutlich aus: "Wir hätten das Spiel gewinnen müssen." Dass es am Ende bei einem Punkt blieb, führte er vor allem auf die Chancenverwertung zurück. "Wir sind einfach an uns selbst gescheitert, weil wir das zweite Tor nicht erzielt haben", sagte Schimpl.
Trotz des Ärgers über das Ergebnis fand der Strengberg-Coach auch einige Punkte, mit denen er zufrieden war. "Großteils hat dieses Mal die Kommunikation gut funktioniert, auch die taktischen Vorgaben wurden erfüllt", sagte Schimpl. Den Gegner erlebte er vor allem mit weiten Bällen in Richtung Sturmspitzen und auf die Flügel, doch genau das habe seine Mannschaft über weite Strecken gut verteidigt. Ganz ruhig sei man trotzdem nicht gewesen, weil Kienberg auch Spieler habe, "die das Spiel entscheiden können". Schimpl verwies außerdem auf die personelle Situation bei seinem Team. "Wir können nie dieselbe Startelf stellen. Somit ist es auch nicht die einfachste Situation für die Mannschaft", erklärte er. Umso mehr hob er den Einsatz hervor, verband das aber mit einer klaren Kritik: "Im Angriff liegt unser größtes Manko, bei der Verwertung unserer Torchancen." Genau dort habe Strengberg den möglichen Sieg liegen lassen.
Besonders im Kopf blieb beim Trainer noch eine Situation aus der 84. Minute. Aus seiner Sicht hätte es für Strengberg einen Elfmeter geben müssen, stattdessen entschied der Schiedsrichter auf Abseits. "Ich weiß nicht, was er da gesehen hat", sagte Schimpl, der die Szene klar anders beurteilte, ohne daraus mehr machen zu wollen. Grundsätzlich wollte er zum Unparteiischen nicht viel sagen, machte aber keinen Hehl daraus, dass ihn diese Entscheidung ärgerte. Noch deutlicher war seine Gesamteinordnung des Abends: "Im Großen und Ganzen sind wir selbst schuld, dass wir nicht gewonnen haben." Für Strengberg steht die Mannschaft damit nach drei Runden bei vier Punkten, während Kienberg den ersten Zähler der Saison holte. Bei den Gästen bleibt aber vor allem die Erkenntnis, dass Einsatz, Ordnung und Spielanlage gepasst haben, der Lohn dafür jedoch wegen der fehlenden Konsequenz vor dem Tor ausblieb.