Spielberichte

„In der zweiten Halbzeit konnten wir unser Spiel aufziehen“ – Sonntagberg dreht 0:2 noch in ein 4:2

FC Sonntagberg
SV Gaflenz

In der 2. Klasse Ybbstal hat der FC Sonntagberg am Freitagabend gegen den SV Gaflenz einen 0:2-Pausenrückstand noch in einen 4:2-Heimsieg gedreht. Sportlicher Leiter Nikolaus Egger sprach nach dem Schlusspfiff von zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten: erst klar unterlegen, nach der Pause dann dominant, stabiler und am Ende auch verdient. Für Sonntagberg war das ein Sieg, der sportlich und mental einiges wert sein kann.

Fußball in Weiß-Rot auf Rasen

Foto von Torsten Dettlaff auf Pexels

Gaflenz legt vor, Sonntagberg dreht nach der Pause auf

Dass der Abend noch so kippen würde, war nach den ersten 45 Minuten keineswegs abzusehen. Egger machte keinen Hehl daraus, dass die Gäste bis zur Pause das bessere Team waren. „In der ersten Halbzeit war Gaflenz klar die bessere Mannschaft und hat auch verdient 2:0 geführt“, sagte der sportliche Leiter. Die Führung fiel in der 34. Minute durch Julian Englisch, kurz vor dem Seitenwechsel legte Dominik Vlasak das 0:2 nach. Für Sonntagberg war deshalb schon wichtig, dass der Rückstand zur Pause nicht noch höher ausfiel. Genau das hob Egger auch als Schlüsselmoment hervor: „Dass wir trotz der schlechten ersten Halbzeit nur 0:2 hinten waren, war wichtig.“ Nach dem Wechsel kam die Reaktion prompt. Florian Eder verkürzte in der 53. Minute auf 1:2, Sebastian Plank stellte in Minute 68 auf 2:2, ehe ein Eigentor von Markus Dallhammer in der 85. Minute die Partie endgültig auf die Seite der Gastgeber brachte. Jan Gruber setzte drei Minuten später mit dem 4:2 den Schlusspunkt.

Mehr Zugriff, mehr Druck und plötzlich das ganz andere Spiel

Was Sonntagberg nach der Pause zeigte, beschrieb Egger sehr deutlich. „In der zweiten Halbzeit konnten wir unser Spiel aufziehen, was wir wirklich auch draufhaben“, meinte er. Aus seiner Sicht war es genau diese Veränderung, die das Spiel drehte. Sonntagberg stabilisierte sich zuerst gegen den Ball und bekam dann immer mehr Kontrolle. „Wir haben uns in der Defensive stabilisiert. Wir haben dann keine Chancen mehr zugelassen“, sagte Egger. Das habe der Mannschaft auch im Kopf geholfen. Mit dem Anschlusstreffer kam sichtbar Leben in das Heimteam, danach blieb Sonntagberg am Drücker. Egger formulierte es noch klarer: „Wir haben das Spiel dominiert, Chance um Chance herausgespielt und dann auch unsere Tore gemacht.“ Dass die Führung erst in der Schlussphase fiel, passte für ihn trotzdem ins Bild, weil seine Mannschaft schon davor die aktivere und gefährlichere gewesen sei. „Es hätte auch schon früher die Führung fallen können“, so Egger.

Starker Gegner vor der Pause, danach ließen die Kräfte nach

Bei aller Freude über die Wende verlor Egger auch den Auftritt des Gegners nicht aus dem Blick. Er sprach von einer richtig starken ersten Halbzeit der Gaflenzer, die Sonntagberg vor große Probleme stellte. „Gaflenz war in der ersten Halbzeit richtig stark, sehr bissig und sehr kontrolliert“, sagte er. Vor allem mit Tomas Motycka und Josef Dusek im Angriff habe der Gegner immer wieder Gefahr ausgestrahlt. „Jeder Angriff hat Gefahr ausgestrahlt. Wir haben da nur bedingt dagegenhalten können“, so Egger. Nach seiner Einschätzung änderte sich das Bild auch deshalb, weil Gaflenz dem hohen Aufwand der ersten Hälfte Tribut zollen musste. „Vielleicht haben sie in der ersten Halbzeit zu viel investiert. Das hat sich dann ein bisschen gerächt“, meinte er. Auch zwei umstrittene Situationen sprach Egger an. In der Anfangsphase habe Sonntagberg aus seiner Sicht Glück gehabt, als ein Treffer der Gäste nicht gegeben wurde. Später sah er dann eine klare Elferszene für sein Team. Für ihn hielt sich das in Summe die Waage, und auch mit dem Unparteiischen war er zufrieden: „Die Schiedsrichterleistung war sehr gut.“

Ein Sieg mit Gewicht für Tabelle und Selbstvertrauen

Entsprechend hoch ordnete Egger den Heimsieg ein. „Es war für uns ein sehr wichtiger Sieg“, sagte er, und diese Aussage bezog sich nicht nur auf die 90 Minuten gegen Gaflenz. Sonntagberg ist nach drei Runden bei sieben Punkten und liegt damit im oberen Bereich der Tabelle. Gerade deshalb war die Wende nach 0:2 aus seiner Sicht mehr als nur ein schöner Abend. „Nach einem 2:0-Rückstand so zurückzukommen und 4:2 zu gewinnen, ist für die ganze Mannschaft und für die Köpfe sehr wichtig“, betonte Egger. Viel Lob gab es von ihm für die geschlossene Leistung nach dem Seitenwechsel. Einen Einzelnen wollte er nicht herausheben. „Alle haben gekämpft, alle haben alles gegeben bis zum Schluss“, sagte er. Dazu kommt für Sonntagberg, dass der Start ins Spieljahr laut Egger ohnehin kein einfacher war. Umso mehr Gewicht hat für ihn dieser Dreier gegen einen Gegner, den er in den vorderen Tabellenregionen erwartet. Sonntagberg hat sich damit nicht nur Punkte gesichert, sondern auch ein deutliches Zeichen gesetzt, dass man vorne mitmischen will.

2. Klasse Ybbstal: Sonntagberg : SV Gaflenz - 4:2 (0:2)

  • 88
    Jan Gruber 4:2
  • 85
    Eigentor durch Markus Dallhammer 3:2
  • 68
    Sebastian Plank 2:2
  • 53
    Florian Eder 1:2
  • 42
    Dominik Vlasak 0:2
  • 34
    Julian Englisch 0:1